Ein Blick auf Instagram fühlt sich gerade ein bisschen wie eine Zeitreise an: 2016 ist zurück im Feed. Damals sah Social Media noch komplett anders aus – lauter, bunter, unperfekter. Neonfarbene Leggings, stark bearbeitete Selfies mit Hundeohren, verschwitzte Workout-Clips mit Hashtags wie #fitspo, #sweatyselfie oder #strongnotskinny. Fitness war mehr als Training.
Viele der Workouts aus dieser Zeit waren verspielt, kreativ und emotional. Man hat gelacht, geschwitzt, ausprobiert. Doch mit den Jahren sind einige dieser Formate leiser geworden – oder ganz verschwunden. Eines davon: das Pound Rockout Workout. Und genau das wirft die Frage auf, warum es eigentlich kein Comeback erlebt hat.
2016: Als Workouts wichtiger waren als Perfektion
Rund um 2016 begann Fitness auf Instagram richtig zu leben. Stories zeigten echte Trainingsmomente: verwackelte Handyvideos aus Kursräumen, verschwommene Aufnahmen, Menschen außer Atem. Nicht perfekt – aber voller Energie. Es ging weniger um Ästhetik und mehr ums Gefühl. Workouts waren Erlebnisse, keine Pflichttermine.
Gruppenformate boomten: HIIT, Dance Cardio, Bootcamps, Zumba. Alles, was laut war, dynamisch und Spaß machte, wurde geteilt. Trainer:innen wurden zu Persönlichkeiten, Kurse zu Communities. Für viele Menschen war das der erste echte Zugang zu Bewegung – ganz ohne Leistungsdruck oder durchgestylten Fitnessplan.
Mit den Jahren verlagerte sich der Fokus jedoch. Ruhigere Trainings, isolierte Übungen, Home-Workouts und Leistungsoptimierung rückten in den Vordergrund. Der expressive, laute Fitnessstil von damals trat in den Hintergrund – obwohl er für viele der Einstieg in ein aktives Leben war. Und zwar nicht nur für bekannte Fitness-Influencerinnen.
Pound Rockout Workout: Fitness wie ein Konzert
Pound ist kein klassischer Fitnesskurs. Es ist eine Mischung aus Cardio, Krafttraining, funktionellen Bewegungen und Rhythmus – trainiert mit speziellen Drumsticks, den sogenannten Ripstix.Man trommelt im Takt der Musik und kombiniert die Schläge mit Squats, Lunges, Planks oder Crunches. Alles fließt ineinander.
Das Besondere an Pound ist das Gefühl. Man zählt keine Wiederholungen, man hört nicht ständig auf die Uhr. Der Beat trägt durchs Training. Die Musik ist laut, treibend, oft rockig oder elektronisch – eher Konzert als Fitnessstudio. Genau deshalb war Pound um 2016 so präsent auf Social Media: Es sah gut aus, fühlte sich gut an und transportierte Emotion.
@poundfitnessNew tracks out now exclusively on The Label.♬ original sound – POUND Rockout Workout
Ganzkörpertraining, das mehr kann, als es aussieht
Auch wenn Pound spielerisch wirkt, ist das Training intensiv. Der Puls bleibt hoch, das Herz-Kreislauf-System wird ordentlich gefordert. Gleichzeitig arbeiten Arme, Schultern, Rücken und vor allem der Core konstant mit. Viele Bewegungen verlangen Stabilität und Balance – die Tiefenmuskulatur arbeitet permanent.
Dazu kommt die Koordination: Musik, Rhythmus und Bewegung müssen zusammenspielen. Das fordert nicht nur die Muskeln, sondern auch den Kopf. Rhythmusbasiertes Training kann nachweislich Stress reduzieren, die Konzentration fördern und das Körpergefühl verbessern. Pound verbindet körperliche und mentale Fitness ganz ohne Zwang.
Laut sein, loslassen, Druck abbauen
Gerade heute wirkt Pound wieder erstaunlich aktuell. Während viele Trainingsformen auf Kontrolle, Ruhe und Optimierung setzen, erlaubt Pound das Gegenteil: rauslassen. Schlagen, bewegen, schwitzen – ohne perfekt sein zu müssen.
Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschreiben das Training als emotional befreiend. Es gibt kein richtig oder falsch, keinen Vergleich, keinen Leistungsdruck. Jede Person bewegt sich im eigenen Rhythmus. In einer Zeit, in der mentale Gesundheit immer wichtiger wird, bietet Pound einen Raum für aktive Entlastung – nicht durch Stille, sondern durch Ausdruck.
@poundfitness Is a POUND HQ #TurnItUpTuesday allowed?? 😜 #groupfitnessclass #fitnessmotivation ♬ original sound – POUND Rockout Workout
Wo man Pound heute noch findet
Ganz verschwunden ist Pound übrigens nie. In Österreich wird das Rockout Workout nach wie vor angeboten – unter anderem in Wien, Tirol, Ober- und Niederösterreich. Sehr selten, aber doch findet man Kurse in Volkshochschulen.
Auch in Deutschland ist Pound noch präsent, wenn man gezielt sucht: an Volkshochschulen, in Community-Fitnesszentren oder bei privaten Anbieter:innen, etwa in Stuttgart, Erfurt oder im Ruhrgebiet. Häufig wird Pound als Eventformat oder zeitlich begrenzter Kurs angeboten. Zusätzlich organisieren zertifizierte Trainer:innen Workshops oder Pop-up-Kurse – meist dort, wo Musik, Bewegung und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen.
Vergessene Fitness-Trends von 2016, die ein Comeback verdienen
Pound war nicht allein. Auch Zumba prägte die Fitnesswelt dieser Zeit stark. Tanzvideos, Latin-Beats, volle Kursräume – Zumba war emotional, niedrigschwellig und extrem zugänglich. Ähnlich wie Pound nutzte es Musik als Motor für Bewegung und sprach Menschen an, die sich in klassischen Trainingsformen nie wohlgefühlt haben.
Auch Dance Cardio, moderne Step-Aerobic-Formate und funktionelles Gruppentraining gehörten zu dieser Ära. All diese Workouts hatten eines gemeinsam: Bewegung war ein Erlebnis.
Ein Comeback dieser Trends wäre kein Rückschritt – sondern ein Schritt hin zu einem menschlicheren Fitnessverständnis. Mit mehr Freude, mehr Gemeinschaft und mehr echter Bewegung.
@poundfitness Tag the one friend who’d absolutely eat this up 🥁 #POUNDFIT ♬ original sound – POUND Rockout Workout
