Urea vs. Hyaluronsäure: Feuchtigkeits-Booster im Check

Diese beiden Hautpflege-Klassiker sind seit Jahrzehnten erforscht und finden sich in unzähligen Produkten wieder. Beide versorgen die Haut intensiv mit Feuchtigkeit, doch sie haben unterschiedliche Stärken: Hyaluronsäure sorgt vor allem für einen frischen Glow und ein pralles Hautgefühl, während Urea zusätzlich besonders bei trockener, rauer oder schuppiger Haut hilft, die Haut geschmeidig zu halten und den Feuchtigkeitsverlust zu reduzieren.

Was ist Urea überhaupt?

Der Name klingt im ersten Moment etwas ungewöhnlich, aber Urea ist eigentlich etwas ganz Natürliches. Urea – auf Deutsch Harnstoff – entsteht im Körper beim Abbau von Proteinen. Ein Teil davon befindet sich auch direkt in unserer Haut.

Dort gehört Urea zu den sogenannten Natural Moisturizing Factors, also den natürlichen Feuchthaltefaktoren der Haut. Diese Stoffe sorgen dafür, dass deine Haut Wasser speichern kann und nicht austrocknet.

Wenn der Anteil dieser Feuchthaltefaktoren sinkt – zum Beispiel durch Alter, Kälte, trockene Luft oder häufiges Duschen – kann sich die Haut schnell trocken, rau oder gespannt anfühlen.

In Hautpflegeprodukten wird Urea allerdings synthetisch hergestellt. Chemisch ist es identisch mit dem natürlichen Stoff, aber natürlich hygienisch und perfekt für kosmetische Produkte geeignet. Genau deshalb gilt Urea als sehr gut verträglicher Wirkstoff, der oft sogar von empfindlicher Haut problemlos toleriert wird.

Was ist Hyaluronsäure?

Hyaluronsäure ist wahrscheinlich einer der bekanntesten Inhaltsstoffe in der modernen Hautpflege. Fast jede Marke hat inzwischen mindestens ein Serum oder eine Creme mit diesem Wirkstoff.

Auch Hyaluronsäure kommt ganz natürlich im Körper vor – vor allem in der Haut, im Bindegewebe und in den Gelenken.

Das Besondere an diesem Stoff ist seine unglaubliche Fähigkeit, Wasser zu speichern. Ein einziges Molekül Hyaluronsäure kann ein Vielfaches seines eigenen Gewichts an Wasser binden. Genau deshalb wird der Wirkstoff so häufig in Feuchtigkeitspflege und Anti-Aging-Produkten eingesetzt.

Wenn Hyaluronsäure Feuchtigkeit bindet, wirkt die Haut oft praller, glatter und frischer. Kleine Trockenheitsfältchen können dadurch kurzfristig weniger sichtbar erscheinen.

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Beide sind Feuchtigkeits-Booster

Urea und Hyaluronsäure haben eine wichtige Gemeinsamkeit: Beide gehören zu den sogenannten Humectants, also Feuchthaltemitteln.

Das bedeutet, sie ziehen Wasser an und helfen deiner Haut dabei, diese Feuchtigkeit zu speichern. Eine gut hydratisierte Haut wirkt nicht nur gesünder, sondern fühlt sich auch angenehmer an. Wenn deine Haut ausreichend Feuchtigkeit hat, passiert Folgendes:

Sie fühlt sich weicher an, wirkt glatter und bekommt einen natürlicheren Glow. Außerdem wird die Hautbarriere gestärkt, wodurch sie besser vor äußeren Einflüssen geschützt ist.

Trotz dieser Gemeinsamkeit gibt es aber einen wichtigen Unterschied zwischen den beiden Wirkstoffen.

