Mikrobiom und Antibiotika: Neue Studie enthüllt, wie schädlich sie für den Darm wirklich sind

Jeder kennt es: Manchmal ist man leider so krank, dass der Arzt einem Antibiotika verschreibt – die Folge für viele: Bauchkrämpfe, Durchfall oder andere unangenehme Nebenwirkungen. Doch was passiert eigentlich im Körper, wenn diese Medikamente wirken? Und wie lange dauern ihre Spuren im Darm wirklich an?

Eine aktuelle Studie der Universität Uppsala liefert nun neue Hinweise darauf, dass diese Eingriffe nicht nur kurzfristige, sondern auch jahrelange Auswirkungen haben können.

Antibiotika: Wirkung und unbeabsichtigte Nebenwirkungen

Antibiotika sind darauf ausgelegt, bakterielle Infektionen zu bekämpfen. Sie greifen in zentrale Lebensprozesse von Bakterien ein und verhindern deren Vermehrung oder töten sie ab.

Das Problem dabei: Diese Wirkung ist nicht vollständig selektiv und auch nützliche Darmbakterien können betroffen sein. Dadurch kommt es während und nach einer Therapie häufig zu einer vorübergehenden Störung des Mikrobioms.

Typische Beschwerden wie Durchfall oder Blähungen sind direkte Folgen dieser Veränderung. In vielen Fällen regeneriert sich das System wieder – doch wie schnell und vollständig diese Erholung erfolgt, ist Gegenstand aktueller Forschung.

Das Mikrobiom: Ein hochsensibles Ökosystem im Körper

Der menschliche Darm ist Heimat einer riesigen mikrobiellen Gemeinschaft. Diese Mikroorganismen bilden zusammen das sogenannte Darmmikrobiom. Es ist kein zufälliges Sammelsurium, sondern ein fein abgestimmtes System mit klaren Aufgabenverteilungen.

Ein Teil der Bakterien unterstützt die Verdauung, andere produzieren wichtige Vitamine wie Vitamin K oder bestimmte B-Vitamine. Wieder andere sorgen dafür, dass schädliche Keime sich nicht unkontrolliert ausbreiten können. Man kann das Mikrobiom daher als eine Art „biologisches Schutzsystem“ verstehen.

Wichtig ist vor allem die Vielfalt. Je unterschiedlicher die Artenzusammensetzung ist, desto stabiler funktioniert das gesamte System. Wird diese Vielfalt reduziert, verliert der Darm an Widerstandskraft gegenüber äußeren Einflüssen.

Neue Daten aus Schweden: Veränderungen über Jahre hinweg

Neue Studie der Universität Uppsala zeigt: Selbst eine einzige Antibiotika-Behandlung beeinflusst die Mikrobiom-Qualität nachhaltig. Eine im Fachjournal Nature Medicine veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass Veränderungen im Darmmikrobiom noch vier bis acht Jahre nach einer Antibiotikabehandlung nachweisbar sein können.

“Selbst eine einzige Antibiotika-Behandlung mit bestimmten Wirkstoffklassen hinterlässt Spuren im Darmmikrobiom.” – Gabriel Baldanzi, Universität Uppsala

Die Forscher analysierten Mikrobiomdaten von knapp 15.000 Erwachsenen. Dabei zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen Antibiotikaeinsatz und langfristigen Veränderungen in der mikrobiellen Zusammensetzung.

Besonders auffällig waren bestimmte Wirkstoffgruppen wie Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin, die mit besonders nachhaltigen Veränderungen verbunden waren.

Was sich im Darm konkret verändert

Nach einer Antibiotikabehandlung verändert sich nicht nur die Anzahl der Bakterien, sondern auch deren Zusammensetzung. Einige nützliche Arten erholen sich nur langsam, während andere, weniger erwünschte Bakterien schneller zurückkehren.

Dadurch kann sich das Gleichgewicht langfristig verschieben. Die mikrobielle Vielfalt nimmt ab, was das System insgesamt anfälliger macht.

Zusätzlich wurden in Studien vermehrt sogenannte Resistenzgene nachgewiesen. Diese machen Bakterien widerstandsfähiger gegenüber Antibiotika und sind ein wichtiger Forschungsbereich im Zusammenhang mit globaler Antibiotikaresistenz.

