Egal ob ein operativer Eingriff während der Geburt nötig ist, eine Zyste entfernt wird oder die Gallenblase herausmuss – eine OP ist immer eine große Belastung für den Körper. Selbst wenn alles komplikationslos verläuft, geraten Organismus, Nervensystem und Psyche unter Stress. Nach dem Aufwachen stellt sich selten sofort Erleichterung ein: Stattdessen treten häufig Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel auf. Nun muss der Körper heilen, Medikamente verarbeiten und langsam zurück in den Alltag finden muss. Mit ein paar einfachen Lifehacks lässt sich diese Zeit jedoch spürbar erleichtern.
1. Probiotika gegen Verdauungsstörungen
Nach einer OP bekommst du häufig Antibiotika, um Infektionen zu verhindern. Dabei werden jedoch nicht nur schädliche, sondern auch nützliche Darmbakterien angegriffen. Die Folge können Durchfall, Blähungen, Verstopfung oder ein allgemeines Unwohlsein im Bauch sein. Deshalb ist es wichtig, deine Darmflora gezielt wieder aufzubauen.
Fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir oder mildes Sauerkraut können deinem Darm helfen, sich langsam zu regenerieren. Auch leicht verdauliche Ballaststoffe aus Haferflocken oder Bananen unterstützen deine Verdauung. Gib deinem Darm Zeit und überfordere ihn nicht mit schweren oder stark gewürzten Speisen.
2. Kaugummi kauen gegen Übelkeit
Nach einer Vollnarkose hast du möglicherweise mit Übelkeit, einem flauen Magen oder einem unangenehmen Druckgefühl im Bauch zu kämpfen. Ein überraschend einfacher Trick kann dir hier helfen: Kaugummi kauen. Durch den Kauvorgang wird die Speichelproduktion angeregt, was wiederum deinen Magen-Darm-Trakt stimuliert. Dein Gehirn bekommt das Signal, dass Verdauung stattfinden soll, und dein Darm wird sanft aktiviert.
Gerade nach Eingriffen, bei denen der Darm vorübergehend träge ist, kann dieser Effekt sehr hilfreich sein. Wichtig ist, dass du erst damit beginnst, wenn du vollständig wach bist und keine Schluckstörungen mehr hast. Zuckerfreier Kaugummi ist empfehlenswert, da Zucker den Magen zusätzlich reizen kann. Viele empfinden Sorten mit Minze oder Ingwer als besonders angenehm.
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3. Einschlafen erleichtern trotz Schmerzen
Nach einer Operation fällt dir das Einschlafen oft schwer, selbst wenn dein Körper erschöpft ist. Narkose, Schmerzmittel und der körperliche Stress halten dein Nervensystem häufig in einem Alarmzustand. Statt dich zum Schlafen zu zwingen, ist es wirksamer, gezielt diese Reize zu reduzieren.
Ein entscheidender Faktor ist die Umgebung. Gerade im Krankenhaus stören permanentes Licht, Monitore und nächtliche Kontrollen den Schlafrhythmus. Eine einfache Augenmaske kann hier erstaunlich viel bewirken, da sie das grelle Spitallicht zuverlässig abschirmt und die Melatoninproduktion unterstützt. Auch die richtige Körperposition hilft beim Einschlafen: Leicht erhöhtes Liegen mit Kissen unter Oberkörper und Knien kann Schmerzen, Druckgefühl und Reflux reduzieren.
4. Sanfte Bewegung statt strikter Bettruhe
Früher wurde nach Operationen häufig strikte Bettruhe empfohlen. Heute weiß man, dass vorsichtige Bewegung in vielen Fällen förderlich ist. Sie bringt deinen Kreislauf in Schwung, unterstützt die Verdauung und kann das Risiko für Thrombosen senken. Schon ein paar Schritte durch die Wohnung oder kurze Wege im Flur können einen positiven Effekt haben.
Wichtig ist, dass du dich nur im Rahmen der ärztlichen Empfehlung bewegst. Es geht nicht um Sport, sondern um sanfte Aktivierung. Wenn du auf deinen Körper hörst und dich nicht überforderst, unterstützt du die Heilung, statt sie zu gefährden.
5. Schmerzmanagement
Schmerzen nach einer Operation sind kein Zeichen von Schwäche, sondern eine normale Reaktion deines Körpers. Wenn du versuchst, sie tapfer zu ignorieren, verbrauchst du unnötig Energie, die dein Körper für die Heilung benötigt. Ein gut abgestimmtes Schmerzmanagement ist daher ein wichtiger Teil deiner Genesung.
