Ceramide und fettige Haut – Passt das wirklich zusammen?

Ceramide haben sich längst vom Dermatologie-Geheimtipp zum Hautpflege-Must-have entwickelt. Sie stehen für eine starke Hautbarriere, mehr Widerstandskraft und ein gesundes Hautbild – vor allem bei trockener und sensibler Haut. Doch sobald es um fettige Haut geht, kommt Skepsis auf. Noch mehr „Lipide“ auf einer Haut, die sowieso glänzt? Das klingt für viele nach verstopften Poren und der nächsten Pickelwelle. Genau hier liegt jedoch ein weit verbreiteter Irrtum. Denn fettige Haut ist fast nie einfach nur fettig – sie ist oft aus dem Gleichgewicht.

Fettige Haut ist nicht gleich gut versorgte Haut

Fettige Haut produziert mehr Talg als andere Hauttypen. Das ist bekannt. Was jedoch häufig übersehen wird: Talg ist nicht gleich Feuchtigkeit. Eine Haut kann glänzen und sich dennoch trocken, gespannt oder gereizt anfühlen. Dieses paradoxe Hautgefühl ist kein Zufall, sondern ein Hinweis auf eine gestörte Hautbarriere.

Viele Menschen mit fettiger Haut greifen zu stark reinigenden Produkten, alkoholhaltigen Tonern oder austrocknenden Anti-Akne-Wirkstoffen. Kurzfristig wirkt die Haut matter, doch langfristig gerät sie aus dem Gleichgewicht. Die Haut verliert Feuchtigkeit, fühlt sich angegriffen und reagiert mit noch stärkerer Talgproduktion. Ein klassischer Teufelskreis, der häufig zu Unreinheiten, erweiterten Poren und entzündlichen Hautzuständen führt.

Und genau an diesem Punkt werden Ceramide interessant.

Ceramide: Keine schweren Fette, sondern Hautarchitekten

Ceramide sind Lipide, die natürlicherweise in unserer Haut vorkommen. Sie sind ein zentraler Bestandteil der äußersten Hautschicht und machen dort bis zu 40 Prozent der Lipidstruktur aus. Ihre Aufgabe ist nicht, die Haut „fettig“ zu machen, sondern sie zusammenzuhalten.

Ceramide sind ein zentraler Bestandteil der Hautstruktur. Gemeinsam mit Cholesterin und Fettsäuren sorgen sie dafür, dass die Hautzellen fest verbunden bleiben. Fehlen diese Lipide, verliert die Haut an Stabilität: Feuchtigkeit kann leichter entweichen, während Reizstoffe, Bakterien und Umwelteinflüsse schneller in die Haut eindringen. Die Haut wird anfälliger, reagiert empfindlicher und gerät aus dem Gleichgewicht.

Ceramide haben also eine stabilisierende, schützende Funktion. Sie regulieren den Feuchtigkeitsverlust und stärken die Barriere, ohne die Poren zu verstopfen oder die Haut schwer wirken zu lassen.

Warum gerade fettige Haut häufig zu wenig Ceramide hat

Es mag überraschen, doch zahlreiche Studien zeigen, dass auch fettige und zu Akne neigende Haut einen verminderten Ceramidgehalt aufweisen kann. Der Grund liegt nicht im Hauttyp selbst, sondern in äußeren Einflüssen und Pflegegewohnheiten.

Aggressive Reinigungsroutinen, häufige Peelings, medizinische Aknebehandlungen, UV-Strahlung, Umweltstress und hormonelle Schwankungen greifen die Lipidstruktur der Haut an. Ceramide werden abgebaut oder nicht ausreichend nachgebildet. Die Haut verliert Feuchtigkeit und reagiert mit einer erhöhten Talgproduktion, um sich selbst zu schützen.

Das Ergebnis ist eine Haut, die gleichzeitig fettig und dehydriert ist – ein Zustand, der oft falsch interpretiert und entsprechend falsch behandelt wird.

@ginaseooo if you be looking greasy, you might not have oily skin… 😗 Products: @SKIN1004 US poremizing ampoule, @anua_global azelaic acid and rice ceramide serum, @PURITO SEOUL oat-in calming gel cream #purito #oatincalminggelcream #KoreanSkincare #GlowCream #Glowingskin #kbeauty #morningskincareroutine #morningroutine #SkincareRoutine #cysticacne #soobooji #sooboojiskintype #oilydehydratedskin #oilyskin #dryskin #comboskin #combinationskin #ViralMoisturizer #ViralCream #SkinTok ♬ original sound – gina

Ceramide als Ausgleich statt als Belastung

Hier liegt der entscheidende Punkt: Ceramide verschlimmern fettige Haut nicht, sie können sie regulieren. Indem sie die Hautbarriere reparieren, helfen sie der Haut, Feuchtigkeit zu speichern. Sobald die Haut ausreichend hydratisiert ist, muss sie weniger Talg produzieren, um sich zu schützen.

