Schlaf und Psyche

Studie: Warum manche Menschen immer zu spät kommen

Warum kommen manche Menschen notorisch zu spät, während andere von Natur aus pünktlich zu sein scheinen? Die Antwort dürfte laut einer Studie in dem individuellen Zeitgefühl liegen.

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Warum manche Menschen immer zu spät sind
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Gehören Sie selbst zu denjenigen, die ständig die Zeit aus den Augen verlieren? Oder kennen Sie den einen Freund, auf den Sie ständig warten müssen? Menschen, die immer wieder zu spät kommen, werden oft als rücksichtslos, chaotisch, egoistisch oder schlecht organisiert abgestempelt. Dabei können sie laut einer amerikanischen Studie nichts für ihr Verhalten. Die richtige Einschätzung von Zeit wird einem nämlich in die Wiege gelegt.

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Zu spät kommen als Eigenschaft

Wer der Zeit immer hinten nach ist, hat also nicht einfach den Schlendrian drin. Es ist vielmehr ein Charakterzug, eine gesellschaftlich unbeliebte Eigenschaft. Wissenschafter nennen dieses Charakteristikum Time-Based Prospective Memory (TBPM).

Im Rahmen der Untersuchung bekamen die Probanden Aufgaben, die sie in einer bestimmten Zeit lösen sollten. Alle hatten eine Uhr zur Verfügung. Das Knifflige: Die Aufgaben waren so angelegt, dass sich die Probanden einfach darin verlieren konnten. So sollten sie zum Beispiel ein Puzzle zusammenbauen.

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Die Studienteilnehmer gingen unterschiedlich mit der Situation um:

  • Ein Teil hatte die Zeit im Blick und löste die Aufgabe im angegebenen Rahmen.
  • Die anderen hingegen schienen die Zeit aus den Augen zu verlieren.

Die Forscher schlussfolgern, dass Menschen mit fehlendem Zeitgefühl nicht aus böser Absicht handeln, das schlechte Zeitmanagement ist Veranlagung, die Abläufe geschehen unbewusst. Allerdings vermuten die Wissenschafter dahinter auch einen Mangel an Selbstdisziplin.

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Planung ist die halbe Miete

Sie wissen nun, dass Sie für Ihr ständiges Zuspätkommen nicht wirklich etwas können. Nun liegt es dennoch bei Ihnen, mit dieser Veranlagung entsprechend umzugehen, um Ihr Umfeld nicht in den Wahnsinn zu treiben. Überdies kann ein schlechtes Zeitmanagement auch ein echtes Hindernis in Alltag und Beruf bedeuten.

Das können Sie tun, um in Zukunft pünktlich zu sein:

  • Wegzeiten richtig einschätzen: Sehen Sie sich Ihre Strecken zum Beispiel zuvor auf Google Maps an und berechnen Sie die angegebene Zeit streng mit ein.
  • Fixe Zeiten planen: Machen Sie keine Treffen in einem Zeitraum (zwischen sechs und halb sieben), sondern konkrete Zeitpunkte aus.
  • Routinen: Schreiben Sie eine Woche lang auf, was Sie jeden Tag machen und wie lang Sie glauben, dafür zu brauchen. So lernen Sie, Zeit besser zu nutzen und einzuschätzen.

Viele Menschen gehen an Zeit und wie viel sie davon benötigen, auch einfach zu optimistisch heran: "Das wird sich schon ausgehen." Andere entscheiden sich wiederum bewusst für eine spätes Eintreffen, weil sie nicht zuerst da sein wollen. Dauerhaftes Zuspätkommen kann jedenfalls Konsequenzen nach sich ziehen. Am Sprichwort "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" ist schon etwas dran. Daher lohnt es sich, an dieser Eigenschaft zu arbeiten.

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