Coregasmus: Kann Bauchtraining wirklich zum Orgasmus führen?

Während du deine Crunches oder Situps machst, spürst du plötzlich ein unerwartetes Gefühl. Die wenigsten würden darauf kommen, dass ein Workout zu etwas völlig Überraschendem führen kann: einem Orgasmus. Genau – dem sogenannten Coregasmus, einem Phänomen, das sowohl Männer als auch Frauen während eines Core-Workouts erleben können. Aber warum passiert das und lässt sich ein Coregasmus eigentlich gezielt auslösen?

Was ist ein Coregasmus?

Ein Coregasmus ist ein Orgasmus, der während eines Trainings der Körpermitte auftritt. Das Besondere: Er hat nichts mit sexuellen Gedanken oder Fantasien zu tun. Coregasmen entstehen rein durch körperliche Aktivität, durch die Aktivierung bestimmter Muskeln. In der medizinischen Fachliteratur wird dieses Phänomen als exercise-induced orgasm (EIO) oder exercise-induced sexual pleasure (EISP) bezeichnet.

Schon seit den 1950er Jahren berichten Menschen von dieser Erfahrung, doch erst in den letzten Jahren gewinnt das Thema Aufmerksamkeit in der Fitness- und Sexualforschung.

Wie entsteht ein Coregasmus?

Die Wissenschaft ist sich noch unschlüssig, warum Coregasmen auftreten. Die vorherrschende Theorie besagt, dass ermüdete Bauch- und Beckenbodenmuskeln eine Art innere Stimulation erzeugen, die zum Orgasmus führt. Bei Männern kann zusätzlich die Prostata stimuliert werden, was das Erlebnis intensiviert.

Interessanterweise ist deine Fähigkeit, einen Coregasmus zu erleben, von vielen Faktoren abhängig: von deiner Anatomie, deinem Muskelzustand, deinem emotionalen Befinden und sogar von deiner Technik bei den Übungen. Es gibt also kein Patentrezept – manchmal passiert er einfach zufällig.

Eines ist jedoch sicher: Coregasmen treten unabhängig von sexuellen Gedanken oder Fantasien auf und gelten daher als asexuell in ihrer Natur.

@drsermedmezher When Your Reason to Hit the Gym Isn’t Fitness #excercise. Some individuals experience a unique phenomenon known as coregasms, which occur during certain types of physical activity, particularly exercises that engage the core muscles. This subtle yet fascinating occurrence involves experiencing pleasurable sensations or even orgasms during abdominal workouts or other activities that activate the core muscles. While the exact mechanisms underlying coregasms are not fully understood, it is believed that the stimulation of pelvic nerves and increased blood flow to the pelvic region during intense exercise may play a role. Coregasms can vary in intensity and may be accompanied by feelings of euphoria, heightened arousal, or a sense of release. While not everyone experiences coregasms, those who do may find them to be a surprising and unexpected aspect of their exercise routine, adding an extra dimension of enjoyment and motivation to their fitness regimen. #fitness #women ♬ original sound – DrSermedMezher

Wer kann einen Coregasmus erleben?

Sowohl Männer als auch Frauen können einen Coregasmus erleben, wobei die Forschung bisher überwiegend auf Frauen fokussiert war. Berichte deuten darauf hin, dass Coregasmen bei Männern seltener auftreten, aber die Art der Empfindung unterscheidet sich oft.

Frauen berichten, dass sich ein Coregasmus ähnlich wie ein tiefer vaginaler Orgasmus anfühlt, jedoch möglicherweise weniger intensiv. Statt in der Klitoris spüren sie das Pulsieren meist im unteren Bauch, den inneren Oberschenkeln oder im Beckenbereich. Männer beschreiben das Gefühl eher wie einen Prostata-Orgasmus, der länger anhält, intensiver wirkt und sich oft über den ganzen Körper ausbreitet. Interessanterweise kann es auch ohne Erektion zu einer Ejakulation kommen.