Der große Unterschied zwischen Urea und Hyaluronsäure

Hyaluronsäure konzentriert sich hauptsächlich auf eine Aufgabe: Feuchtigkeit binden. Sie wirkt wie ein Schwamm, der Wasser speichert und der Haut so ein pralleres Aussehen verleiht. Deshalb ist Hyaluronsäure besonders beliebt in Seren und Produkten, die einen schnellen Frische-Effekt liefern sollen.

Urea kann dagegen noch etwas mehr. Neben seiner feuchtigkeitsspendenden Wirkung hilft es auch dabei, abgestorbene Hautzellen zu lösen. Unsere Haut erneuert sich ständig. Alte Hautzellen bleiben jedoch oft an der Oberfläche hängen. Dadurch kann die Haut rau wirken oder schuppig aussehen.

Urea lockert diese Verbindungen zwischen den Zellen. Dadurch kann sich die Haut leichter erneuern und wird spürbar glatter. Gleichzeitig können Pflegeprodukte besser in die Haut einziehen.

Man könnte also sagen:
Hyaluronsäure hydratisiert – Urea hydratisiert und glättet.

Für wen ist Hyaluronsäure besonders geeignet?

Hyaluronsäure passt eigentlich zu fast jedem Hauttyp. Besonders gut funktioniert sie, wenn deine Haut einfach mehr Feuchtigkeit und Frische braucht. Viele Menschen nutzen Hyaluronsäure vor allem im Gesicht. Ein gutes Hyaluron-Serum kann die Haut schnell hydratisieren und ihr einen frischen Glow geben.

Auch im Anti-Aging-Bereich spielt der Wirkstoff eine große Rolle. Wenn die Haut gut mit Feuchtigkeit versorgt ist, wirken feine Linien automatisch weniger sichtbar. Deshalb ist Hyaluronsäure oft die erste Wahl, wenn deine Haut:

  • müde wirkt
  • mehr Feuchtigkeit braucht
  • erste Trockenheitsfältchen zeigt
  • einen frischen Glow bekommen soll

Wann Urea die bessere Wahl sein kann

Urea zeigt seine Stärken besonders dann, wenn deine Haut wirklich trocken oder rau ist.

Während Hyaluronsäure hauptsächlich Feuchtigkeit bindet, hilft Urea zusätzlich dabei, verhornte oder schuppige Haut zu glätten. Dadurch eignet sich der Wirkstoff besonders gut für Körperstellen, die häufig trocken sind. Typische Beispiele sind:

Auch bei Hautproblemen wie Ekzemen, sehr trockener Haut oder Schuppenbildung wird Urea häufig eingesetzt. Viele dermatologische Cremes enthalten deshalb gezielt diesen Wirkstoff.

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Urea & Hyaluronsäure im Anti-Aging

Wenn es um Anti-Aging geht, steht Hyaluronsäure meist im Mittelpunkt. Der Wirkstoff sorgt dafür, dass die Haut besser hydratisiert ist und dadurch praller wirkt.

Doch auch Urea kann hier eine Rolle spielen. Eine gut hydratisierte und glatte Haut wirkt automatisch jünger. Außerdem hilft Urea dabei, die Hautoberfläche zu verbessern, sodass Pflegewirkstoffe besser aufgenommen werden können.

Viele moderne Hautpflegeprodukte kombinieren deshalb beide Inhaltsstoffe. Dadurch kann die Haut gleichzeitig intensiv mit Feuchtigkeit versorgt und in ihrer Struktur verbessert werden.

Kann man Urea und Hyaluronsäure kombinieren?

Definitiv – und tatsächlich ist das oft sogar die beste Lösung. Während Hyaluronsäure Feuchtigkeit bindet, sorgt Urea dafür, dass die Hautoberfläche glatter wird und die Feuchtigkeit besser gespeichert werden kann. Zusammen können sie deine Haut also gleichzeitig hydratisieren, glätten und stärken.

Viele hochwertige Cremes und Lotionen kombinieren deshalb beide Wirkstoffe.

Bildquellen

  • Urea: iStockphoto.com/ shockshots korea

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