Schwangerschaft bedeutet Veränderungen nonstop. Hormone wirbeln durch den Kreislauf, und plötzlich bemerkt man Dinge, die vorher nie da waren. Manche werdende Mütter staunen nicht schlecht, wenn sie während der Schwangerschaft eine winzige, zusätzliche Brustwarze entdecken. Ja, echt jetzt – das kommt vor! Extra Brustwarzen sind gar nicht so selten und haben eine richtig spannende Geschichte, die tief in unserer Embryonalentwicklung verwurzelt ist.
Wie entstehen Extra Brustwarzen?
Extra Brustwarzen, in der medizinischen Fachsprache auch als „supernumeräre“ oder „polymastische“ Brustwarzen bezeichnet, entstehen aus einem Überbleibsel der embryonalen Entwicklung. Schon in der vierten Schwangerschaftswoche beginnt die Brustentwicklung entlang der sogenannten Milchleiste.
Diese Linie zieht sich symmetrisch von den Achseln über Brust und Bauch bis zur Leiste. Normalerweise entwickeln sich aus ihr die beiden Hauptbrüste, während der Rest des Gewebes zurückgebildet wird. Doch manchmal passiert es, dass ein Teil dieses Gewebes bestehen bleibt. Das kann in Form einer winzigen Brustwarze, eines kleinen Areolarings oder sogar als komplettes Brustgewebe auftreten.
Oft sind diese zusätzlichen Brustwarzen winzig und unauffällig – manche wirken wie Muttermale oder Sommersprossen. Aber sie können überall entlang der Milchleiste erscheinen: unterhalb der Hauptbrust, in der Achsel, am Bauch oder sogar in der Leistengegend. Manche Menschen haben nur eine zusätzliche Brustwarze, andere mehrere. Studien schätzen, dass zwischen ein und sechs Prozent der Frauen davon betroffen sind, bei Männern ist es etwas häufiger.
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Warum werden sie gerade in der Schwangerschaft sichtbar?
Während der Schwangerschaft erlebt der Körper einen wahren Hormonrausch. Östrogen, Progesteron und Prolaktin verändern nicht nur die Hauptbrüste, sondern auch jedes zusätzliche Brustgewebe, das sich entlang der Milchleiste befindet. Das kann dazu führen, dass die zusätzlichen Brustwarzen anschwellen, empfindlich werden oder in seltenen Fällen sogar Milch produzieren.
Viele Frauen bemerken die extra Brustwarze erst, wenn sie plötzlich Milch abgeben. Manchmal scheint sie aus einem winzigen Punkt auf der Haut zu tropfen, der vorher kaum auffiel – eine echte Überraschung, die oft ein Lachen oder ein leichtes Erschrecken auslöst. Hormonschwankungen, die normalerweise zu Brustspannen oder zur dunkleren Pigmentierung der Areola führen, betreffen also auch die zusätzlichen Brustwarzen.
Formen und Erscheinungsbilder
Extra Brustwarzen sind nicht immer gleich. Sie können als winzige Warze ohne Drüsengewebe erscheinen, als komplette kleine Brust mit Areola und Drüse oder irgendwo dazwischen. Gelegentlich gibt es sogar ektopische Milchgänge, die Milch durch die Haut abgeben, ohne dass eine sichtbare Warze oder Brust erkennbar ist.
Die meisten zusätzlichen Brustwarzen befinden sich direkt unterhalb der Brust oder im Achselbereich. Ihre Erscheinung kann sich während hormoneller Umstellungen, wie in der Pubertät, während der Menstruation oder eben in der Schwangerschaft, verändern. Manche Frauen bemerken sie jahrelang nicht, bis die Hormone sie „aktivieren“ und Schwellungen oder Milchproduktion auftreten.
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Was bedeutet das für die Schwangerschaft und das Stillen?
Extra Brustwarzen sind in der Regel harmlos. Sie beeinträchtigen weder die Schwangerschaft noch die Fähigkeit zu stillen. Allerdings reagieren sie wie normales Brustgewebe auf hormonelle Veränderungen. Das bedeutet, dass sie anschwellen, empfindlich sein oder Milch produzieren können.
Für werdende Mütter kann dies zunächst verwirrend sein. Viele Frauen fragen sich, ob sie krank sind oder ob das ungewöhnlich ist. In den meisten Fällen ist es völlig normal. Wenn die Brustwarze durch Kleidung oder Bewegung gereizt wird, kann ein Pflaster oder ein weiches Tuch helfen, Reizungen zu vermeiden. Wenn Milch austritt, lassen sich Stilleinlagen oder kleine Pflaster leicht verwenden, um Kleidung trocken zu halten.
Extra Brustgewebe kann während der Stillzeit ebenfalls Milch produzieren. Meist ist es nur in geringer Menge der Fall und beeinträchtigt die Hauptbrüste nicht. Es kann hilfreich sein, sanft zu massieren oder kühle Kompressen aufzulegen, um Spannungen zu lindern, ähnlich wie bei den normalen Brüsten zu Beginn der Laktation.
Kosmetische und medizinische Aspekte
Einige Frauen entscheiden sich aus kosmetischen Gründen dafür, zusätzliche Brustwarzen entfernen zu lassen. Medizinisch ist dies jedoch in den meisten Fällen nicht notwendig. Solange keine Schmerzen, Entzündungen oder andere Probleme auftreten, sind diese zusätzlichen Warzen völlig harmlos.
Wie normales Brustgewebe können auch zusätzliche Brustwarzen theoretisch die gleichen Probleme entwickeln: Entzündungen, Zysten, gutartige Knoten oder, in sehr seltenen Fällen, bösartige Veränderungen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Beobachtung sind daher sinnvoll, besonders wenn sich das Gewebe während der Schwangerschaft verändert.
Faszinierende Fakten über die Milchleiste
Die Milchleiste ist ein erstaunliches Überbleibsel unserer Entwicklungsgeschichte. Sie ist bei vielen Tieren deutlich ausgeprägter: Katzen und Hunde zum Beispiel haben mehrere funktionsfähige Brustwarzen entlang der Milchleiste. Bei Menschen sind die meisten zusätzlichen Brustwarzen eher klein und unauffällig, doch hormonelle Veränderungen können sie zum Leben erwecken.
Man könnte also sagen, dass Schwangerschaft und Stillzeit alte evolutionäre Erinnerungen in unserem Körper wecken. Jedes zusätzliche Stück Brustgewebe ist ein winziger Hinweis darauf, wie komplex und vielseitig der menschliche Körper ist.
Tipps für werdende Mütter
Wenn du während der Schwangerschaft eine zusätzliche Brustwarze entdeckst, gibt es einige einfache Strategien, um Beschwerden zu vermeiden:
- Beobachte das Gewebe und achte auf Veränderungen.
- Trage bequeme Kleidung, um Reibung zu vermeiden.
- Verwende bei Milchfluss kleine Stilleinlagen oder Pflaster.
- Kühle Kompressen können Spannungen lindern.
- Halte die Brust während der Vorsorgeuntersuchungen im Blick.
Wann ärztlichen Rat einholen?
In der Regel sind extra Brustwarzen kein Grund zur Sorge. Trotzdem gibt es Situationen, in denen es sinnvoll ist, die Ärztin oder den Arzt aufzusuchen. Dazu gehören Schmerzen, Entzündungen, plötzliche Knoten oder eine ungewöhnlich starke Milchproduktion aus dem zusätzlichen Gewebe. Meist kann ein routinemäßiger Check alles klären und beruhigen.
Bildquellen
- Extra Brustwarzen: iStockphoto.com/ Prostock-Studio