Das Hautbild wirkt langfristig ausgeglichener. Glanz nimmt ab, ohne dass die Haut ausgetrocknet wird. Rötungen und Irritationen gehen zurück, und die Haut fühlt sich widerstandsfähiger an. Dieser Effekt tritt nicht über Nacht ein, ist aber nachhaltig – und genau das unterscheidet Ceramide von vielen kurzfristig mattierenden Produkten.

Verstopfen Ceramide die Poren?

Eine der häufigsten Sorgen bei fettiger Haut ist die Angst vor verstopften Poren. Doch Ceramide selbst gelten als nicht komedogen. Sie ähneln den körpereigenen Hautlipiden so stark, dass sie von der Haut problemlos integriert werden.

Entscheidend ist nicht das Vorhandensein von Ceramiden, sondern die gesamte Formulierung eines Produkts. Eine sehr reichhaltige Creme mit schweren Ölen kann für fettige Haut ungeeignet sein – unabhängig davon, ob sie Ceramide enthält oder nicht. Leichte Texturen hingegen können Ceramide effektiv liefern, ohne die Haut zu beschweren.

Die richtige Formulierung macht den Unterschied

Fettige Haut profitiert besonders von ceramidhaltigen Produkten in leichter Form. Gele, Fluide, Seren oder moderne Emulsionen lassen sich gut in die Haut einarbeiten und hinterlassen kein schweres Gefühl. Sie stärken die Hautbarriere, ohne einen okklusiven Film zu bilden.

Besonders bewährt haben sich Ceramide wie Ceramid NP, AP oder EOP sowie verwandte Stoffe wie Phytosphingosin und Sphingosin. Diese unterstützen nicht nur die Barrierefunktion, sondern können auch entzündungshemmend wirken – ein klarer Vorteil für unreine Haut.

@self.skin @SKIN1004 Official @TORRIDEN US @dermalogica @laneigeca I hope this helps! Gel moisturizer are different from gel/cream moisturizers and I realize pure gel moisturizers are hard to find! Oily skin types need hydration too! ##oilyskin##oilyskintips##oilyskincare##gelmoisturizer##acnetips##acneskincare##acnecream##skincaretips##skincareproducts##viralskincare##skin1004##dermalogica##torriden ♬ original sound – Maja

So profitiert zu Akne neigende Haut

Akne wird häufig ausschließlich als Problem von Bakterien, Hormonen oder verstopften Poren betrachtet. Dabei spielt der Zustand der Hautbarriere eine entscheidende Rolle. Eine geschwächte Barriere begünstigt Entzündungen und verzögert die Heilung.

Viele klassische Aknewirkstoffe sind wirksam, aber austrocknend. Genau hier können Ceramide ihre Stärke zeigen. Sie helfen, Nebenwirkungen wie Schuppung, Brennen oder Rötungen zu reduzieren und ermöglichen es der Haut, sich während der Behandlung zu regenerieren. Deshalb empfehlen Dermatolog:innen zunehmend, Aknetherapien mit barrierestärkender Pflege zu kombinieren.

Ceramide und Feuchtigkeit

Ein häufiger Irrtum besteht darin, dass Ceramide Feuchtigkeit spenden. Tatsächlich binden sie keine Feuchtigkeit, sondern halten sie in der Haut. Deshalb funktionieren sie besonders gut in Kombination mit feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen wie Hyaluronsäure oder Glycerin.

Für fettige Haut bedeutet das: zuerst hydratisieren, dann stabilisieren. Eine gut durchfeuchtete und geschützte Haut kommt meist mit weniger Pflege aus – und wirkt deutlich ruhiger.

Bildquellen

  • Ceramide & fettige Haut: iStockphoto.com/ Marco VDM

Empfohlene Artikel

Melde dich für unseren Newsletter an

Keine Sorge, wir spamen dich nicht zu ;) Du bekommst 1-mal jede 2 Wochen die beliebtesten Beiträge und Videos von uns.