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Mit der richtigen Ernährung die Welt retten

Diese Ernährungsumstellung könnte bis 2030 rund 11,1 Millionen Todesfälle verhindern und zur Rettung der Erde beitragen.

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Besonders die Fleischproduktion belastet unsere Umwelt stark.
sanjeri / iStock

In westlichen Ländern stehen Lebensmittel im Überfluss zur Verfügung. In Kombination mit Bewegungsmangel und ungesunden Ernährungsentscheidungen führt dies meist zu sämtlichen Erkrankungen.

  • Übergewicht und Adipositas fordern jährlich 320.000 Todesopfer aus 20 Ländern in Europa.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegserkrankungen und Krebs machen in Europa 77 Prozent der Erkrankungen und 86 Prozent der frühzeitigen Sterblichkeit aus.
  • Diese werden vor allem durch den vermehrten Konsum von gesättigten Fettsäuren, Zucker, Salz und dem verringerten Konsum von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten bedingt.
  • Länderspezifische Nahrungsempfehlungen wie der zuletzt erneuerte Food Guide in Kanada, sollen einen gesunden Lebensmittelkonsum näher bringen.

Doch wie genau sind Ernährungsempfehlungen wirklich und ist es sinnvoll diese nach den jeweiligen Ländern aufzuteilen?

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Aufklärungsarbeit wichtig

Das Österreichische Akademische Institut für Ernährungsmedizin (ÖAIE) hat sich mit diesem Problem befasst und fordert die Politik zum Handeln auf. Die vier entwickelten Maßnahmen der ÖAIE sollen dazu beitragen die Gesundheit der Konsumenten und die Umwelt zu schützen:

  1. Informations-Kampagnen für Verbraucher auf Basis von ernährungsmedizinischer Grundlagen, um den Konsum von rotem Fleisch zu reduzieren
  2. Umstellung der Landwirtschaften zur Reduktion der Fleischproduktion und Aufforderung des vermehrten Gemüseanbaus
  3. Verzicht auf Werbungen, die einen erhöhten Fleischkonsum unterstützen
  4. Fortlaufende Diskussion über preisgesteuerte Maßnahmen in der Lebensmittelproduktion

Mehr dazu: Antibiotika im Fleisch: Mit Bio auf Nummer sicher?

Weniger Fleisch, mehr Gemüse

Die neueste Lancet-Studie dieses Jahres zeigt mit ihren ermittelten Ergebnissen, dass vor allem eine stark pflanzenbasierte Ernährung unsere Umwelt unterstützt.

  • Dafür sollen maximal 35 Gramm rotes Fleisch pro Tag konsumiert werden, sowie ein höherer Anteil von Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten.
  • Gesättigte Fettsäuren, die vor allem in tierischen Produkten zu finden sind, sollen durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren ersetzt werden.
  • Besonders Fette und Öle (Bsp.: Palmöl) werden häufig mit kardiovaskulären Erkrankungen und Tod in Verbindung gebracht. Hier spielt laut den Experten nicht die Fettmenge, sondern die Fettqualität eine tragende Rolle.
  • Gesunde Fette wie Nüsse, Raps- und Olivenöl, sowie Omega-3 Fettsäuren beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und sind auch ökonomisch besser verträglich.
  • Werden diese Richtlinien bis mindestens 2030 eingehalten, können 11,1 Millionen Todesfälle (gesamt 20 Prozent) verhindert und der bedrohliche Klimawandel ökologisch nachhaltig gebremst werden.

Mehr dazu: Welthunger: 43 Gramm Fleisch täglich sind genug

The EAT-Lancet-Commission / sdg2advocacyhub.org/

Fleischherstellung besonders schädigend

Die erstellte Ernährungsempfehlung der Lancet-Studie macht besonders auf die übermäßige Fleischproduktion und deren schädliche Auswirkung auf das Klima aufmerksam. Die Fleischherstellung verbraucht hohe Mengen an Wasser, Futter-, Anbau,- und sonstige Ressourcen.

  • Dadurch verantwortet sie auch einen hohen Anteil der CO2-Emissionen und einen enormen ökonomischen Fußabdruck von 80 Prozent.
  • Die Protein-Bilanz der Fleischproduktion zeigt sich ebenfalls nicht nachhaltig: Zur Herstellung von einem Kilogramm Fleisch-Protein verbrauchen wir rund sechs Kilogramm pflanzliches Eiweiß. 

Dadurch kommt es zu weiteren Schäden auf die Umwelt wie:

  • der Verlust der Artenvielfalt
  • die Beeinträchtigung der Bodenfruchtbarkeit (z.B. durch Pflanzenschutzmittel)
  • der unverhältnismäßig hohe Gesamt-Energieverbrauch

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Europaweiter Ernährungsplan

Die Europäische Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat sich mit der Frage beschäftigt, ob länderspezifische Ernährungsempfehlungen notwendig sind. Dafür entwickelte sie Richtlinien für die Zufuhr von Energie, sowie Mikro- und Makronährstoffen.

  • Diese sind zu fast allen EU-Mitgliedstaaten ermittelt worden und decken die nationale Ernährungsempfehlung weitgehend ab. Das könnte die Erarbeitung nationaler Ernährungsempfehlungen ablösen.
  • Das heißt: Länderspezifische Nahrungsempfehlungen sind nicht mehr notwendig. Dabei stehen jedoch vor allem Strategien für die Reduzierung von Zucker, Salz und Fett im Vordergrund des politischen Handelns.
  • Inwiefern die Daten der EFSA umgesetzt werden, wird durch eine notwendige Überprüfung festgestellt. Diese soll unter anderem aufklären, ob es dadurch tatsächlich zu einer Reduzierung des Körpergewichts und ernährungsbedingter Krankheiten kommt.

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