Nimm Schmerzmittel so ein, wie sie dir verordnet wurden, und warte nicht erst, bis die Schmerzen unerträglich werden. Zusätzlich können Kälte- oder Wärmeanwendungen, je nach Art des Eingriffs, sowie Entspannungsübungen dabei helfen, dein Schmerzempfinden zu lindern.
6. Ananassaft und Bromelain bei Schwellungen
Schwellungen gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen nach einer Operation. Dein Körper reagiert mit einer Entzündung, um Heilungsprozesse in Gang zu setzen. Ananas enthält das Enzym Bromelain, dem entzündungshemmende und abschwellende Eigenschaften zugeschrieben werden. In der Naturheilkunde wird Bromelain seit Langem zur Unterstützung nach Verletzungen und Operationen eingesetzt.
Ein kleines Glas frischer, ungesüßter Ananassaft kann für dich gut verträglich sein, besonders wenn dein Appetit noch eingeschränkt ist. Alternativ gibt es Bromelain als Nahrungsergänzungsmittel. Diese solltest du allerdings nur nach Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt einnehmen, da Bromelain die Blutgerinnung beeinflussen kann und nicht für jede postoperative Situation geeignet ist.
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7. Worauf du beim Essen achten solltest
Nach einer Operation arbeitet dein Körper auf Hochtouren, um Gewebe zu reparieren und Wunden zu schließen. Dafür braucht er Energie, Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Gleichzeitig ist dein Verdauungstrakt oft empfindlich, weshalb die richtige Ernährung besonders wichtig ist.
Leichte, warme Mahlzeiten wie Suppen, Eintöpfe oder Brei sind meist gut verträglich und liefern wichtige Nährstoffe. Eiweißreiche Lebensmittel unterstützen die Wundheilung, während ausreichend Flüssigkeit deinen Stoffwechsel ankurbelt. Große, schwere Mahlzeiten solltest du vermeiden, bis sich dein Appetit wieder normalisiert hat.
Große, schwere Mahlzeiten und stark aufblähende Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Kohl oder kohlensäurehaltige Getränke solltest du vermeiden, bis sich dein Appetit und deine Verdauung wieder normalisiert haben.
8. Die psychische Seite deiner Heilung ernst nehmen
Nicht nur dein Körper, auch deine Psyche muss sich von einer Operation erholen. Erschöpfung, Reizbarkeit oder Niedergeschlagenheit sind völlig normal. Der Kontrollverlust während des Eingriffs und die Abhängigkeit von Hilfe können emotional belastend sein.
Nimm diese Gefühle ernst und setz dich nicht unter Druck. Gespräche mit vertrauten Menschen und das Akzeptieren deiner eigenen Grenzen können dir helfen, mental stabil zu bleiben. Heilung ist immer auch ein seelischer Prozess.
9. Ausreichend trinken
Flüssigkeit spielt bei fast allen Heilungsprozessen eine zentrale Rolle. Sie unterstützt deinen Kreislauf, fördert die Verdauung und hilft deinem Körper, Abfallstoffe abzutransportieren. Nach einer OP trinken viele Menschen jedoch zu wenig, etwa wegen Übelkeit oder fehlendem Durstgefühl.
Kleine Schlucke über den Tag verteilt sind oft besser verträglich als große Mengen auf einmal. Wasser, Kräutertees oder verdünnte Säfte eignen sich gut. Wenn du ausreichend trinkst, kannst du auch Kopfschmerzen und Müdigkeit reduzieren.
10. Dem Körper Zeit lassen
Der vielleicht schwierigste, aber wichtigste Lifehack nach einer Operation ist Geduld. Heilung verläuft selten geradlinig. Es wird Tage geben, an denen du dich stark fühlst, und andere, an denen selbst kleine Aufgaben anstrengend sind. Beides ist völlig normal.
Dein Körper heilt in seinem eigenen Tempo. Vergleiche mit anderen führen meist nur zu Frustration. Wenn du dir erlaubst, langsam zu sein, Pausen einzulegen und Hilfe anzunehmen, unterstützt du deinen Heilungsprozess mehr als mit übermäßigem Ehrgeiz.
Bildquellen
- Lifehacks nach der OP: iStockphoto.com/ FatCamera
