Fasten – für manche ein alter Brauch, für andere das Upgrade für Körper und Geist. In Österreich hat sich die Fastenroutine mächtig gewandelt: Früher bestimmte Religion oder gesellschaftlicher Druck, heute zählt nur noch, was dir selbst guttut. Es geht darum, bewusst zu essen, den Konsum zu checken und kleine Wohlfühlpausen in den Alltag einzubauen. Kein Verbieten aus Pflichtgefühl, sondern clevere Entscheidungen für mehr Energie, Klarheit und Balance – ganz nach deinem Rhythmus. Fasten ist heute Lifestyle, kein Muss.
Die Fastenzeit verliert ihre gesellschaftliche Norm
Noch vor wenigen Jahrzehnten war Fasten fest in der österreichischen Kultur verankert. Die 40-tägige Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern galt als Pflichtprogramm für Gläubige, begleitet von strikten Regeln: kein Fleisch, kein Genussmittel, Verzicht auf bestimmte Lebensfreuden.
Doch die Zeiten ändern sich: Laut der aktuellen Umfrage von Thermomix® Österreich in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut TQS haben 46 Prozent der Österreicher:innen noch nie gefastet, und weitere 22 Prozent planen in diesem Jahr keinen Verzicht.
Damit wird deutlich: Für den Großteil der Bevölkerung spielt die Fastenzeit keine zentrale Rolle mehr. Fasten ist längst keine gesellschaftliche Norm mehr – es ist eine bewusste Entscheidung, ein Instrument, um sich selbst etwas Gutes zu tun.
„Die Ergebnisse zeigen sehr klar, dass Fasten heute vor allem als bewusste Pause verstanden wird – nicht als Verzicht um jeden Preis, sondern als Chance, dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun“, erklärt Julia Menzl von Thermomix® Österreich. Viele Menschen möchten gesünder essen, achtsamer konsumieren und trotzdem den Alltag genießen. Genau hier setzt das moderne Fasten an.
Gesundheit und Wohlbefinden im Fokus
Die Umfrage zeigt, dass die Gründe fürs Fasten vor allem modern geprägt sind: 65 Prozent fasten, um ihre körperliche Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu steigern. 43 Prozent wollen durch Fasten Gewicht reduzieren, und 35 Prozent nutzen die Fastenzeit, um ihren Konsum bewusster zu gestalten. Religiöse oder traditionelle Hintergründe spielen hingegen nur noch eine untergeordnete Rolle.
Dieser Wandel spiegelt eine größere gesellschaftliche Entwicklung wider: Gesundheit, Fitness und Achtsamkeit stehen immer mehr im Zentrum des Lebensstils vieler Menschen.
Weniger ist mehr
Die Art des Fastens hat sich ebenfalls verändert. Früher ging es darum, möglichst viele Dinge auf einmal zu streichen – Fleisch, Süßigkeiten, Alkohol, Genussmittel aller Art. Heute sieht modernes Fasten pragmatischer aus. Laut der Umfrage verzichten Fastende am häufigsten auf Alkohol (42 Prozent) und Zucker (41 Prozent). Snacks wie süße, salzige oder saure Leckereien stehen bei 37 Prozent auf der Liste. Weniger verbreitet ist der Verzicht auf Koffein (7 Prozent) oder Nikotin (11 Prozent).
Fasten wird nicht mehr als Diät verstanden, sondern als bewusste Reduktion einzelner Konsumgewohnheiten. Es geht darum, den eigenen Alltag besser zu gestalten, Gewohnheiten zu reflektieren und Genuss ohne Reue zu ermöglichen. Dieser Ansatz macht Fasten alltagstauglich und attraktiv – selbst für jene, die sonst wenig mit strikten Regeln anfangen können.
Positive Effekte: Körper, Geist und Energie
Die positiven Effekte des Fastens sind für die Mehrheit spürbar. Fast die Hälfte der Befragten berichtet von einem gesteigerten körperlichen Wohlbefinden (48 Prozent), mehr als ein Drittel (36 Prozent) von Gewichtsreduktion. Rund 30 Prozent verspüren mehr Energie im Alltag. Negative Begleiterscheinungen wie körperliche Beschwerden (9 Prozent) oder Gereiztheit (6 Prozent) treten nur selten auf.
