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Wie pflegt man eigentlich eine Freundschaft während der Corona-Pandemie?

Asking for a friend: Wie hält man Beziehung zu Freunden trotz Social Distancing & digitaler Erschöpfung aufrecht?

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Freundschaften pflegen trotz Corona
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Während sie früher ganz beiläufig gepflegten wurden, muss man Freundschaften in der Corona-Pandemie viel aktiver erhalten. Der gemeinsame Kino- und Restaurantbesuch fällt ins Wasser, durch Social Distancing sind wir gezwungen unsere Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Doch können Freundschaften diese "Pausierung" des sozialen Lebens überstehen? Wir haben sechs Tipps für dich, wie du trotz Distanz die Nähe zu deinen Liebsten ausdrücken kannst.

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Digitale Erreichbarkeit zerrt an unseren Ressourcen

Und, wie viele offene Chats hast du momentan im Messenger? Wenn der Gruppenchat explodiert und die Reizüberflutung uns an die emotionalen Grenzen treibt, wird es Zeit andere Wege der sozialen Interaktion einzuschlagen. Natürlich ist Social Media gerade in Zeiten von Corona ein wichtiges Tool, es sorgt für eine Verbindung mit unseren Mitmenschen. Gänzlich ohne Anbindung an das Netz ginge es uns natürlich sichtlich schlechter. Doch wenn die Anxiety mit jeder aufpoppenden Nachricht größer wird, musst du Grenzen im virtuellen Raum setzen. Und damit wirst du nicht alleine sein: Viele Menschen sind derzeit von einer emotionalen Müdigkeit betroffen, bei der leider selbst der Small Talk mit Freunden schwer fällt.

 

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So war es früher leichter ein Treffen abzusagen, wenn man erschöpft oder gestresst war. Durch die permanente Erreichbarkeit entfällt diese Art des Selbstschutzes jedoch. "Es gibt jetzt eine Art implizite Erwartung, dass die elektronische Kommunikation unsere persönliche Beziehungsdynamik widerspiegeln oder ersetzen soll. Und das ist eine zutiefst erschöpfende Erwartung", so die Therapeutin Caroline Given gegenüber Bustle. "Wir erwarten nicht, dass unsere Freunde oder Arbeitskollegen rund um die Uhr persönlich mit uns sprechen können, da dies physisch nicht möglich ist – per SMS ist dies aber rein technisch möglich. Und die Idee, an einem endlosen Strom von Kommunikation teilzunehmen, ist äußerst anstrengend."

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Freundschaften pflegen trotz Lockdown: Geht das?

Keine Sorge, wir raten dir jetzt nicht dazu dein Smartphone, Tablett & Co von der nächsten Brücke zu schmeißen. Schließlich erfüllen sie durchaus nützliche und heutzutage essentielle Zwecke. Ebenso brauchen wir den Kontakt zu unseren Mitmenschen und Bezugspersonen, um unser Bedürfnis nach Nähe zu stillen und nicht zu vereinsamen. Dennoch ist es ratsam, im Lockdown ein paar Flugmodus-Stunden einzulegen.

Leider finden sich viele mit dieser virtuellen Grenze in einem Dilemma wieder, denn persönlich treffen ist bis auf Ausnahmen nicht möglich. Das Handy möchte man also einerseits gegen die Wand schmeißen, andererseits stellen die sozialen Netzwerke die Verbindung zu Freunden her. Damit deine Freundschaften also in der Corona-Pandemie nicht zu kurz kommen, hier ein paar Tipps, wie du sie pflegen kannst: 

  • Verbal statt digital kommunizieren: Oldschool, aber: Ihr könnt es ja mal mit telefonieren probieren. Dadurch musst du nicht ewig lang an einer Nachricht tippen und ersparst dir etwas Energie. In Lern- oder Mittagspausen während der Uni oder im Homeoffice lohnt es sich, auf die verbale Kommunikation zu setzen. So könntest du deinen Freunden ein Telefonat anbieten, anstatt an ewigen Gruppenchat-Diskussionen teilzunehmen.
  • Virtuelle kulinarische Reise: Nun zur nächsten Errungenschaft des digitalen Zeitalters: dem Video-Call. Beim Face-Timen vermeidet ihr nämlich Missverständnisse, die im Chat meist aufgrund fehlender Mimik und Akustik entstehen. Außerdem ein Pluspunkt: Durch das virtuelle Beisammensein könnt ihr einen gemeinsamen Koch- oder Cocktailabend einlegen. Macht euch z.B. ein Gericht aus, welches ihr beide getrennt zubereitet. So holt ihr euch ein Stück weit Normalität zurück.
  • Spazieren ist das neue Ausgehen: Spazieren war noch nie so hoch im Trend wie in Zeiten von Corona. Zudem hilft die frische Luft dabei, den Stress des Alltags zu vergessen und fördert die Konzentration. Unter Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen könntet ihr euch also zu einem Spaziergang in die Natur entscheiden.
  • "Care-Paket" als Wertschätzung: Neben Corona müssen deine Freunde vielleicht auch noch mit anderen Schicksalsschlägen zurecht kommen. Du kannst dem Betroffenen zwar aus der Ferne helfen, doch bereits eine kleine Aufmerksamkeit kann sowohl dir als auch deinem Freund eine Freude bereiten. Stelle eine Kiste mit Dingen zusammen, die der andere mag, schreibe einen Brief und stelle sie ihm vor die Tür. Ein "Care-Paket" kannst du übrigens auch ohne Grund machen. So drückst du deine Wertschätzung aus und deine Bezugsperson weiß, dass du für sie da bist.
  • Der Pandemie-Buchclub: Genug von digitalen Diensten, was du und deine Freunde brauchen ist eine Auszeit vom grellen Blaulicht. Warum gründet ihr denn nicht einfach einen Retro-Buchclub? Wählt gemeinsam ein spannendes Buch aus und trefft euch z.B. jeden Sonntag zum virtuellen Buchclub-Get-Together. So greift ihr in eurer Freizeit – dem Gruppenzwang sei ausnahmsweise mal gedankt – eher zum Buch anstatt zur Fernbedienung.
  • Sprich offen über deine Bedürfnisse: Am Allerwichtigsten ist es, dass du mit deinen Freunden über deine Gefühle redest. Erzähl ihnen den Grund, warum du in letzter so abwesend bist und, dass dein Offline-Modus nichts persönliches ist. Damit wissen beide Seiten Bescheid und können gegenseitig aufeinander Rücksicht nehmen. Du könntest auch eine Art "Abwesenheitsnotiz" im Gruppenchat bekannt geben, wie z.B.: "Wenn ihr wollt, können wir am Wochenende gerne telefonieren, den Chat schalte ich die nächsten Tage jedoch auf stumm."

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