Glow vs. Hautstress: Ist Make-up wirklich schlecht für die Haut?

Ein ebenmäßiger Teint, frische Wangen, betonte Augen – Make-up kann unser Erscheinungsbild in wenigen Minuten verändern. Ein Griff zum Pinsel, ein Hauch Foundation, etwas Mascara, und plötzlich wirkt der Blick wacher, das Gesicht harmonischer, das Selbstbewusstsein größer. Für viele ist Schminken Teil der morgendlichen Routine, für andere ein kreatives Ritual oder ein Moment der Selbstfürsorge. Doch was macht es eigentlich mit unserer Haut? Ist tägliches Schminken harmlos – oder setzen wir unsere Haut dabei dauerhaft unter Stress?

Was auf die Haut kommt, kommt auch in die Haut

Unsere Haut ist weit mehr als eine dekorative Oberfläche. Sie ist das größte Organ des menschlichen Körpers und übernimmt lebenswichtige Aufgaben. Sie schützt uns vor Krankheitserregern, Umweltgiften, UV-Strahlung und Austrocknung, reguliert die Körpertemperatur und ist eng mit unserem Immunsystem verbunden.

Alles, was wir regelmäßig auf die Haut auftragen, interagiert mit dieser Schutzbarriere. Make-up bleibt dabei oft viele Stunden auf der Haut – länger als jede Pflegecreme. Entsprechend groß kann sein Einfluss sein, im Guten wie im Schlechten.

Was steckt eigentlich im Make-up?

Ein Blick auf die Rückseite eines Make-up-Produkts zeigt schnell: Die Liste der Inhaltsstoffe ist oft lang und kompliziert. Konservierungsstoffe sorgen für Haltbarkeit, Farbpigmente für Deckkraft, Duftstoffe für ein angenehmes Gefühl, chemische Verbindungen für eine gleichmäßige Textur.

Einige dieser Inhaltsstoffe stehen im Verdacht, die Haut zu reizen oder hormonell wirksam zu sein. Zwar sind sie in geringen Mengen enthalten und gesetzlich reguliert, doch Make-up wird häufig täglich und über viele Jahre hinweg genutzt. Die langfristigen Auswirkungen dieser Dauerbelastung sind noch nicht vollständig erforscht – ein Grund, genauer hinzuschauen.

Die ersten Anzeichen einer gestörten Hautbarriere

Nicht jede Reaktion tritt sofort auf. Häufig zeigt die Haut erst nach Wochen oder Monaten erste Warnsignale. Spannungsgefühle, Rötungen, Juckreiz oder ein fahler Teint werden oft als „empfindliche Haut“ abgetan, obwohl sie Hinweise auf eine überlastete Hautbarriere sind.

Besonders Duftstoffe, Konservierungsmittel und Farbstoffe gehören zu den häufigsten Auslösern von Reizungen. Wird die Hautbarriere geschwächt, verliert die Haut Feuchtigkeit und wird anfälliger für weitere Irritationen. Ein Teufelskreis, der sich nur schwer durchbrechen lässt, wenn man die Ursache nicht erkennt.

Kann Make-up die Haut altern lassen?

So paradox es klingt: Make-up, das Falten verbergen soll, kann bei falscher Anwendung die Hautalterung beschleunigen. Trocknende Texturen, ständige Reibung beim Auftragen und Entfernen sowie unzureichendes Abschminken belasten die Haut.

Entzündliche Prozesse und eine geschwächte Hautbarriere fördern feine Linien, Elastizitätsverlust und einen müden Teint. Besonders kritisch wird es, wenn Make-up über Nacht auf der Haut bleibt – denn gerade nachts regeneriert sich die Haut.

@pilpals.nutrients A lot of us wear makeup every day. But did you know that makeup can speed up aging skin and can cause wrinkles, dry skin, and acne? Here are some reminders to keep your skin healthy, clear and young! #antiagingskincare #collagenpowder #skincaretips #skinhealth #healthyskin #wellness ♬ original sound – PilPals Wellness

Verstopfte Poren und der Mythos vom perfekten Teint

Foundation, Primer und Concealer sollen Unebenheiten ausgleichen und Poren optisch verschwinden lassen. In der Realität können sie genau das Gegenteil bewirken. Viele Produkte legen sich wie ein feiner Film auf die Haut und erschweren es Talg und Schweiß, abzufließen.

