Liebesleben

Wissenschafter erforschten den Mythos "Liebe auf den ersten Blick"

Sie treffen den Blick Ihres möglichen Seelenverwandten und sind sich sicher, dass es Liebe auf den ersten Blick sein muss. Eine Studie erforschte nun, ob es diese Art der Liebe überhaupt gibt.

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Forscher stellen sich die Frage, ob es Liebe auf den ersten Blick gibt?
AntonioGuillem / iStock

Laut manchen Forschern reicht es, sich nur für den Bruchteil einer Sekunde in die Augen zu sehen, um die Liebe auf den ersten Blick zu besiegeln.

Kommen wir in diese Situation, erleben wir eine Achterbahn der Emotionen, haben weiche Knie und unzählige Schmetterlinge im Bauch. Verliebt zu sein, ist ein wunderbares Gefühl, das uns energetischer und aufgeweckter macht.

"Etwa die Hälfte aller Liebesbeziehungen starten als 'Liebe auf den ersten Blick'", weiß der Berliner Psychotherapeut Dr. Wolfgang Krüger. Doch was ist dran an dem Mythos?

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Studien sprechen eigentlich dagegen

Die anderen 50 Prozent der Pärchen entwickelt nach einiger Zeit die Liebe zueinander, sagt Krüger. Sie sind jahrelang miteinander befreundet und finden sich sympatisch. Irgendwann kommt es zu einer bestimmten Situation, die die starke Zuneigung besiegelt.

Bei der Liebe auf den ersten Blick läuft das etwas anders, denn hier sind keine Vorkenntnisse zum Gegenüber bekannt. Die Wissenschaft befasst sich jedoch erst seit kurzem mit diesem Thema.

  • Holländische Forscher der Universität Zürich fanden aber heraus, dass es diese Art der Liebe gar nicht gibt und es sich viel mehr um eine starke körperliche Anziehung zwischen zwei Menschen handelt.
  • 396 deutsche und holländische heterosexuelle Studenten (Männer und Frauen) wurden zu ihrem Beziehungsstatus befragt. Im Anschluss sahen sie sich Fotos von fremden Menschen an und sollten ihre Gefühle für die Personen auf den Bildern mit Skalen bewerten.
  • Die Skalen behandelten die Faktoren Zuneigung, Lust und Eros: Letzteres bezieht sich darauf, ob die Probanden das Gefühl hatten, dass der Fremde auf dem Foto für sie bestimmt wäre.
  • Bei weiteren Experimenten wurden die Probanden zum Speed-Dating eingeladen und hatten dabei 90 oder 20 Minuten Zeit, ihr den anderen kennenzulernen.
  • Das Ergebnis ist ernüchternd, denn nur 32 Probanden (vermehrt Männer) hatten 49 Mal das Gefühl, die Liebe auf den ersten Blick gefunden zu haben. Beim Speed-Dating gab es jedoch keinen einzigen Fall der Liebe auf den ersten Blick, der auf Gegenseitigkeit beruhte.

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Starke Anziehung statt Liebe

Die Forscher bestätigten gegenüber der britischen Tageszeitung Guardian, dass es sich laut ihren Studienergebnissen bei der Liebe auf den ersten Blick weder um leidenschaftliche Liebe, noch um Liebe im Allgemeinen handelt.

  • Hier ist eher die körperliche Attraktivität der ausschlaggebende Faktor für die vermeintliche Verliebtheit.
  • Weiters können auch Einsamkeit, die Angst vor dem Älterwerden oder die Frustration über die aktuelle Lebenssituation Auslöser für die Liebe auf den ersten Blick sein.

Doch keine Panik! Das bedeutet nicht, dass Sie den Glauben an die plötzliche Liebe und das Schicksal aufgeben sollten:

  • Probanden, die zum Zeitpunkt der Befragung vergeben waren und sich auf den vermeintlich ersten Blick verliebt hatten, fühlten sich glücklicher und empfanden ihre Beziehung als leidenschaftlicher. Hach, wie romantisch …

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