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Kamasutra: Das steckt hinter dem Lehrbuch über Liebe & Erotik

Sie denken bei Kamasutra geht es nur um akrobatische Sex-Stellungen? Wir wissen, worum es sich tatsächlich bei der indischen Liebeskunst handelt!

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Was ist Kamasutra?
shironosov / iStock

Haben Sie schon einmal "Das glühende Dreieck", "Das Nirvana" oder "Den Affen" probiert? So bezeichnet man bekannte Kamasutra-Stellungen, die dem Sexleben ordentlich einheizen sollen. Doch was genau bedeutet Kamasutra überhaupt und wie funktionieren die artistischen Stellungen?

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Was bedeutet Kamasutra?

Das Kamasutra (vollständiger Name Vatsyayana Kamasutra) ist ein altes indisches Lehrbuch über Liebe und Erotik. Es wurde von dem Autor Vatsyayana Mallanaga zwischen 200 und 300 nach Christus verfasst, über dessen Leben bis dato nur wenig bekannt ist. Es wird als Leitfaden für Liebe und Erotik gesehen und steht in der Beziehung zum Tantra (Transformation der Sexualität). Im Kamasutra finden sich verschiedene Sexstellungen sowie eine "Anleitung", wie Männern und Frauen die sexuelle Erfüllung finden können. Das Wort "Kāmasūtra" aus dem Sanskrit bedeutet übersetzt "Verse des Verlangens":

  • Kāma beschreibt eines von drei Lebenszielen im Hinduismus. Es steht für die Erfüllung des sinnlichen und sexuellen Verlangens.
  • Sūtra ist die Textform, in der die alten indischen Lehrschriften verfasst wurden.

Das Kamasutra besteht aus sieben Büchern, 36 Kapiteln und 1.250 Sutren (Versen).

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Mehr als nur Sexstellungen

Zu Beginn richtete sich das Buch nur an junge, wohlhabende Männer, die darin Tipps für die Verführung und Befriedigung der Frau finden sollten. Meist wird das Kamasutra "nur" auf seine Sexstellungen reduziert, dabei enthält es viele verschiedene Lehren über

  • die gesellschaftlichen Aspekte,
  • die Liebe im Alltag,
  • das Eheleben
  • oder das Zusammenleben und die Gleichstellung der Liebhaber.

Das Kamasutra basiert also nicht nur auf praktischen Anweisungen, sondern auf der tantrischen Lehre. Es stellt die Sinnlichkeit und das "Einswerden" der Partner während des Akts in den Mittelpunkt. Damit das passiert, müssen sich die Partner absolut vertrauen, um sich vollkommen fallen zu lassen. Sex wird demnach nicht nur als schneller "Zeitvertreib" gesehen, sondern bis zur Erfüllung beider Partner vollzogen. Ziel des Lehrbuchs ist es, die Sinne und das Bewusstsein zu entfalten und sich geistig zu öffnen. Das "stumpfe" Nachahmen der Sexstellungen ist nicht genug, denn nur durch die spirituelle Öffnung können beide Partner das Kamasutra voll und ganz nacherleben.

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Die bekanntesten Kamasutra-Stellungen

Über die Jahrhunderte wurde das Lehrbuch mehrmals adaptiert. Heutzutage findet man vermehrt Bilder in den Neuauflagen, die "akrobatische" und meist lächerliche Positionen zeigen. Zwar muss man für viele Stellungen körperlich sehr fit und gelenkig sein (einige Posen erinnern an Yoga), dennoch haben viele Paare schon vor ihrem Kamasutra-Wissen Stellungen aus dem Lehrbuch praktiziert, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Diese Stellungen gehören zu den bekanntesten Sex-Positionen aus dem Lehrbuch:

  • Yab Yum: Bei dieser Stellung können sich die Partner besonders tief in die Augen sehen. Der Mann sitzt dabei auf dem Bett und lehnt mit dem Rücken an der Wand. Die Frau setzt sich auf ihn und schlingt ihre Beine um seinen Rücken. Danach lässt sie sinnlich das Becken kreisen und rotiert somit beide in den leidenschaftlichen Höhepunkt.
  • Den Pflock eintreiben: Haben Sie und Ihr Partner eine gute Körperspannung? Dann könnte diese Stellung genau das Richtige für Sie sein. Um den "Pflock einzutreiben" lehnt der Mann im Stehen mit dem oberen Rücken gegen die Wand. Die Frau setzt sich auf ihn, schlingt ihre Oberschenkel um seine Taille und stützt ihre Füße an der Wand ab. Der Mann hält sich am Po fest und hilft ihr mit dem festen Griff sich gemeinsam Richtung Orgasmus "zu treiben".
  • Dhenuka-Vyanta-Bandha: Diese Stellung erinnert stark an die Hündchenstellung (Doggy-Style). Dabei kniet die Frau auf allen Vieren mit geschlossenen Beinen vor dem Schritt des Partners. Dieser legt sich über den Rücken seiner Geliebten und penetriert sie sanft von hinten. Der vermehrte Körperkontakt und die "Führung" des Mannes macht diese Position besonders sinnlich und intensiv.

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