Die Folge sind verstopfte Poren, Mitesser und entzündliche Unreinheiten – besonders bei fettiger Haut oder Mischhaut. Wer versucht, diese wiederum mit noch mehr Make-up zu kaschieren, gerät schnell in eine Spirale aus Abdecken und Verschlimmern.

Welche Inhaltsstoffe du im Make-up besser meiden solltest

  • Duftstoffe (Parfum, Fragrance): Sie sorgen zwar für einen angenehmen Geruch, gehören aber zu den häufigsten Auslösern von Hautreizungen und Kontaktallergien – besonders bei empfindlicher oder gereizter Haut.
  • Parabene: Diese Konservierungsstoffe stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein und das empfindliche Gleichgewicht des Körpers zu beeinflussen.
  • Phthalate: Sie werden eingesetzt, um Produkte geschmeidiger zu machen, gelten jedoch als mögliche endokrine Disruptoren und sind daher umstritten.
  • Triclosan: Ein antibakterieller Wirkstoff, der das natürliche Hautmikrobiom stören und bei regelmäßiger Anwendung problematisch sein kann.
  • Schwermetalle (z. B. Nickel, Chrom, Blei): Sie kommen häufig als Verunreinigungen in Farbpigmenten vor und können bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen.
  • Stark alkoholhaltige Inhaltsstoffe: Hoch dosierter Alkohol kann die Haut austrocknen, die Hautbarriere schwächen und Reizungen begünstigen.
  • Komedogene Inhaltsstoffe: Bestimmte Öle oder Wachse können Poren verstopfen und Akne oder Unreinheiten fördern – besonders bei fettiger oder zu Akne neigender Haut.

Make-up und Pflege kombinieren

Trotz aller Kritik wäre es falsch, Make-up pauschal zu verurteilen. Moderne Kosmetik kann durchaus positive Effekte haben. Viele Foundations und getönte Cremes enthalten integrierten Sonnenschutz, der im Alltag einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor UV-Strahlung leistet.

Darüber hinaus verschwimmen die Grenzen zwischen Make-up und Hautpflege zunehmend. Feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe, hautberuhigende Wirkstoffe oder sogar Anti-Aging-Komponenten sind heute in vielen Produkten enthalten. Richtig gewählt, kann Make-up die Haut sogar unterstützen.

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Warum der Hauttyp alles bestimmt

Ob Make-up gut oder schlecht wirkt, hängt stark vom individuellen Hauttyp ab. Trockene Haut braucht reichhaltigere Texturen, während fettige Haut leichtere Formulierungen besser verträgt. Was bei der einen Person für Glow sorgt, kann bei einer anderen Unreinheiten auslösen.

Deshalb ist es wichtiger, die eigene Haut zu kennen, als aktuellen Trends zu folgen. Make-up sollte sich der Haut anpassen – nicht umgekehrt.

Die Rolle der richtigen Anwendung

Selbst das beste Produkt kann schaden, wenn es falsch verwendet wird. Make-up, das zu lange auf der Haut bleibt oder nicht gründlich entfernt wird, belastet die Haut unnötig. Besonders Augen-Make-up kann bei schlechter Reinigung zu Reizungen oder Infektionen führen.

Eine sorgfältige Abschminkroutine ist daher kein Luxus, sondern Voraussetzung für gesunde Haut.

Achte auf die Hygiene

Schmutzige Pinsel, alte Produkte und offene Tiegel sind ideale Brutstätten für Bakterien. Wer hier nachlässig ist, riskiert Hautreizungen und Infektionen. Regelmäßiges Reinigen der Werkzeuge und das rechtzeitige Entsorgen alter Produkte schützen nicht nur die Haut, sondern auch die Augen.

Deine Haut braucht Pausen

Die Haut braucht Zeit zur Regeneration. Make-up-freie Tage geben ihr die Möglichkeit, sich zu erholen und ihr natürliches Gleichgewicht wiederzufinden. Schon ein oder zwei Tage pro Woche können einen spürbaren Unterschied machen.

Diese Pausen bedeuten keinen Verzicht, sondern bewussten Umgang – und genau darin liegt der Schlüssel.

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Bildquellen

  • Make-up: iStockphoto.com/ PeopleImages

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