Ein neuer Datingtrend sorgt gerade in sozialen Netzwerken für Diskussionen: Auf den ersten Blick klingt der Begriff witzig, dahinter steckt jedoch ein ernstes Phänomen: Shrekking.
Dabei wählen Menschen bewusst Partner, die sie selbst als weniger attraktiv oder begehrt einschätzen – um sich emotional abzusichern. In einer Welt voller Swipe-Kultur und oberflächlicher Begegnungen wirkt dieser Trend für viele wie ein cleverer Selbstschutz.
Was genau bedeutet Shrekking?
Shrekking beschreibt das strategische Dating-Verhalten, bei dem Menschen gezielt einen „sicheren“ Partner wählen. Ziel ist es, emotionale Risiken zu minimieren. Wer schon einmal Ghosting, Zurückweisung oder eine plötzliche Trennung erlebt hat, sucht nach Stabilität. Shrekking bietet diese scheinbare Sicherheit: weniger Konkurrenz, mehr Wertschätzung und eine geringere Gefahr, verletzt zu werden.
Psychologisch betrachtet hängt Shrekking eng mit Bindungsängsten und Selbstwertgefühl zusammen. Menschen, die Angst vor Ablehnung haben, wählen Partner, bei denen die Wahrscheinlichkeit gering ist, enttäuscht zu werden. Wer den „perfekten Traumtypen“ datet, riskiert Herzschmerz; wer den „weniger begehrten“ Partner wählt, fühlt sich sicherer. Shrekking ist also ein Schutzmechanismus gegen emotionale Verletzungen.
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So funktioniert Shrekking: Chancen und Risiken
Typischerweise bedeutet Shrekking: Man entscheidet sich bewusst für jemanden, der äußerlich oder sozial weniger attraktiv erscheint. Das Ergebnis: Der Partner wirkt dankbarer, investiert mehr Mühe und zeigt Wertschätzung. Viele Shrekker berichten, dass sie sich dadurch weniger austauschbar und mehr geschätzt fühlen. Doch Vorsicht: Gefühle und Chemie können darunter leiden, wenn die Beziehung nur aus Sicherheitsgründen entsteht.
Shrekking hat Vor- und Nachteile. Positiv: Es kann helfen, eigene Ängste zu erkennen und sich bewusst zu hinterfragen. Negativ: Beziehungen, die nur aus Angst vor Zurückweisung entstehen, sind oft weniger erfüllend. Wer dauerhaft aus Sicherheitsgründen datet, kann das Selbstwertgefühl gefährden und langfristig echte Intimität verpassen.
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Strategien für gesunde Beziehungen trotz Angst
Die heutige Datingwelt fördert Unsicherheiten: kurze Nachrichten, schnelle Entscheidungen und ständige Vergleichbarkeit auf Apps wie Tinder oder Bumble prägen unser Verhalten. Shrekking ist eine direkte Reaktion auf diese Dynamik. Es zeigt, wie sehr Angst und Vorsicht das Dating beeinflussen, und stellt die Frage: Datet man aus Liebe oder aus Sicherheitsdenken?
Wer Shrekking als Warnsignal erkennt, kann es nutzen, um bewusster zu daten. Fragen wie „Warum wähle ich diesen Partner?“ oder „Was sind meine echten Bedürfnisse?“ helfen, authentische Entscheidungen zu treffen. Selbstreflexion, klare Kommunikation und Geduld sind wichtig, um trotz Ängsten erfüllende und stabile Beziehungen aufzubauen.
Beziehungsunfähig durch Dating-Trends?
Dating-Trends wie Shrekking, Ghosting oder Situationships zeigen, wie komplex und verwirrend das Liebesleben (junger) Menschen geworden ist. Viele versuchen, ihr Verhalten anhand klassischer Bindungstypen einzuordnen: sicher gebunden, ängstlich gebunden oder vermeidend gebunden. Sicher gebundene Menschen fühlen sich wohl in Nähe und Unabhängigkeit, ängstlich gebundene Menschen suchen Nähe, fürchten aber Ablehnung und vermeidend gebundene Menschen – oft auch als bindungsängstlich bezeichnet – halten Distanz, um sich emotional zu schützen.
Doch in der Realität sind diese Kategorien alles andere als eindeutig. Viele junge Menschen passen nicht sauber in eine Schublade und Trends wie Shrekking können diese Einteilungen sogar noch verwirrender machen. Labels wie „ängstlich“ oder „vermeidend“ werden zudem oft als Erklärung oder Ausrede benutzt, anstatt sich tatsächlich mit den eigenen Ängsten oder Bedürfnissen auseinanderzusetzen.
So entsteht eine paradox wirkende Situation: Die Trends sollen Orientierung geben, führen aber gleichzeitig dazu, dass junge Menschen sich noch stärker in Kategorien gefangen fühlen, anstatt authentische Beziehungen zu erleben.
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Bildquellen
- Shrekking als Dating Trend bei Gen Z: Pavlo Plakhotia/ istockphoto.com
