Life

Catcalling: Wie reagiere ich auf verbale sexuelle Belästigung?

"Hey Süße, netter Hintern!": Catcalls sind Belästigungen, auf die man gerne verzichtet. So wehrst du dich dagegen!

  • Drucken
Catcalling und wie du dich wehrst
Mixmike / iStock

Am Weg zur Arbeit oder beim Einkaufen im Supermarkt: Zu oft müssen Frauen unfreiwillig die Komplexe fremder Männer ausbaden. Angefangen beim Hupen vorbeifahrender Autos, bis hin zu anzüglichen Kommentaren. "Catcalling" ist eine Form der sexuellen Belästigung, die beinahe jede Frau schon einmal erlebt hat. Wir zeigen dir, wie du dich wehren kannst.

Mehr dazu: So wehrst du dich gegen sexuelle Belästigung im Netz!

Was ist "Catcalling"?

Unter "Catcalling" versteht man übergriffige, sexuell aufgeladene Kommentare von Männern gegenüber Frauen. Passieren kann es überall: Ob auf der Straße oder an sonstigen öffentlichen Orten. Dabei projizieren Männer ihre eigene Unsicherheit auf Frauen und verwandeln sie kurzerhand in ein Objekt. Respekt oder Wertschätzung sind Fremdwörter und auch von einem Kompliment ist diese einseitige Handlung weit entfernt. Dabei sind die Anmachsprüche so einfallslos, wie die intellektuelle Reife der Catcaller beschränkt ist:

  • "Na Süße, heute noch was vor?"
  • "Hey Puppe, komm doch mal her zu mir!"
  • "Netter Hintern!"
  • Oder das klassische Pfeifen bzw. Hupen, wenn man die Straße entlang spaziert.

Wichtig hierbei: Nein, auch hier kann man keinesfalls alle Menschen in einen Topf werfen. Natürlich gibt es genügend Männer, die nicht nur respektvoll mit Frauen umgehen, sondern sich ebenso stark gegen sexuelle Belästigung positionieren. Klarerweise kann sich auch hier das Blatt wenden, sodass Frauen in die Rolle des Täters schlüpfen. Wir gehen jedoch von der Regel aus: Und diese besagt leider, dass überwiegend Frauen von männlichen Catcallern belästigt werden.

Mehr dazu: SCHOCK: So heftig war die Sendung von Joko & Klaas!

Catcalling beeinträchtigt den Alltag

Es beginnt schon frühmorgens vor dem Kleiderschrank: Draußen herrscht Hochsommer, ein kurzes Trägertop muss her, damit man die Temperaturen aushält. Plötzlich schleicht sich ein Gedanke ein: "Wenn ich dieses Shirt mit Ausschnitt trage, werden mich die Blicke der Männer bestimmt löchern." Genügend Frauen winken derartige Catcalls zwar selbstbewusst ab, doch andere trauen sich dadurch nicht mal mit einem kurzen Kleid auf die Straße.

"Übersensibel"und "verklemmt" werden Frauen gerne betitelt, die Catcalling als sexuelle Belästigung bezeichnen. Sollen sie doch froh sein, ein Kompliment von einem Mann zu bekommen. (NOT!) Eine weitere Ansicht, die abermals vom Patriarchat geprägt wurde. Denn um zu wissen, dass man schön und begehrenswert ist, bedarf es keiner abwertenden Anmachsprüche. Sie vermiesen nämlich nicht nur den Tag, sondern beeinträchtigen auch den Alltag und die Entscheidungen vieler Frauen.

 

via GIPHY

Mehr dazu: SCHOCK: Diesen Stars wird sexueller Missbrauch vorgeworfen!

"Dear Catcallers: It's not a compliment"

Ein Instagram-Account namens "dearcatcallers" setzt sich genau mit dieser Problematik auseinander. Noa Jansma macht mit jedem Catcaller ein Selfie, um darauf hinzuweisen, wie oft Frauen tatsächlich in derart unangenehme Situationen kommen. Ihr Ziel: Menschen klarzumachen, dass sexuelle Belästigung schon bei einem schiefen Blick oder einem anzüglichen Kommentar beginnt.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

#dearcatcallers … after following me for straight 10 minutes "sexy girl Where you goin'?? Can I come with you ?" …

Ein Beitrag geteilt von dearcatcallers (@dearcatcallers) am


Mehr dazu: "Loch ist Loch": Wie uns sexistische Werbung beeinflusst

Please Stop: So wehrst du dich gegen Catcalls

Doch wie reagiert man am besten auf derartige Catcalling-Versuche?

Meist verstummen Betroffene, wechseln die Straßenseite und eilen schnell zu einem weniger menschenleeren Ort. Wie du am besten reagierst ist dabei von der Person und Situation abhängig, jedoch sollte deine eigene Sicherheit immer im Vordergrund stehen.

Fakt ist, dass derartige Gewohnheiten fest im Ego der Catcaller verankert sind. Und genaue diese Tatsache, kannst du dir zunutze machen:

  • Ignorieren: Es ist der einfachste Weg, um Catcaller aus der Fassung zu bringen. Gehe mit erhobenem Haupt an dem Täter vorbei und würdige ihn keines Blickes. So bestätigst du ihn zumindest nicht in seinem Verhalten.
  • Fotografieren: Solltest du dich an einem öffentlichen Ort befinden, kannst du ein Foto vom Nummernschild oder der Person machen. Auch wenn du nur so tust als ob, ist der Catcaller meist verunsichert und sucht das Weite.
  • Pfeifen: Ebenso soll es hilfreich sein selbst ein Lied anzupfeifen, wenn man zum Opfer von Catcalling-Angriffen wird. Auch eine kleine Pfeife am Schlüsselbund kannst du verwenden, um dich zu Wehr zu setzen.
  • Konfrontation: Hierbei ist es wichtig, keine Beschimpfungen herauszuposaunen. Auch mit Fragen kommst du nicht weit, sondern pushst den Catcaller vielleicht sogar zu einer weiteren Handlung. Trete daher mit einer lauten Stimme und einer entschlossenen Haltung auf und vermittle klipp und klar dein Anliegen. Dieses könntest du z.B. so formulieren: "Hören Sie auf mich zu belästigen."

Mehr dazu: Was steckt hinter dem Hashtag #respectnurses?

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.