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Periode: Menstruationstasse oder Tampon?

Menstruationscups erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die weichen, flexiblen Becher sind eine echte Alternative zu Tampons. Wir haben die Fakten miteinander verglichen.

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Das Image des Tampons hat einen gehörigen Knacks bekommen, seit es als Auslöser des Toxischen Schock-Syndroms (TSS) immer wieder für Schlagzeilen sorgt.
doble-d / iStock

Lange gab es nur zwei Möglichkeiten, wenn Frau ihre Tage bekam: Tampons oder Binden. Wobei der Tampon auf der Beliebtheitsskala deutlich über der Binde lag. Das hat sich mittlerweile geändert. Das Image des Tampons hat einen gehörigen Knacks bekommen, seit es als Auslöser des Toxischen Schock-Syndroms (TSS) immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Pünktlich dazu erlebt die Menstruationstasse – welche übrigens so wie auch der Tampon bereits in den 1930er Jahren erfunden wurde – ein Revival.

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Was muss ich über den Menstruationscup wissen?

  • Der Cup: Die Menstruationstasse ist ein Becher, mit dem das Blut aufgefangen wird. Unten befindet sich ein Stiel, der zum Herausziehen dient. Sollte dieser beim Tragen unangenehm sein, kann er mit der Schere gekürzt werden.
  • Material: Menstruationsbecher bestehen aus weichem, medizinischem Silikon und ist antiallergen. Das Material ist gut verträglich und in verschiedenen Größen erhältlich, sodass der Cup für jedes Mädchen und jede Frau geeignet ist.
  • Anwendung: Der Cup wird in zusammengefalteter Form in die Scheide eingeführt. Dafür gibt es verschiedene Techniken. An einer für die Trägerin angenehmen Position wird der Cup entfaltet und es bildet sich ein Vakuum.
  • Leeren: Zur Entfernung des Cups muss mit dem Finger am Rand des Bechers das Vakuum gelöst und der Becher herausgezogen werden. Dabei hilft es auch, die Beckenbodenmuskulatur anzuspannen. Das Blut wird ausgeleert, der Becher gewaschen oder einfach gleich wieder eingeführt.
  • Reinigung: Um den Becher nur kurz zu entleeren, reicht das Abspülen mit Wasser völlig aus (das ist aber nicht bei jedem Wechsel nötig). Zwischendurch sowie vor und nach der Periode, sollte der Becher gründlich ausgekocht werden, um Keime und Bakterien abzutöten.

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Cup vs. Tampon: Die Fakten im Vergleich

Menstruationstasse Tampon
Funktion/Größe das Blut wird aufgefangen; Cup ist in verschiedenen Größen erhältlich. das Blut wird aufgesaugt; Tampon ist in verschiedenen Größen erhältlich
Material Cup besteht aus weichem, medizinischem Silikon Tampons bestehen aus Baumwolle, Zellwolle, Viskose und synthetischen Fasern
Umweltfaktor der Cup ist ökologisch unbedenklich; 1 Cup muss erst nach 10 Jahren entsorgt werden Tampons sind Wegwerfprodukte, die bei der Herstellung und im Verbrauch eine Menge Müll produzieren
Tragedauer spätestens nach 12 Stunden muss der Cup entleert werden spätestens nach 8 Stunden muss der Tampon gewechselt werden
Gesundheitsfaktor das Material ist unbedenklich und schonender für die Scheidenflora; noch gibt es keine Belege für das Auftreten von TSS Tampons bestehen aus einem gesundheitlich bedenklichem Cocktail aus Chemikalien; zudem begünstigen sie TSS (v.a. bei unsachgemäßer Handhabung)
Tragekomfort sitzt der Cup gut, ist er nicht spürbar. häufig muss Frau ausprobieren, bis die richtige Größe und Position gefunden wird sitzt derTampon gut, ist er nicht spürbar
Preis € 15 – € 40 (1 Stück) – hält 10 Jahre! ca. € 0,50 (1 Stück) – pro Jahr gibt Frau ca. € 100 – € 180 für Tampons aus.

Für welches Produkt der Monatshygiene Frau sich entscheidet, ist eine ganz persönliche und individuelle Entscheidung. Viele kombinieren auch je nach Laune und Stärke der Regelblutung.

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Debatte rund um die Periode

Das Thema Menstruation ist seit geraumer Zeit immer wieder in den Medien präsent. Erst unlängst ergab eine Umfrage der Plattform Erdbeerwoche, dass mehr als die Hälfte der jugendlichen Menschen unzulängliches Wissen rund um die Periode aufweisen. Hinzu kommt, dass viele Frauen sich für ihre Tage schämen und die Regelblutung als "eklig" empfinden.

Ausschlaggebend dafür ist dafür unter anderem das Bild, das die Werbung vermittelt: Tampons werden mit blauer Flüssigkeit beworben. Ein Bindenhersteller hat die Thematik bereits aufgegriffen – und bewies mit roter statt blauer Flüssigkeit Mut zur Realität. Wir finden: In Sachen Menstruation besteht noch großer Aufholbedarf in Bezug auf Wissensvermittlung, Aufklärung und Enttabuisierung.

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