Schlafprobleme im Winter? So funktioniert das perfekte Bettklima

Wenn die Tage kurz sind, die Heizung auf Hochtouren läuft und die Straßen im Nebel verschwinden, freut man sich auf nichts mehr als auf das eigene Bett. Doch so gemütlich das Winterbett auch sein mag – viele Menschen schlafen in der kalten Jahreszeit schlechter als sonst. Warum? Weil das perfekte Bettklima mehr ist als nur ein kuscheliges Kissen und eine warme Decke. Es ist ein komplexes Zusammenspiel aus Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Material und – man mag es kaum glauben – der Handynutzung.

Warum Schlaf im Winter so wichtig ist

Dawid Özkök, Schlafexperte beim Berliner Bettenfachgeschäft BeLaMa, bringt es auf den Punkt: „Guter Schlaf ist mehr als Erholung. Er ist aktive Gesundheitsvorsorge.“ In den Stunden, in denen wir schlafen, laufen im Körper zentrale Regenerationsprozesse ab: Muskeln entspannen sich, das Gehirn sortiert Erinnerungen, und das Immunsystem tankt Energie, um uns am nächsten Tag vor Krankheiten zu schützen.

Ein gestörter Schlaf kann diesen natürlichen Rhythmus empfindlich stören – gerade in der Erkältungszeit, in der der Körper besonders auf eine intakte Abwehr angewiesen ist. Wer dauerhaft schlecht schläft, riskiert:

  • Schwaches Immunsystem → höhere Infektanfälligkeit
  • Konzentrationsprobleme und Müdigkeit am Tag
  • Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen

Ein gesundes Bettklima ist kein Geheimnis. Es entsteht durch einfache, aber konsequente Maßnahmen.

Wie zu viel Wärme den Schlaf stört

Viele Menschen denken, dass ein überhitztes Schlafzimmer der Schlüssel zu einer warmen, erholsamen Nacht ist. Falsch gedacht. „Wer friert, dreht oft die Heizung auf oder greift zur dicksten Decke“, erklärt Özkök. „Doch genau das Gegenteil ist der Fall.“

Die ideale Raumtemperatur liegt im Winter bei 16 bis 18 Grad Celsius. Alles darüber hinaus kann den Schlaf erheblich stören. Zu warme Luft verhindert das nächtliche Abkühlen des Körpers – ein entscheidender Faktor, um in die tiefen Schlafphasen zu gelangen. Außerdem fördert überhitzte Luft Schwitzen und sorgt für unruhige Nächte.

Für eine angenehme Nachtruhe sorgen regelmäßige Luftzirkulation und atmungsaktive Bettmaterialien. Naturfasern wie Schurwolle oder Lyocell regulieren die Feuchtigkeit, verhindern Wärmestau und sorgen dafür, dass wir weder frieren noch schwitzen. Für Allergiker eignen sich synthetische Decken, die sich bei hohen Temperaturen waschen lassen, um Hausstaubmilben und Keime fernzuhalten.

@doctoryoun What is the perfect temperature for sleeping? #learnontiktok #tiktokpartner #sleep #sleephygiene ♬ FEEL THE GROOVE – Queens Road, Fabian Graetz

Matratzen und Lattenroste

Das Bett ist nur so gut wie seine Komponenten. Viele unterschätzen, wie stark die Matratze und der Lattenrost die Schlafqualität beeinflussen. Moderne Matratzen bestehen oft aus offenporigem Schaum oder haben luftdurchlässige Bezüge. Diese Materialien unterstützen die natürliche Temperaturregulation und entlasten den Körper punktgenau – besonders an Schultern, Rücken und Hüfte.

Lattenroste sollten individuell anpassbar sein. Jeder Mensch liegt anders, und ein flexibler Rost kann Wirbelsäule und Schultern optimal entlasten. Wer hier spart, spart oft an der falschen Stelle – Rücken- und Nackenschmerzen, unruhiger Schlaf und morgendliche Müdigkeit sind die häufige Folge.

