Analsex ist ein Thema, das immer noch von Mythen, Unsicherheiten und einer gehörigen Portion Nervosität umgeben ist. Für manche klingt die Vorstellung aufregend, für andere eher beängstigend – und oft liegt das an der Angst vor Schmerzen. Doch Analsex muss keineswegs wehtun. Mit der richtigen Vorbereitung, Technik und Kommunikation kann er zu einem intensiven, lustvollen Erlebnis werden.
Warum tut Analsex manchmal weh?
Die Ursachen von Schmerzen beim Analverkehr liegen selten am Partner oder mangelnder Erfahrung. Meist sind sie körperlicher oder psychologischer Natur. Der Anus ist ein Muskel, der Zeit braucht, um sich zu dehnen. Wer sofort „loslegt“, riskiert kleine Risse, Krämpfe oder eine schmerzhafte Erfahrung. Auch zu schnelles Größenspringen – zum Beispiel von kleinen Toys direkt zu großen Penissen – überfordert den Körper und kann unangenehm sein.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist Gleitmittel: Anders als die Vagina produziert der Anus kein natürliches Gleitmittel. Ohne ausreichend Gleitgel entsteht schnell Reibung – und damit Schmerz.
Nervosität, Angst oder Stress führen zusätzlich dazu, dass sich die Muskeln anspannen. Ein verspannter Beckenboden macht das Einführen sehr unangenehm und kann das Erlebnis erheblich trüben. Das Gute: Alle diese Ursachen lassen sich gezielt vermeiden.
Die richtige Vorbereitung
Die Vorbereitung ist wohl der wichtigste Faktor für schmerzfreien Analsex. Dabei geht es nicht nur um den Körper, sondern auch um die mentale Einstellung.
Körperlich solltest du den Anus sanft dehnen. Kleine Finger oder Anal-Dilatoren eignen sich gut dafür. Wichtig ist, klein zu beginnen und langsam zu steigern. Dein Ziel ist, dass sich die Muskeln wohlfühlen, nicht überdehnen. Gleitgel ist dabei der Schlüssel: Silikonbasiertes Gel bleibt besonders lange geschmeidig, während wasserbasiertes Gleitgel öfter nachgetragen werden muss. Sei großzügig – lieber einmal zu viel als zu wenig.
Auch auf mentale Vorbereitung kommt es an. Ein entspannter Geist bedeutet entspannte Muskeln. Atemtechniken wie das bewusste Ein- und Ausatmen in gleichmäßigen Zügen helfen, den Beckenboden zu lockern. Musik, gedimmtes Licht oder Kerzenschein schaffen eine angenehme Atmosphäre und helfen, Nervosität abzubauen. Und ganz wichtig: Passe deine Erwartungen an. Pornos sind Unterhaltung, keine Lehrvideos. Dein Körper ist kein Drehort, also starte in deinem eigenen Tempo.
@halli.smithIt should never hurt when you try 🍑 heres how to prepare♬ original sound – Halli Smith
Die Technik-Anleitung
Selbst mit Aufwärmen und Gleitgel kann falsche Technik Schmerzen verursachen. Ein langsames Einführen ist entscheidend. Spüre jeden Zentimeter und lege Pausen ein, wenn es zwickt. Tiefes, gleichmäßiges Atmen entspannt den Beckenboden, während angehaltene Luft die Muskeln nur noch fester macht. Auch der Winkel spielt eine Rolle: Der Anus ist nicht gerade wie eine Röhre, leichte Anpassungen können den Unterschied zwischen Schmerz und Genuss ausmachen.
Die Wahl der Position ist ebenfalls entscheidend. Anfänger:innen sollten mit Positionen starten, bei denen sie die Kontrolle haben, etwa die Reiterstellung oder Löffelchen. Hier kannst du Tiefe und Tempo selbst bestimmen. Die klassische Doggy-Position ist eher für Fortgeschrittene geeignet, da sie tief und schnell sein kann. Wer ohne Aufwärmen direkt darauf losgeht, riskiert Schmerzen.
Gleitgel und Zubehör
Gleitgel ist beim Analverkehr unverzichtbar. Silikonbasiertes Gel eignet sich besonders für längere Sessions, während wasserbasiertes Gel schneller nachgetragen werden muss. Trage das Gleitgel großzügig auf, sowohl außen als auch innen, und vergiss nicht, es nach Bedarf erneut aufzutragen. Kondome sind ebenfalls wichtig, besonders beim Wechsel zwischen Anal- und Vaginalverkehr, um Infektionen zu vermeiden.
Wer mag, kann zusätzlich Toys wie kleine Butt Plugs oder Dilatoren einsetzen. Sie helfen, die Muskeln vorzubereiten und können das Erlebnis angenehmer machen. Wichtig ist: Alles, was benutzt wird, sollte sauber sein und mit ausreichend Gleitgel kombiniert werden.
@faqyou.de Worauf muss ich achten?👀🫢🍑 #lernenmittiktok #fakesituation⚠️ #aufklärung #tipps #trending ♬ Originalton – FAQ YOU
Kommunikation ist entscheidend
Analsex ist Teamarbeit. Offene Kommunikation sorgt dafür, dass beide Partner das Spiel genießen. Frag deinen Partner zwischendurch, ob das Tempo passt, ob mehr Gleitgel nötig ist oder ob eine Pause gewünscht wird. Schmerz sollte nie ignoriert werden – Stopps oder Anpassungen gehören dazu. Geduld ist entscheidend: Analspiel ist ein Prozess, bei dem man sich langsam aneinander und an den eigenen Körper gewöhnt.
Mythen und Irrglauben
Viele Unsicherheiten entstehen durch Mythen: Es stimmt nicht, dass Analsex immer wehtun muss. Schmerz ist ein Signal dafür, dass Vorbereitung oder Entspannung fehlen. Und auch der Glaube, dass nur bestimmte Menschen Analverkehr genießen können, ist falsch. Jeder mit einem Anus kann Analsex als lustvoll erleben.
Ebenso sollte man nicht glauben, dass Doggystyle die beste Position für alle ist. Tief, schnell und unvorbereitet kann sie unangenehm sein. Und bitte niemals Spucke als Gleitmittel verwenden – sie reduziert die Reibung nicht ausreichend.
Auf den Körper hören
Dein Körper gibt dir klare Signale. Leichter Druck ist normal, stechender Schmerz nicht. Wer auf die Signale achtet, kann Überdehnung oder kleine Risse vermeiden. Ein verspannter Beckenboden blockiert Einführen und kann das Erlebnis unangenehm machen. Lockerung, Geduld und bewusstes Atmen sind hier die Schlüssel.
Kleine Extras für mehr Genuss
Wer möchte, kann das Erlebnis durch ein paar Extras intensivieren. Vorab alleine erkunden, welche Berührungen angenehm sind, hilft, das Selbstvertrauen zu stärken. Massagen oder vorsichtiges Spiel mit kleinen Toys bereiten die Muskeln vor und steigern die Lust. Nach dem Spiel sorgt sogenannte „Aftercare“ – Kuscheln, Reden oder Massage – für ein rundes, positives Erlebnis.
Sei geduldig mit deinem Körper
Analsex ist kein Wettkampf. Wer geduldig ist und langsam steigert, wird belohnt. Zuerst kleine Toys, dann größere, zuerst sanfte Positionen, dann tiefere – der Körper gewöhnt sich langsam an die Reize. Regelmäßiges Üben in eigenem Tempo hilft, die Muskeln zu trainieren und Vertrauen zu entwickeln.
Bildquellen
- schmerzfreier Analsex: iStockphoto.com/ EyeEm Mobile GmbH