Übungen, die Coregasmen fördern

Nicht jede Übung kann einen Coregasmus auslösen, aber besonders effektiv sind Bewegungen, die den Core aktivieren und den Beckenboden beanspruchen.

Bei Frauen haben sich Crunches, Beinheben, Planks oder Hip Thrusts als besonders geeignet erwiesen, während Männer häufig bei Sit-ups, Gewichtheben oder Klimmzügen berichten, einen Coregasmus zu erleben.

Auch Yoga kann hier helfen: Posen wie die Brücke, der Boot oder der Adler aktivieren die Bauch- und Core-Muskulatur intensiv. Sogar Aktivitäten wie Radfahren, Spinning oder Laufen stehen im Zusammenhang mit Coregasmen – offenbar kann jede Bewegung, die Core und Beckenboden fordert, dieses Erlebnis begünstigen.

@bellpopa hot girls dont gatekeep 🫢 #abworkout #fittok #gymtok #coregasms #motivation ♬ original sound – bells

Wie steigert man die Wahrscheinlichkeit eines Coregasms?

Natürlich können Coregasmen zufällig auftreten, aber es gibt einige Strategien, die helfen können. Wer den Core gezielt stärkt und Kegel-Übungen in sein Training integriert, erhöht die Chancen. Ein kurzes Cardio-Training zu Beginn kann die Durchblutung und damit das körperliche Erregungspotenzial steigern.

Auch Achtsamkeit spielt eine Rolle: Wer bewusst auf die Empfindungen seines Körpers achtet, kann subtil auf die Signale reagieren und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, einen Coregasmus zu erleben. Selbst wenn er ausbleibt, fördert das Training die Durchblutung und die Muskelaktivität, was später die Reaktion auf sexuelle Reize verbessern kann.

Interessanterweise müssen es keine Hochleistungsübungen sein. Auch ein sanftes Training mit vielen Wiederholungen kann ausreichen, um den Core und Beckenboden ausreichend zu stimulieren.

Wie verhindert man einen Coregasmus?

Nicht jeder möchte einen Coregasmus erleben, vor allem nicht mitten im Fitnessstudio. Wer ihn vermeiden will, sollte Übungen meiden, die ihn potenziell auslösen. Wenn ein Coregasmus droht, kann es helfen, die Übung sanft zu beenden und auf eine andere Bewegung überzugehen. Auch bewusstes Entspannen bestimmter Muskelgruppen während des Trainings kann die Intensität reduzieren.

Die überraschenden Vorteile eines Coregasms

Obwohl er oft als kurioses Phänomen betrachtet wird, hat der Coregasmus einige interessante Nebeneffekte. Wer seinen Core und Beckenboden regelmäßig trainiert, profitiert langfristig von einem stärkeren Beckenboden – was später zu mehr sexuellem Vergnügen führen kann. Gleichzeitig verbessert regelmäßiges Training die Durchblutung, die Muskelkraft und setzt Endorphine frei, die zu Wohlbefinden und Energie führen.

Zudem schärft ein Coregasmus das Körperbewusstsein: Wer diese subtile Empfindung erlebt, wird sensibler für die Signale seines Körpers – mit dem angenehmen Nebeneffekt straffer Bauchmuskeln.

Mehr als nur ein Fitnessphänomen

Der Coregasmus zeigt, wie faszinierend unser Körper ist. Er entsteht an unerwarteten Orten, ohne dass bewusste sexuelle Gedanken beteiligt sind, und erinnert uns daran, dass Training nicht nur Muskeln, sondern auch Lust, Energie und Bewusstsein fördern kann.

Wer das nächste Mal ins Fitnessstudio geht, könnte also nicht nur stärker und fitter werden, sondern möglicherweise auch eine kleine, überraschende Belohnung erleben. Coregasmen sind ein überraschendes, spannendes Phänomen – und vielleicht ein Hinweis darauf, dass unser Körper oft zu mehr fähig ist, als wir glauben.

Bildquellen

  • Coregasmus: iStockphoto.com/ Ivan Pantic

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