Smartphones: Die unterschätzten Schlafstörer

Neben Temperatur und Materialien gibt es noch einen weiteren, oft unterschätzten Störfaktor: das Handy im Bett. Eine aktuelle Umfrage von YouGov in Zusammenarbeit mit BeLaMa zeigt, dass in Berlin 6 Prozent der Befragten ihren Schlaf durch nächtliche Handynutzung erheblich beeinträchtigt sehen. Zum Vergleich: In Brandenburg oder Hessen lag der Wert nur bei 1 Prozent.

Warum ist das so gefährlich? Blaulicht von Bildschirmen hemmt die Ausschüttung von Melatonin, dem Hormon, das unseren Schlafrhythmus steuert. Wer kurz vor dem Einschlafen noch durch Instagram scrollt oder Mails checkt, stört unbewusst seine nächtliche Regeneration. Özkök beschreibt es als ein „Großstadtproblem mit gesundheitlichen Folgen“: Wer nachts ständig aufs Display schaut, schwächt sein Immunsystem und macht sich anfälliger für Infekte.

Lösung: Handy raus aus dem Schlafzimmer oder Bildschirmzeit vor dem Schlafen deutlich reduzieren. Alternativ können klassische Wecker oder smarte Lichtwecker helfen, den Rhythmus zu schützen.

Trockene Heizungsluft

Im Winter ist die Luft in unseren Wohnungen oft trocken. Heizungen entziehen der Luft Feuchtigkeit, Schleimhäute trocknen aus, das Durchatmen fällt schwer, und Keime haben leichtes Spiel. Besonders für Menschen mit Asthma oder Allergien kann dies problematisch sein.

Abhilfe: Regelmäßiges Stoßlüften – selbst bei Kälte. Schon zehn Minuten frische Luft am Abend senken Schadstoffkonzentration und verbessern die Schlafbedingungen.

Ein zusätzlicher Trick: Nachtaktive Pflanzen wie Aloe Vera oder Efeu erhöhen leicht die Luftfeuchtigkeit und filtern Schadstoffe. Saubere, gut durchlüftete Bettwaren aus natürlichen Materialien schaffen außerdem ein ausgewogenes Mikroklima, das tiefen, erholsamen Schlaf fördert.

@yass_ootd follow my brand @PRINCESS ROOM @meyamist ♬ son original – K’s Vibes

Praktische Tipps für das perfekte Winterbett

„Es sind oft kleine Änderungen, die einen großen Unterschied machen“, erklärt Özkök. Wer diese sieben Punkte berücksichtigt, kann sein Schlafzimmer in einen echten Wohlfühlort verwandeln:

  1. Raumtemperatur kontrollieren: 16–18 °C, keine Überheizung.
  2. Luftfeuchtigkeit regulieren: Stoßlüften, feuchte Tücher auf Heizkörpern, Pflanzen.
  3. Atmungsaktive Bettwaren verwenden: Naturfasern für alle, synthetische Decken für Allergiker.
  4. Matratze und Lattenrost anpassen: Punktgenaue Unterstützung für Wirbelsäule und Schultern.
  5. Handy aus dem Schlafzimmer verbannen: Blaulicht vermeiden, Schlafrhythmus schützen.
  6. Regelmäßige Reinigung der Bettwaren: Staub, Milben und Keime reduzieren.
  7. Abendrituale entwickeln: Entspannungsübungen, warmes Bad, Lesen – alles ohne Bildschirm.

Wer das beherzigt, stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern steigert auch Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.

Bildquellen

  • Schaf im Winter: iStockphoto.com/ PonyWang

Empfohlene Artikel

Melde dich für unseren Newsletter an

Keine Sorge, wir spamen dich nicht zu ;) Du bekommst 1-mal jede 2 Wochen die beliebtesten Beiträge und Videos von uns.