Mögliche gesundheitliche Folgen der langfristigen Veränderungen

Das Darmmikrobiom steht in enger Verbindung mit vielen Bereichen der Gesundheit. Veränderungen in diesem System werden daher zunehmend mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Dazu zählen unter anderem Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Übergewicht sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch chronische Entzündungsprozesse könnten durch ein gestörtes Mikrobiom begünstigt werden.

Darüber hinaus gewinnt die sogenannte Darm-Hirn-Achse zunehmend an Bedeutung. Sie beschreibt die enge Kommunikation zwischen Darm und Gehirn, die unter anderem Einfluss auf Stressverarbeitung und Stimmung haben kann.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Gaumen Hoch (@gaumenhoch)

Unterstützung des Mikrobioms während und nach Antibiotika

Kommt ein Antibiotikum zum Einsatz, ist es entscheidend, das Mikrobiom gezielt zu schützen. Expert:innen setzen dabei auf wissenschaftlich geprüfte Probiotika. Zahlreiche Studien belegen, dass der gezielte Einsatz eines indikationsspezifisch formulierten Multispezies-Probiotikums bereits während der Antibiotikatherapie die Regeneration der Darmflora beschleunigt und das mikrobielle Gleichgewicht stabilisiert.

„Diese Studie bestätigt, was wir in über 30 Jahren Forschung immer wieder beobachtet haben: Antibiotika können Leben retten, aber sie hinterlassen im Darm tiefe Spuren. Das Mikrobiom erholt sich nicht einfach von selbst, sondern benötigt gezielte Unterstützung. Wer begleitend zu einer Antibiotikabehandlung medizinisch relevante Probiotika einsetzt, gibt dem Körper die notwendigen Werkzeuge, um das mikrobielle Gleichgewicht rasch wiederherzustellen. Die Uppsala-Studie macht wieder einmal deutlich, wie wichtig es ist, dem Mikrobiom als unserer wichtigsten Gesundheitszentrale mehr Aufmerksamkeit zu schenken. “
— Prof. Anita Frauwallner, Mikrobiom-Pionierin, Gründerin des Institut AllergoSan

Dadurch werden nicht nur typische Nebenwirkungen wie Antibiotika-assoziierte Diarrhö und Infektionen mit Clostridioides difficile reduziert, es wird auch nachweislich die Besiedelung mit multiresistenten Keimen gesenkt. Insbesondere vulnerable Personengruppen wie ältere Menschen und Krebspatienten profitieren von dieser Wirkung, da Dehydrierung und Mangelernährung vorgebeugt wird und Therapieabbrüche verhindert werden.

Prof. Anita Frauwallner / ©Foto_Fischer_Graz

Über das Institut AllergoSan
Das Institut AllergoSan mit Sitz in Graz, Österreich, wurde 1991 von einer Gruppe integrativ denkender Ärzte und Apotheker gemeinsam mit Prof. Anita Frauwallner gegründet. Seither beschäftigt sich das Unternehmen mit der wissenschaftlichen Erforschung und Entwicklung von Produkten aus natürlichen Stoffen wie probiotischen Bakterien, Ballaststoffen, Mikronährstoffen und Pflanzenextrakten. Durch die intensive Zusammenarbeit des Institut AllergoSan mit anerkannten Wissenschaftlern aus Medizin, Pharmazie und Mikrobiologie gelang es, ein anerkanntes Forschungs- und Kompetenzzentrum rund um das größte Organ des Menschen – den Darm – aufzubauen. Hieraus sind unter anderem die Produktserien OMNi-BiOTiC®, OMNi-LOGiC® und META-CARE® sowie OMNi-POWER® entstanden.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Institut AllergoSan (@allergosan)

Bildquellen

  • Gefahr bei Antibiotika: AsiaVision/ istockphoto.com

Empfohlene Artikel

Melde dich für unseren Newsletter an

Keine Sorge, wir spamen dich nicht zu ;) Du bekommst 1-mal jede 2 Wochen die beliebtesten Beiträge und Videos von uns.