Psychische Gesundheit

Mehr Liebe, weniger Hass: Was du gegen Selbsthass tun kannst

Du ertappst dich immer wieder dabei, wie du dich selbst verachtest und niedermachst? Wir zeigen dir, wie du deinen Selbsthass besiegen kannst.

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Selbsthass kann bei vielen Menschen das Leben bestimmen und zu Depressionen führen.
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Wir alle haben manchmal einen schlechten Tag oder eine schwierige Lebensphase, die uns an unseren eigenen Fähigkeiten zweifeln lässt. Dies ist zum Glück meist vorübergehend und verfliegt schnell wieder. Doch was passiert, wenn der Hass auf sich selbst dauerhaft bestehen bleibt und einen nur noch runterzieht?

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Was ist Selbsthass?

Selbstverachtung ist gegen sich selbst gerichteter Hass, der sich bei jedem Mensch anders auswirken kann.

  • Dies hängt oft mit komplizierten psychischen Mechanismen und der individuellen Persönlichkeit, sowie Lebensgeschichte der jeweiligen Person, zusammen.
  • Ein bestimmter Grund kann dafür eher selten festgelegt werden. Meist sicher ist jedoch, dass die Wurzel dafür in der Kindheit liegt.
  • Zu viel Kritik der Eltern oder Mobbing durch andere Kinder kann der Beginn der Spirale in den Selbsthass sein.

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6 Anzeichen für gefährlichen Selbsthass

  • Du hast Schuldgefühle: Du denkst dauernd an deine Fehler oder Situationen, in denen du etwas besser oder anders hättest machen können. Schuldgefühle können sich stark auf unsere Psyche auswirken und bei vielen auch zu Stress oder Schlaflosigkeit führen.
  • Du bist bindungsunfähig: Beziehungen halten bei dir meist nicht lange und du hast oft das Gefühl, dass du deinen Partner nicht verdienst. Außerdem hast du unglaublich große Angst davor einen geliebten Menschen zu verlieren und sind in Beziehungen krankhaft eifersüchtig.
  • Du bist nicht selbstbewusst: Du traust dir nichts zu, bist der Meinung, dass du ein Versager bist und in deinem Leben nichts erreichen kannst. Ein geringes Selbstbewusstsein kann vielen Menschen sogar die einfachsten Alltagssituationen erschweren.
  • Du leidest unter Depressionen: Du möchtest den ganzen Tag am liebsten im Bett verbringen, hast keine Motivation und fühlst dich durchgehend schlecht. Depressionen können in verschiedenen Formen auftreten und sollten unbedingt von einem Arzt behandelt werden.
  • Du leidest unter Phobien und Ängsten: Der Gedanke, dass du mit in manchen Situationen im Mittelpunkt stehen oder einfach mit fremden Menschen reden musst, löst Unwohlsein und Angst in dir aus. Dieses Verhalten kann dermaßen ausgeprägt sein, dass es zu Panikattacken führt.
  • Du verletzt dich selbst: Egal, ob körperlich oder psychisch, du findest immer einen Weg dir selbst zu schaden. Wenn dir etwas Schlimmes widerfährt, habe das Gefühl, es verdient zu haben.

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Den Hass besiegen

Äußert sich dein Selbsthass in Form von Selbstverletzung oder depressiven Verstimmungen, dann solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch die Anwendung der folgenden Tipps kann dazu beitragen, dass du dich besser fühlst:

  • Hassliste erstellen: Schreib' auf, was genau du wirklich an dir selbst hasst. Visualisiere deine Probleme und setze sie in Relation: Was muss ich wirklich ändern und was kann ich einfach als gegeben akzeptieren?
  • Erfolgsliste aufschreiben: Im Gegenzug zur ersten Liste solltest du auch aufschreiben, was du bisher in deinem Leben erreicht hast oder welche Stärken du besitzt. Sich auf das Positive zu konzentrieren, kann dabei helfen, sich selbst zu akzeptieren.
  • Selbstakzeptanz erlernen: Apropos akzeptieren, es ist auch sehr wichtig, realistisch zu bleiben und auch Dinge anzuerkennen, die sich nicht ändern lassen. Wichtig: Wir alle haben damit zu kämpfen, bestimmte Dinge so anzunehmen wie sie sind.
  • Selbstkritik einschränken: Menschen, die unter Selbsthass leiden, haben meist auch hohe Ansprüche an sich selbst und kritisieren alles, was sie tun. Setz' dir realistische Ziele! So kannst du lernen, die Kritik an dir selbst zu mindern und zufriedener zu sein.
  • Positives Umfeld aufbauen: Selbsthass wird nicht immer nur von der Person selbst "erweckt", oft spielt auch das Umfeld eine große Rolle dabei. Dauernörgler und Kritiker tun dir bestimmt nicht gut! Verbringe lieber Zeit mit Menschen, die du liebst und die dir ein gutes Gefühl geben.
  • Sich selbst Gutes tun: Die wichtigste Devise ist, sich selbst regelmäßig etwas Gutes zu tun. Also stärke dein Selbstwertgefühl, indem du dir deine Lieblingsschokolade kaufst oder einen Tag ohne Schuldgefühle auf dem Sofa verbringst.

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