Psychische Gesundheit

Studie: Nur Narzissten verschicken Dick Pics?

Oha, nun bestätigt eine Studie, was viele schon geahnt haben. 

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Studie: Was Dick Pics über den Mann aussagen
Björn Forenius / iStock

Ein einvernehmlich versendetes Dick Pic, also ein Foto des männlichen Geschlechtsteils, ist Privatsache. Verschicken Männer allerdings ungefragt ein Bild ihres "besten Stücks", schaut die Sache schon ganz anders aus. Doch genau das kommt mittlerweile relativ häufig vor: Vier von zehn Frauen haben bereits ein unerwünschtes Penisfoto erhalten. Eine Studie befasste sich nun mit den Beweggründen, die Männer zu diesem Verhalten veranlassen. Das Ergebnis ist wenig überraschend.

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Männer und die Sache mit den Dick Pics

Etwas, was noch vor zehn Jahren unvorstellbar war, ist heutzutage für viele junge Frauen Realität: Aus heiterem Himmel poppt ein Dick Pic via WhatsApp oder Facebook Messenger auf dem Smartphone auf. Im Rahmen einer britischen Studie wurden dazu 2.121 Frauen und 1.738 Männer im Alter zwischen 18 und 36 Jahren befragt. Interessant:

  • 46% der Frauen gaben an, schon einmal ein Penisfoto erhalten zu haben. Davon haben immerhin 89% nicht explizit danach gefragt.
  • Aber nur 22% der Männer gaben zu, schon einmal eines verschickt zu haben. Lediglich 5% gaben zu, es ungefragt verschickt zu haben.

Fazit: Männer sind exhibitionistisch veranlagt, geben es aber nicht gerne zu. Aber warum verschicken sie überhaupt Fotos ihrer Genitalien? Und was wollen sie damit bezwecken?

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Wozu überhaupt Dick Pics?

Die im Fachblatt The Journal of Sex Research veröffentlichte Studie "I'll Show You Mine so You'll Show Me Yours" untersuchte die Motivation dahinter; die Wissenschafter gingen der Frage auf den Grund, weshalb Männer Fotos ihrer Geschlechtsteile verschicken. Mittels Online-Umfrage befragten sie 1.087 Männer, gemessen wurden Persönlichkeitsmerkmale, die Aufschluss über Narzissmus, Exhibitionismus oder Sexismus geben sollten. Auch wurden sie zu ihren Beweggründen, ungefragt Genitalbilder zu verschicken, sowie zu den gewünschten Reaktionen der Empfängerin befragt.

Hier ein Auszug der Ergebnisse:

  • 43,6% der Männer gaben an, die Fotos in der Hoffnung zu verschicken, im Gegenzug ebenso ein Nacktbild zu erhalten.
  • 82% der Sender hofften, die Empfängerin mit dem Bild anzuturnen. 
  • 50% wollten bezwecken, dass die Empfängerin sich dadurch attraktiv fühlt.
  • 22% hofften, die Empfängerin würde sich dadurch wertgeschätzt fühlen.
  • Nur 18% gaben an, stolz auf ihren Penis zu sein oder es selbst anturnend zu finden, die Bilder zu verschicken.
  • 17% wollten damit schockieren,
  • 15% verängstigen,
  • 11% wollten damit Ekel auslösen.
  • Nur 10% gaben an, dass keine Reaktion schlimmer sei als eine negative Rückmeldung.

So weit, so gut. Die Antworten liefern Zündstoff für Psychologen. Manche Absender wollen bewusst negative Reaktionen hervorrufen und die Empfängerin einschüchtern, erschrecken und belästigen. Besonders die Aussagen, dass die intimen Bilder ihrer Genitalien positive Reaktionen bei der Empfängerin hervorrufen könnten, lassen narzisstische Züge vermuten. Narzissten sind von sich selbst überzeugt und denken, sie würden den Empfängerinnen damit Gutes tun. Auch kann man daraus schließen, dass der Absender das Bild an mehrere Empfänger gleichzeitig abschickt, um verhältnismäßig viele Rückmeldungen zu erhalten.

Bevor Männer auf den Senden-Button klicken, sollten sie sichergehen, ob so viel Einblick überhaupt erwünscht ist, denn die Grenze von einvernehmlichen Sexting zu sexueller Belästigung ist oft schwer erkennbar…

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