Spiegel der Seele: Wie die Psyche deine Haut beeinflusst

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Unterschätztes Problem

Die Wechselwirkung zwischen Psyche und Haut ist ein unterschätztes Problem. Während bekannt ist, dass sich (negative) Emotionen und Stress auf verschiedene Körperfunktionen auswirken können, werden die Auswirkungen auf die Haut oft übersehen. Unsere Haut spiegelt unsere Gefühle wider: Angst kann Gänsehaut verursachen, wir erblassen vor Schreck oder erröten vor Scham. Das Zusammenspiel von Körper und Seele zeigt sich an der Haut besonders deutlich – emotionale und seelische Konflikte, die wir nicht verarbeiten, können sie krank machen und so genannte psychosomatische Beschwerden auslösen.

Zusammenspiel von Körper und Seele

Auch wenn nicht jede Hautreaktion direkt von der Psyche beeinflusst wird, können Stress und Angst mehr Hautprobleme auslösen, als man denkt. Insbesondere chronischer Alltagsstress kann eine Vielzahl physiologischer Reaktionen im Körper auslösen, darunter Entzündungen und die Freisetzung von Botenstoffen wie Histamin. Dies wiederum kann den Juckreiz der Haut verstärken. Insgesamt ist die Datenlage noch dünn, aber es gibt immer mehr Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Stress und Hauterkrankungen. So beobachteten japanische Wissenschaftler nach dem schweren Erdbeben von Kobe 1995, dass sich bei fast 40 Prozent der rund 1500 Neurodermitiker, die in der Region lebten, die Krankheit massiv verschlimmerte. Mehrere Forschergruppen konnten in den letzten Jahren auch nachweisen, dass bei Stress eine enge Wechselwirkung zwischen Gehirn, Hormon- und Immunsystem besteht. Vieles spricht also dafür, dass unsere Gefühlslage das Immunsystem und damit auch den Verlauf vieler Hautkrankheiten beeinflussen kann.

Cortisol als Feind für die Haut

Das als Stresshormon bekannte Cortisol spielt eine entscheidende Rolle in der Hautgesundheit. Während kurzfristige Cortisolspitzen den Körper vor Bedrohungen schützen können, kann chronischer Stress zu einer übermäßigen Ausschüttung führen, was sich negativ auf die Haut auswirken kann. Ein erhöhter Cortisolspiegel führt deshalb zu Hautproblemen wie Akne, Ekzemen und kann zudem zu einer vorzeitigen Hautalterung führen.

Bewältigungsstrategien

Die Auseinandersetzung mit Stress und emotionalen Belastungen trägt wesentlich zur Linderung des Juckreizes und zur Verbesserung des Hautbildes bei. Das klingt natürlich einfacher gesagt, als getan. Trotzdem kannst du anfangs mit Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder Atemübungen versuchen, deinen Stress zu verringern. Dann ist es hilfreich, eine Liste mit möglichen Stressoren zu erstellen, um sie aktiv zu erkennen und zu bewältigen. Hilfreich könnte auch sein, Strategien zu entwickeln, wie du mit ihnen umgehen kannst – sei es durch Zeitmanagement, soziale Unterstützung oder professionelle Hilfe. Darüber hinaus ist es wichtig, negative Selbstgespräche zu vermeiden und sich selbst mit Mitgefühl zu behandeln, um ein positives Körpergefühl zu fördern. Wichtig ist auch der Blick auf die Hormone: Bei Frauen spielt der Zyklus eine große Rolle für die Haut. Und vor allem: dein Smartphone täglich desinfizieren – denn das kann zu einer wahren Bakterienschleuder werden.

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