Psychische Gesundheit

"Prince Charming"-Star Antonio Šošić im Talk über Zwangsgedanken & LGBTQ

Antonio Šošić nahm bei der Datingshow "Prince Charming" teil, hat einen eigenen Podcast und steht offen zu seiner Sexualität. Im Interview spricht er mit uns über seine Zwangsgedanken, Reality-TV und die Entwicklungen in der LGBTQ-Szene.

  • Drucken

gesundheitstrends.com: Hast du schon negative Erfahrungen mit Ausgrenzung in Bezug auf deine Sexualität machen müssen? 

Šošić: In der Schule war ich ungeoutet, da hatte ich keine unangenehmen Ausgrenzungen und auf der Universität ist man mit diesem Thema schon immer locker umgegangen. Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich die Ausgrenzung am meisten in meiner Familie erlebt. Ich habe aber schon öfter mitbekommen, dass die Gesellschaft dem Thema Homosexualität teilweise noch negativ gegenübersteht.

gesundheitstrends.com: Und auf Social Media? Denkst du, dass die Sozialen Medien toxisch sind für die mentale Gesundheit?

Šošić: In den sozialen Medien habe ich es zum Beispiel stark nach "Prince Charming" wahrgenommen. Andere Kandidaten bekamen Hasspostings – bei meinem Freund Manuel, der ebenfalls bei der Datingshow war, hat jemand kommentiert, dass er zu dünn und nicht muskulös genug sei, um sich oben ohne zu fotografieren.

Diese Art von Bodyshaming führt dazu, dass wir schwule Männer als muskulöse und "sexgeile" Menschen in den Medien sehen. Durch solche Aussagen bekommen Menschen Depressionen und eine gestörte Selbstwahrnehmung, weil sie sich nicht zugehörig fühlen.

Ich denke nicht, dass Social Media an sich toxisch ist, sondern was man damit macht und wie man darauf reagiert. Ich habe in der Therapie gelernt, dass immer meine Reaktion auf das Gesagte oder die Taten der Person ausschlaggebend sind.

"Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich die Ausgrenzung am meisten in meiner Familie erlebt."

gesundheitstrends.com: Was tust du, um deine Mental Health zu pflegen? Hast du bestimmte Rituale, die du einhältst?

Šošić: Ich meditiere sehr gerne oder führe eine Selbsthypnose durch. Letzteres sind Audioaufnahmen, die man sich anhört und in sein Unterbewusstsein aufnimmt. Ich versuche, mich auch regelmäßig selbst zu loben, quasi "Selftalk" zu führen. Das habe ich einmal 21 Tage lang gemacht, ich habe mich vor den Spiegel gestellt und mir jeden Tag nette Dinge gesagt. Das hat sich wirklich positiv auf meine mentale Gesundheit ausgewirkt.

gesundheitstrends.com: Was würdest du anderen Männern und Frauen (aus der LGBTQ-Community) raten, wie sie mit psychischen Belastungen oder Erkrankungen umgehen sollten? 

Šošić: Es ist irrsinnig wichtig, über seine Emotionen, Probleme und Erlebnisse zu sprechen. Teilt eure Geschichten, denn es wird immer jemanden geben, der so was Ähnliches oder dasselbe erlebt hat. Es gibt auch so viele Jugend- oder Erwachsenentreffs, wo sich Gleichgesinnte einfinden. In der "Homosexuellen Initiative Wien (HOSI)" gibt es jeden Donnerstag einen Jugendtreff, in dem man sich in entspannter Atmosphäre austauschen kann. Auch Therapien und Selbsthilfebücher sind eine gute Alternative, um uns selbst zu helfen oder helfen zu lassen.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Vollqueer! – Podcast (@vollqueer.podcast) am


Vielen Dank für das Gespräch! 😊

Mehr dazu: 8 Dinge, die du über Transgender wissen solltest

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.