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"Boreout" im Job: Wenn Langeweile krank macht

Bist du in der Arbeit unterfordert, langweilst dich sogar, aber hast gleichzeitig das Gefühl, dass es dir psychisch nicht gut geht? Daran könnte ein "Boreout" schuld sein!

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Bore-out Langeweile Job Krank
AndreyPopov / iStock

Stress im Job kann unglaublich belastend und auslaugend sein. Wenn man permanent viel zu tun hat, besteht oft die Gefahr, dass man an einem Burnout erkrankt. Doch wusstet ihr, dass es auch ein Gegenteil davon gibt? Wir erklären euch, was man unter einem "Boreout" versteht.

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Was ist ein "Boreout"?

Unter einem "Boreout-Syndrom" versteht man permanente Unterforderung im Job. Betroffene haben das Gefühl, dass sie nicht gebraucht werden und langweilen sich. Das wollen sie jedoch verstecken, damit sie ihren Job nicht verlieren. Der Begriff wurde von den Autoren Philippe Rothlin und Peter R. Werder geprägt. Sie schrieben in ihrem 2007 erschienen Buch "Diagnose Boreout" darüber, dass Unterforderung im Job zu ähnlichen Symptomen führen kann wie eine Überforderung.

Stressexperte Jacob Drachenberg erklärt gegenüber "GQ": "Entscheidend ist, dass es die Arbeitnehmer nicht als positiv empfinden, wenn sie zu wenig zu tun haben. Von einem Bore-out spricht man daher, wenn dieser Zustand nicht als positive Ruhe, die für Gelassenheit und Entspannung sorgt, gewertet wird, sondern als etwas negatives, da man ja ein leistungsfähiger Teil der Gesellschaft sein möchte." Doch was tun, wenn man einfach nichts zum Arbeiten hat? Die gelangweilten Arbeitnehmer fürchten sich vor einer Kündigung, wenn sie das Thema bei ihrem Chef ansprechen. Sie tun alles, damit sie beschäftigt wirken – genau das kann zu einem Teufelskreis führen, der sie noch mehr in eine unglückliche Spirale zieht.

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Wie erkenne ich ein "Boreout"?

"Erste Anzeichen sind etwa regelmäßige gefühlte Unterforderung und Langeweile und der Versuch, das zu verstecken", erklärt Drachenberg.

Dazu kommen Symptome wie:

Meist trauen sich die Betroffenen nicht aus diesem Grund zu kündigen, denn der Experte weiß: "das Bore-out wird gesellschaftlich noch schlechter akzeptiert als das Burn-out. Auch das trägt dazu bei, dass Betroffene oft nicht dazu stehen".

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So kannst du das "Boreout" überwinden

  • Suche dir regelmäßig neue Herausforderungen: "Suchen Sie sich bewusst solche Herausforderungen, egal ob im Job selbst oder in Ihrer Freizeit", sagt Drachenberg. "Vor allem sinnstiftende Tätigkeiten wie ehrenamtliches Engagement empfinden wir als erfüllend." Geh also mit einem Hund aus dem Tierheim Gassi oder hilf in der Nachbarschaft älteren Bewohnern.
  • Finde dein Gleichgewicht im Job: Tausch dich mit deinen Kollegen aus und frag sie, ob du irgendwo mithelfen kannst. Falls du Aufgaben bekommst, dann versuche sie nicht in Windeseile fertigzumachen. Mache einen strukturierten Plan, wie du deinen Job richtig einteilst.
  • Kommunikation ist alles: Auch wenn es sehr schwer ist, sprich darüber, dass du dich unterfordert fühlst, und versuche, mit deinem Chef an einer konstruktiven Lösung zu arbeiten. "Außerdem ist es wichtig, die eigene Bewertung der Langeweile zu hinterfragen und zu prüfen, ob man aus den Ruhephasen nicht auch etwas Positives herausziehen kann", erklärt der Stressexperte.

Funktionieren diese Maßnahmen nicht, dann sollte man über einen ernsthaften Jobwechsel nachdenken.

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