Krafttraining im Gym, Cardio zu Hause – so stellen sich viele Fitnessfans ihre perfekte Trainingsroutine vor. Doch mal ehrlich: Mit dem eigenen Partner unter der Decke ins Schwitzen zu kommen macht den meisten deutlich mehr Spaß als eine halbe Stunde auf dem Laufband oder dem Stairmaster. Aber wie viele Kalorien verbrennt man beim Sex eigentlich wirklich? Und kann eine leidenschaftliche Session tatsächlich eine Cardioeinheit ersetzen?
Die wissenschaftliche Realität
Nun, was sagt die Wissenschaft? Die vielleicht bekannteste Studie zum Thema wurde von der Université du Québec durchgeführt. Paare wurden dabei beim Sex im Labor beobachtet, und ihr Kalorienverbrauch wurde genau gemessen. Das Ergebnis: Männer verbrannten durchschnittlich etwa 100 Kalorien pro 25-minütiger Session, Frauen etwa 70 Kalorien. Das entspricht gerade einmal etwa drei bis fünf Kalorien pro Minute – ein Wert, der deutlich unter den oft zitierten 40–50 Kalorien pro Minute liegt.
Vergleich: Wer in mittlerem Tempo joggt, verbrennt leicht 8 bis 12 Kalorien pro Minute. Wer also darauf hofft, durch eine intensive halbe Stunde Sex eine Pizza abzutrainieren, wird enttäuscht sein. Doch der Kalorienverbrauch ist nur eine Seite der Medaille.
Sex ist vor allem ein kleines Ganzkörper-Workout, das viele Muskeln beansprucht. Die Intensität hängt stark von der Position, der Dauer und der eigenen Aktivität ab. Wer sich bewusst bewegt, kann dabei Beine, Po, Core-Muskulatur, Arme und Rücken trainieren.
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Welche Muskeln arbeiten beim Sex?
Nicht alle Sexpositionen sind gleich – und auch der Muskelfokus variiert stark.
Bei der Reiterstellung (Partnerin oben) arbeiten vor allem die Oberschenkel- und Gesäßmuskeln, weil das Gewicht kontrolliert werden muss. Auch Bauch- und Rückenmuskeln sind aktiv, um Balance zu halten und Bewegungen zu steuern. Männer, die in dieser Position unten liegen, spüren vor allem den Core und die Brustmuskulatur, je nachdem, wie aktiv sie die Hüften einsetzen.
Die Missionarsstellung wirkt auf den ersten Blick passiv, ist aber für den oberen Part durchaus ein Training für Brust, Arme und Core, besonders wenn man sich rhythmisch abstützt. Für den unteren Part ist es entspannter, Kalorienverbrauch und Muskelaktivierung sind geringer.
Beim Doggy-Style kommen die Core-Muskeln stark ins Spiel, ebenso die Oberschenkel und der Po. Wer aktiv mit den Armen stützt und den Oberkörper bewegt, trainiert sogar Schultern und Rücken ein wenig. Die Position erfordert Balance und Stabilität, was die Tiefenmuskulatur des Rumpfes stärkt.
Die Löffelchenstellung gilt als besonders gemütlich. Der Kalorienverbrauch ist hier niedriger, und die Muskelbeanspruchung minimal. Trotzdem wird leicht die Core-Muskulatur aktiviert, weil man den Körper stabil halten muss, und vor allem der Beckenboden bekommt durch die Bewegungen einen sanften Impuls.
Eine besonders interessante Variante ist Sex im Wasser. Hier kommt der Widerstand des Wassers ins Spiel, was die Muskeln stärker fordert. Becken, Beine, Arme und Rumpf arbeiten, um Bewegungen zu kontrollieren, und gleichzeitig trainiert man das Gleichgewicht. Die Intensität ist vergleichsweise höher, die Kalorienverbrennung leicht gesteigert, und der Spaßfaktor ist enorm.
Sex ist mehr als Kalorien
Wer Sex als Fitness betrachten möchte, sollte sich nicht nur auf Kalorien konzentrieren. Selbst wenn die verbrannten Kalorien vergleichsweise gering sind, hat jede Session positive Effekte auf den Körper. Herzfrequenz und Blutdruck steigen moderat, das Herz-Kreislauf-System wird stimuliert. Gleichzeitig werden beim Sex Endorphine ausgeschüttet, die Stimmung verbessern und Stress reduzieren.
Das Zusammenspiel von körperlicher Aktivität, psychischer Entspannung und Nähe zum Partner macht Sex zu einer einzigartigen Mischung aus Fitness, Wellness und emotionalem Wohlbefinden. Die positiven Effekte sind oft so stark, dass sie andere körperliche Aktivitäten ergänzen können.
Intensität und Rolle
Ein entscheidender Faktor beim Kalorienverbrauch ist, wie aktiv man selbst ist. Wer passiv bleibt und sich treiben lässt, verbrennt kaum Kalorien und trainiert kaum Muskeln. Wer dagegen mitmacht, die Bewegungen steuert, den Körper anspannt und Tempo hält, steigert den Verbrauch und aktiviert zahlreiche Muskelgruppen.
Man könnte sagen: Je bewusster man Muskeln einsetzt, desto wirkungsvoller wird der Sex. Ein besonders aktiver Partner trainiert Core, Beine, Po, Brust und Arme – je nach Position. Wer beide Partner beteiligt, profitiert von einem kleinen Ganzkörper-Workout.
Kann man durch Sex abnehmen?
Kurz gesagt: Allein durch Sex abnehmen ist unrealistisch. Selbst eine sehr aktive halbe Stunde verbrennt nur zwischen 60 und 120 Kalorien – das entspricht ungefähr einer halben Tafel Schokolade. Wer abnehmen möchte, sollte zusätzlich Sport treiben und auf Ernährung achten.
Trotzdem hat Sex indirekte Vorteile: Menschen mit einem erfüllten Sexleben neigen dazu, sich aktiver zu bewegen, bewusster zu essen und insgesamt gesünder zu leben. Der psychologische Effekt von Freude, Entspannung und gesteigerter Motivation kann also durchaus helfen, ein gesünderes Gewicht zu halten.
Tipps für ein effektiveres „Workout unter der Decke“
Wer Sex als kleine Fitnessmöglichkeit nutzen möchte, sollte einige Dinge beachten:
- Aktiv bleiben: Positionen wählen, bei denen du Muskeln einsetzen musst, wie Reiterstellung, Doggy-Style oder Sex im Stehen.
- Variation: Den Körper durch unterschiedliche Bewegungen fordern, damit alle Muskelgruppen beteiligt werden.
- Balance und Core: Wer seinen Rumpf bewusst einsetzt, stärkt die Tiefenmuskulatur.
- Tempo: Ein bisschen Intensität steigert den Kalorienverbrauch, ohne dass der Spaß verloren geht.
Der psychologische und emotionale Bonus
Sex trainiert nicht nur Muskeln und verbrennt Kalorien. Er steigert das Wohlbefinden, stärkt die Bindung zum Partner und reduziert Stresshormone. Oxytocin, das sogenannte „Kuschelhormon“, wird ausgeschüttet, und die allgemeine Zufriedenheit steigt. Wer regelmäßig Sex hat, erlebt also eine Kombination aus körperlicher, psychischer und emotionaler Fitness – ein Effekt, den kein Laufband allein erzeugen kann.
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Bildquellen
- Verbrennt Sex Kalorien?: iStockphoto.com/ nd3000
