Achtung: Diese Hairstyles sind beim Autofahren gefährlich

Du fährst jeden Tag Auto und willst dabei natürlich gut aussehen. Gestylte Haare gehören für viele einfach dazu. Was kaum bekannt ist: Manche Hairstyles können beim Autofahren richtig gefährlich werden. Dabei geht es nicht ums Haaremachen während der Fahrt, sondern um physikalische Effekte, die in kritischen Momenten das Verletzungsrisiko deutlich erhöhen können.

Wenn Frisuren die Sicherheitssysteme aushebeln

Moderne Fahrzeuge sind auf Sicherheit ausgelegt. Kopfstützen, Sicherheitsgurte und Airbags bilden ein fein abgestimmtes System, das den menschlichen Körper bei einem Unfall schützen soll. Voraussetzung dafür ist jedoch eine korrekte Sitz- und Kopfhaltung.

Bestimmte Frisuren verändern genau diese Haltung – oft unbemerkt. Der Kopf liegt nicht mehr plan an der Kopfstütze an, wird nach vorne oder zur Seite gedrückt oder befindet sich in einer unnatürlichen Position. Im Falle eines Unfalls kann das dazu führen, dass die Schutzwirkung deutlich reduziert wird oder sogar neue Verletzungsrisiken entstehen.

1. Der hohe Dutt

Er ist praktisch, elegant und aus dem Alltag vieler Menschen nicht wegzudenken: der hohe Dutt. Doch genau diese Frisur kann im Auto gefährlich werden. Der Grund liegt in der Kopfstütze. Diese ist so konzipiert, dass sie den Kopf bei einem Aufprall abfängt und das Risiko eines Schleudertraumas reduziert.

Ein hoher Dutt verhindert jedoch, dass der Kopf korrekt an der Kopfstütze anliegt. Der Kopf wird nach vorne gedrückt oder nimmt eine unnatürliche Haltung ein. Im Falle eines Unfalls kann das die Belastung für Nacken und Wirbelsäule deutlich erhöhen. Das kann auf der Autobahn zur Gesundheitsfalle werden.

2. Pferdeschwanz auf Kopfhöhe

Auch der klassische Pferdeschwanz ist nicht immer so harmlos, wie er wirkt. Sitzt er sehr hoch oder besonders voluminös, entsteht ein ähnliches Problem wie beim Dutt: Der Kopf hat keinen direkten Kontakt zur Kopfstütze.

Zusätzlich kann ein langer, schwerer Zopf bei plötzlichen Bremsmanövern nach hinten oder zur Seite schlagen. Das klingt banal, kann aber schmerzhaft sein und im schlimmsten Fall die Konzentration des Fahrers beeinträchtigen – genau in dem Moment, in dem jede Sekunde zählt.

3. Claw Clips und andere Haaraccessoires

Nicht nur die Hairstyles selbst, sondern auch Haaraccessoires können beim Autofahren gefährlich werden. Große Haarspangen, Metallklammern, feste Haarnadeln oder dekorative Clips befinden sich oft direkt am Hinterkopf.

Bei einem Unfall wirken enorme Beschleunigungskräfte. Feste oder spitze Accessoires können sich in die Kopfhaut drücken oder als Druckpunkt wirken. In extremen Fällen können sie zu Platzwunden, Prellungen oder sogar tiefergehenden Verletzungen führen.

4. Offenes, langes Haar

Offene Haare wirken frei, lässig und natürlich. Doch besonders bei sehr langen Haaren kann genau das zum Problem werden. Sie können ins Gesicht rutschen, die Sicht verdecken oder sogar vom Sicherheitsgurt mitgerissen werden.

Wenn der Gurt plötzlich zieht, etwa bei einer Vollbremsung oder einem Unfall, kann das Haar stark an der Kopfhaut oder am Nacken ziehen und Schmerzen oder Verletzungen verursachen. Viele greifen reflexartig nach den Haaren, um sie aus dem Gesicht zu streichen – genau in diesem Moment kann ein Hindernis übersehen werden. Besonders bei Nacht oder Regen kann eingeschränkte Sicht fatale Folgen haben.

5. Flechtfrisuren mit Volumen

Geflochtene Frisuren sind beliebt – ob französischer Zopf, Boxer Braids oder aufwendige Hochsteckvarianten. Doch auch hier gilt: Je mehr Volumen am Hinterkopf entsteht, desto problematischer wird es im Auto.

Dicke Flechtfrisuren können den Kopf nach vorne drücken oder zur Seite kippen. Die Sitzposition verändert sich unmerklich, aber dauerhaft. Das führt nicht nur zu Nackenverspannungen, sondern kann im Ernstfall auch die Schutzwirkung von Gurt und Airbag beeinträchtigen.

6. Toupierte Frisuren und Extensions

Toupierte Frisuren und Extensions können im Auto gleich mehrere Probleme verursachen. Zum einen vergrößern sie den Abstand zwischen Kopf und Kopfstütze, zum anderen verändern sie die Kopfhaltung.

Extensions können zudem schwerer sein, als man denkt. Bei abrupten Bewegungen wirken zusätzliche Zugkräfte auf den Nacken. Auf langen Fahrten kann das zu Verspannungen, Kopfschmerzen und Ermüdung führen – alles Faktoren, die die Fahrsicherheit beeinträchtigen.

Wenn Haare die Technik stören

Moderne Autos sind vollgepackt mit Assistenzsystemen. Rückfahrkameras, Schulterblicksensoren und Spiegel sind darauf ausgelegt, optimale Sicht zu bieten. Doch auch hier können Haare stören.

Sehr voluminöse Frisuren, hohe Zöpfe oder Kopfbedeckung können den Schulterblick erschweren oder den Blick in den Rückspiegel einschränken. Besonders beim Einparken oder Spurwechsel kann das gefährlich werden. Technik hilft nur dann, wenn sie nicht durch Alltagsdetails ausgebremst wird.

Welche Frisuren sind beim Autofahren sicherer?

Die gute Nachricht: Man muss nicht komplett auf Stil verzichten. Tiefe Zöpfe, tief sitzende Dutts im Nacken oder locker gebundene Haare, die nicht auf Kopfhöhe liegen, sind deutlich unproblematischer.

Auch ein einfacher, tiefer Pferdeschwanz oder offen getragene, nach hinten gelegte Haare können funktionieren – solange sie nicht ins Gesicht fallen. Wichtig ist, dass der Kopf frei an der Kopfstütze anliegen kann und die Sicht nicht eingeschränkt wird.

@ravioli_nicoli a temporary fix when you don’t have any hair ties #roadtriphair #braidstutorial #easyhairstyletutorial ♬ See You Again (feat. Kali Uchis) – Tyler, The Creator

Kleine Änderungen, große Wirkung

Oft reicht eine kleine Anpassung vor Fahrtbeginn. Ein Haargummi tiefer ansetzen, eine Spange herausnehmen oder die Haare kurz neu binden – all das dauert nur Sekunden, kann aber im Ernstfall entscheidend sein.

Gerade auf langen Fahrten lohnt es sich, die Frisur an die Fahrsituation anzupassen. Was für Fotos, Meetings oder Dates perfekt ist, muss nicht automatisch auch autobahntauglich sein. Denn am Ende gilt: Die schönste Frisur ist die, mit der man sicher ankommt.

Bildquellen

  • Hairstyles beim Autofahren: iStockphoto.com/ Drazen Zigic

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