Damit bestätigt sich ein Kernprinzip des modernen Fastens: Es geht um Wohlbefinden, Energie und Balance – nicht um Härte oder Verzicht. Wer bewusst auf bestimmte Nahrungsmittel oder Konsumgüter verzichtet, erlebt häufig, dass der Körper und der Geist aufatmen. Es entsteht Raum für Achtsamkeit, Selbstreflexion und neue Gewohnheiten.
Eine bewusste Pause im Alltag
Was macht Fasten für viele so attraktiv? Es ist die Idee der Pause – eine bewusste Unterbrechung des gewohnten Alltags. Statt ständigem Konsum, Stress und Reizüberflutung bietet Fasten die Chance, innezuhalten und sich auf sich selbst zu konzentrieren. Wer bewusst auf Alkohol oder Zucker verzichtet, der spürt nicht nur körperliche Effekte, sondern auch mentale Klarheit und eine stärkere Wahrnehmung des eigenen Konsums.
Für viele ist diese Pause kein strenger Verzicht, sondern eine Einladung: zu reflektieren, zu genießen und neue Routinen auszuprobieren. Moderne Fastenpraktiken wie der Verzicht auf bestimmte Snacks oder das Einhalten kleiner Fastenfenster sind bewusst alltagstauglich gestaltet – ohne dass Genuss oder soziale Teilhabe verloren gehen.
Fasten in verschiedenen Formen
Die Umfrage zeigt, dass Fasten heute sehr individuell interpretiert wird. Während 6 Prozent die klassische 40-tägige Fastenzeit einhalten (ohne Sonntage), fasten andere an bestimmten Wochentagen (6 Prozent) oder nur für kurze Zeiträume wie 1–2 Wochen (5 Prozent). Rund 8 Prozent fasten regelmäßig, unabhängig von traditionellen Terminen.
Diese Vielfalt zeigt: Fasten ist kein Einheitsmodell mehr. Es gibt keine festen Regeln, keine gesellschaftliche Verpflichtung – nur persönliche Entscheidungen. Wer fastet, entscheidet selbst, wann, wie lange und in welcher Form.
Bewusster Konsum
Ein spannender Trend, den die Umfrage offenbart, ist die Verbindung von Fasten und bewussterem Konsum. Über ein Drittel der Befragten nutzt die Fastenzeit, um weniger zu konsumieren oder den eigenen Konsum zu reflektieren. Das kann bedeuten, auf unnötige Snacks zu verzichten, den Einkauf bewusster zu planen oder schlicht den Alltag zu entschleunigen.
Dieser Ansatz zeigt, dass Fasten weit über den reinen Nahrungsverzicht hinausgeht. Es wird zum Werkzeug für nachhaltige Lebensweise, Selbstfürsorge und achtsame Entscheidungen – ein klarer Trend in Richtung „Mindful Living“.
Modernes Fasten und Genuss vereint
Viele Menschen scheuen sich davor, Fasten als strenge Entbehrung zu verstehen. Die Kombination von Fasten mit modernen Kochmöglichkeiten, wie sie Thermomix® bietet, zeigt jedoch: Genuss und Alltagstauglichkeit müssen kein Widerspruch sein. Das Rezeptportal Cookidoo® bietet zahlreiche gesunde Rezepte, die den Verzicht erleichtern, ohne Geschmack oder Freude am Essen einzuschränken.
So wird Fasten nicht zu einem starren Programm, sondern zu einer Chance, neue Rezepte auszuprobieren, kreative Mahlzeiten zu planen und dabei den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen.
Fasten im Wandel der Zeit
Was früher religiöse Pflicht war, ist heute Ausdruck eines Lebensstils, der Gesundheit, Achtsamkeit und Genuss verbindet. Die österreichische Fastenlandschaft zeigt deutlich: Traditionelle Vorgaben verlieren an Gewicht, während Selbstbestimmung, Gesundheit und bewusstes Leben in den Vordergrund rücken.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Fasten ist für viele keine gesellschaftliche Norm mehr, sondern eine persönliche Entscheidung. Wer fastet, tut es nicht, weil es „sein muss“, sondern weil es gut tut – für Körper, Geist und Seele.
Bildquellen
- Fasten: iStockphoto.com/ nensuria
