Pohaare rasieren: Tricks, Pflege und die häufigsten Fehler

Wenn es um Körperhaare geht, gibt es selten ein Mittelmaß. Beine ja, Achseln ja, Intimbereich vielleicht – aber was ist eigentlich mit dem hinteren Bereich, den Pohaaren? Die Frage, ob man sie rasieren sollte oder besser lässt, ist überraschend komplex. Zwischen gesellschaftlichen Normen, ästhetischen Vorlieben und gesundheitlichen Risiken tummeln sich viele Mythen und Unsicherheiten.

Pohaare – nur lästig oder doch nützlich?

Zunächst einmal: Pohaare sind völlig normal. Sie wachsen bei Männern wie bei Frauen und erfüllen durchaus eine Funktion. Die Haare rund um den Anus schützen die Haut vor Reibung, verhindern Hautirritationen und können sogar helfen, die Haut trocken zu halten.

Trotzdem finden viele Menschen Pohaare eher störend. Im Alltag oder bei intimen Momenten kann das schon mal unangenehm sein – vor allem, wenn man glatte Haut als gesellschaftliches Ideal verinnerlicht hat. Auch Partnerpräferenzen spielen eine Rolle: Während manche glatte Haut attraktiver finden, akzeptieren andere die natürliche Behaarung problemlos. Am Ende ist es also vor allem eine Frage des persönlichen Komforts.

Warum das Rasieren tricky sein kann

Pohaare zu rasieren ist nicht so einfach wie Beine oder Achseln. Der Bereich hinten ist schwer einsehbar, die Pobacken sind gekrümmt und die Haut ziemlich empfindlich. Das erschwert es, die Klinge gleichmäßig zu führen, und steigert das Risiko für Rasierpickel, kleine Schnitte oder eingewachsene Haare.

Ein weiterer Punkt: Bakterien. Der Bereich ist warm und feucht, was ihn zu einem kleinen Paradies für Mikroorganismen macht. Kleine Schnitte können daher schnell gereizt werden oder sich entzünden. Es ist also nicht unmöglich, Pohaare zu rasieren – man muss nur wissen, wie es richtig geht.

Schritt-für-Schritt: Pohaare sicher rasieren

Wenn du dich entscheidest, die Haare zu entfernen, geh Schritt für Schritt vor. So bleibt alles möglichst ungefährlich und sauber:

1. Sauberkeit zuerst
Vor der Rasur solltest du gründlich duschen oder den Bereich reinigen. Schweiß, Schmutz oder kleine Rückstände könnten sonst die Haut reizen oder eine Infektion begünstigen.

2. Haare kürzen
Lange Haare lassen sich schwer rasieren. Mit einem Trimmer oder einer kleinen Schere die Haare zuerst kürzen, dann geht die Rasur leichter und schonender.

3. Gleitfilm auftragen
Rasiergel, Schaum oder Creme sorgt dafür, dass die Klinge sanft über die Haut gleitet. Das reduziert Reizungen und macht die Rasur angenehmer.

4. Den richtigen Rasierer wählen
Ein kleiner Ein- oder Zwei-Klingen-Rasierer eignet sich am besten für die gewölbte Fläche. Achte darauf, dass die Klinge scharf ist – stumpfe Klingen reißen eher an den Haaren und erhöhen die Gefahr für Schnitte und Pickel.

5. Position finden
Eine stabile Position ist wichtig. Ein Bein auf die Badewanne stellen oder einen Handspiegel auf den Boden legen und darüber hocken, hilft, alles gut zu sehen. Verrenkungen sind zwar nötig, aber Präzision ist wichtiger als Geschwindigkeit.

@grosseschwestersarah Richtig rasieren – girltalk und erklärung für mädchen/frauen 🌝🤫🎀 #shave #girltalk #erklärung #frau #hygiene ♬ wii – かざの弟アカウント

6. In Wuchsrichtung rasieren
Rasier immer in Wuchsrichtung – also vom Anus nach außen. Langsame, sanfte Bewegungen vermeiden Reizungen, Rasierpickel und eingewachsene Haare. Druck vermeiden!

7. Nach der Rasur pflegen
Abspülen, sanft abtrocknen und dann eine beruhigende Pflegecreme auftragen, z. B. Vaseline oder Aloe Vera. Lockere Kleidung in den nächsten Stunden reduziert Reibung.

Risiken, die man kennen sollte

Auch mit Vorsicht kann einiges passieren. Rasierpickel, kleine Schnitte oder eingewachsene Haare sind die Klassiker. Sie jucken, können schmerzen und sehen nicht gerade sexy aus. Häufiges Rasieren trocknet außerdem die Haut aus und macht sie empfindlicher.

Wer den Bereich zu oft rasiert, riskiert Rötungen, Reizungen – und in seltenen Fällen kann es sogar zu einem Pilonoidalabszess kommen, einer kleinen, schmerzhaften Entzündung in der Nähe des Steißbeins, die meist durch eingewachsene Haare oder Bakterien entsteht. Ein Grund mehr, beim Rasieren vorsichtig zu sein und die Haut gut zu pflegen.

@medsri Warum du deine Pohaare nicht rasieren solltest? #medsrierklärt ♬ Originalton – Sri

Alternativen zur Rasur

Keine Lust auf Risiken? Kein Problem. Haare kürzen oder trimmen reduziert das Volumen, hält aber die Haut geschützt. Waxing oder Laser-Haarentfernung halten die Haare länger fern, sind aber schmerzhaft und sollten besser von Profis durchgeführt werden. Enthaarungscremes können in der Nähe des Anus reizen und allergische Reaktionen auslösen – also Vorsicht!

Psychologische und soziale Aspekte

Die Entscheidung, Pohaare zu entfernen, ist oft mehr als eine Frage von Hygiene. Sie hängt stark von Trends, gesellschaftlichen Vorstellungen und persönlichen Vorlieben ab. Glatte Haut wird vielerorts als sauberer oder attraktiver angesehen, aber immer mehr Menschen akzeptieren natürliche Behaarung. Letztlich sollte die Entscheidung also bei dir liegen – und nicht bei äußeren Erwartungen.

Mythen über Pohaare

Es kursieren viele falsche Vorstellungen. Zum Beispiel: „Pohaare sind unhygienisch.“ Unsinn. Solange der Bereich sauber gehalten wird, ist alles gut. Auch die Vorstellung, dass Pohaare Krankheiten verursachen, stimmt nicht – sie schützen die Haut sogar teilweise. Und: Niemand muss Pohaare entfernen, weder Männer noch Frauen.

Rasieren – Ja oder Nein?

Die ehrliche Antwort: kommt darauf an.

Wenn du Risiken scheust, trimm die Haare oder lass sie einfach wachsen. Wenn du glatte Haut willst, kannst du sie vorsichtig entfernen – Hauptsache, Hygiene, Technik und Pflege stimmen. Waxing oder Laser sind auch Optionen, am besten von Profis durchgeführt.

Am Ende gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Es ist dein Körper, deine Haare und deine Entscheidung.

Bildquellen

  • Pohaare rasieren: iStockphoto.com/ RyanJLane

Empfohlene Artikel

Melde dich für unseren Newsletter an

Keine Sorge, wir spamen dich nicht zu ;) Du bekommst 1-mal jede 2 Wochen die beliebtesten Beiträge und Videos von uns.