Tabuthema Masturbation: Warum Frauen besonders in den Wechseljahren davon profitieren

Masturbation und die Wechseljahre – zwei Themen, über die kaum jemand offen spricht. Dabei sind sie für das Wohlbefinden vieler Frauen mehr als nur wichtig – gerade in einer Lebensphase voller körperlicher, hormoneller und emotionaler Veränderungen.

Viele Frauen fühlen sich in dieser Zeit besonders allein gelassen, wissen nicht, welche Möglichkeiten der Selbstfürsorge ihnen wirklich helfen könnten – und darüber zu sprechen, fällt oft schwer. Eine neue Studie von Womanizer in Zusammenarbeit mit dem Kinsey Institute beleuchtet beide Tabuthemen und die Zahlen sprechen für sich.

Wechseljahre und das medizinische Schweigen

Die Menopause – oder auch Wechseljahre genannt – bringt für viele Frauen eine Reihe körperlicher und emotionaler Veränderungen mit sich: Hitzewallungen, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen, Energiemangel oder Konzentrationsschwierigkeiten sind nur einige der häufigsten Beschwerden. Laut der Womanizer-Studie gaben 97 % der befragten Frauen an, mindestens eine dieser Beschwerden bei sich zu beobachten.

Trotzdem fühlen sich viele Frauen von Ärzt:innen übergangen und uninformiert: In der medizinischen Ausbildung wird Frauengesundheit oft vernachlässigt, und Gespräche über Lust und Selbstfürsorge finden kaum statt. Das Schweigen über Sexualität und Selbstliebe verstärkt das Gefühl der Isolation – und verhindert, dass Frauen einfache, wirksame Methoden zur Linderung ihrer Beschwerden kennenlernen.

Masturbation als effektives Werkzeug

Hier setzt die neue Studie an und zeigt: Masturbation ist weit mehr als ein sexuelles Vergnügen. Nach vier Wochen regelmäßiger Nutzung eines Klitorisstimulators berichteten 92,9 % der Frauen von einer Verbesserung mindestens eines Symptoms. Besonders entscheidend war dabei der Orgasmus. Er sorgt für die Ausschüttung von Endorphinen und Oxytocin – Hormone, die Stress abbauen, die Stimmung heben, den Schlaf verbessern und für mehr Energie sorgen.

Frauen, die Masturbation in ihren Alltag integrieren, profitieren also auf mehreren Ebenen: körperlich, emotional und mental. Hitzewallungen können nachlassen, die Konzentration steigt, die Stimmung bessert sich, und das allgemeine Wohlbefinden nimmt deutlich zu.

 

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Die Lücke in der medizinischen Beratung

Trotz dieser klaren Vorteile bleibt Masturbation in der klinischen Praxis weitgehend ein Tabuthema. Nur 3 % der befragten Frauen gaben an, dass ihr Arzt/ihre Ärztin jemals mit ihnen darüber gesprochen habe. Dagegen wurde die Menopause im Allgemeinen bei 61,2 % der Frauen besprochen.

Dabei zeigen die Zahlen auch, dass Frauen bereits eigenständig Wege gefunden haben: 36 % erleben durch Masturbation eine Linderung ihrer Symptome, jede zehnte Frau nutzt sie sogar als Hauptstrategie. Fast ein Drittel (28,4 %) gibt an, regelmäßig Selbstbefriedigung als Mittel zur Symptomkontrolle einzusetzen. Die Diskrepanz zwischen Offenheit und ärztlicher Beratung macht deutlich, dass diese wirksame Methode bisher systematisch übersehen wird.

Körperliche und psychische Vorteile von Selbstbefriedigung

Masturbation wirkt auf mehreren Ebenen: Physisch verbessert sie die Durchblutung im Beckenbereich und steigert die Empfindlichkeit, psychisch sorgt sie für Stressabbau, bessere Stimmung und ein gesteigertes emotionales Gleichgewicht. Endorphine wirken wie körpereigene Schmerzmittel, Oxytocin reduziert Ängste und fördert Entspannung.

In den Wechseljahren sind diese Effekte besonders wertvoll: Frauen berichten von besserem Schlaf, mehr Energie, gesteigerter Konzentration und einem insgesamt größeren Gefühl von Wohlbefinden. Masturbation wird so zu einem einfachen, sicheren und effektiven Werkzeug, um den eigenen Körper in dieser Phase aktiv zu unterstützen.

Gesellschaftliches Tabu und Forschungslücken

Warum sprechen wir trotzdem so selten darüber? Lust ist in der Medizin noch immer ein Tabuthema, Frauengesundheit wird systematisch vernachlässigt. Dabei ist das Potenzial riesig: Jedes Jahr treten weltweit 47 Millionen Frauen in die Menopause ein, 85 % von ihnen leiden unter Symptomen.

Die Womanizer-Studie und der „Pleasure Fund“, der 250.000 € für Forschung zur sexuellen Frauengesundheit bereitstellt, setzen genau hier an. Sie liefern wissenschaftliche Evidenz dafür, dass Masturbation Beschwerden wirksam lindern kann – ein einfacher, zugänglicher und gleichzeitig effektiver Weg, um das Wohlbefinden von Frauen zu steigern.

Selbstbestimmung und Empowerment

Die Ergebnisse zeigen auch: Frauen möchten informiert werden und ihre Selbstfürsorge aktiv gestalten. 91 % der Teilnehmerinnen hatten nie medizinische Informationen darüber erhalten, dass Masturbation ihre Gesundheit positiv beeinflussen kann. Gleichzeitig erklärten 91 %, dass sie eher masturbieren würden, wenn sie wüssten, dass es ihre Wechseljahresbeschwerden lindert.

Selbstliebe wird so zu einem Mittel der Selbstbestimmung. Masturbation ist kein Tabu, sondern ein wissenschaftlich belegtes “Werkzeug”, das Frauen in den Wechseljahren unterstützen, Beschwerden lindern und die Lebensqualität deutlich verbessern kann .. und zusätzlich Spaß macht – ein Faktor, der für das Wohlbefinden keineswegs zu unterschätzen ist.

 

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