Liebesleben

Macht die Antibabypille depressiv?

Die Pille zählt noch immer zu den beliebtesten Verhütungsmitteln. Doch neben Ihrer schützenden Wirkung, manipuliert sie auch die Emotionen der Frau.

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Zwar bietet die Pille einen sicheren Schwangerschaftsschutz, doch sie beeinflusst auch stark die Stimmung der Anwenderinnen.
nensuria / IStock

Besonders junge Mädchen lassen sich sehr früh die Antibabypille verschreiben. Sei es wegen unreiner Haut, Menstruationsbeschwerden oder dem ersten Mal: Die Pille ist weiterhin ein beliebtes Verhütungsmittel. Wie sehr sie jedoch die Stimmung der Anwenderinnen beeinflussen kann, ist vielen noch immer nicht bewusst.

Mehr dazu: Pille absetzen: 9 Tipps gegen unreine Haut

Mangelhafte Aufklärung in Sachen Pille

Laut dem Österreichischen Verhütungsreport nehmen 53% der unter 30-Jährigen die Antibabypille.

  • Die Verschreibung des Medikaments erfolgt beim ersten Frauenarztbesuch meist schon in sehr jungen Jahren. Oft auch, wenn noch gar kein Verhütungsbedarf besteht.
  • Viele Gynäkologen nehmen sich zu wenig Zeit für Ihre Patienten und klären sie auch nicht ausreichend auf. Mögliche Nebenwirkungen des "Wundermittels" gegen Schmerzen und Pickel werden oft gar nicht erwähnt.
  • Dabei ist es unter anderem besonders wichtig zu besprechen, ob die jeweiligen Patienten Raucher sind oder ein erhöhtes Thromboserisiko aufweisen.

Mehr dazu: Macht mein Essen die Pille unwirksam?

Abgestumpfte Empfindungen

Während die Pille vor Schwangerschaften schützt, für schöne Haut sorgt und Schmerzen verschwinden lässt, manipuliert sie unsere Gefühle in manchen Fällen mehr als wir denken:

  • Bei der täglichen Pilleneinnahme wird konstant dieselbe Menge an Hormonen im Körper ausgeschüttet, die keine Schwankungen wie bei einem natürlichen Zyklus ermöglichen.
  • Bei diesem kann man die Auswirkungen der freigesetzten Hormone auf die Stimmung gut mitverfolgen. Demnach macht Progesteron mutig, Östrogen stärkt das Selbstvertrauen und macht fröhlich. Gleichzeitig können aber auch sehr extreme emotionale Ausbrüche aufkommen.
  • Das Verhütungsmittel packt unsere Emotionen in Watte und lässt unsere Stimmung in ein Tief fallen. Besonders in der Pubertät ist das bedenklich, da durch die Einnahme die ganze Persönlichkeit beeinflusst werden kann.

Mehr dazu: 6 Einnahmefehler bei der Pille

Krank durch die Pille?

Zwar beschäftigen sich viele Forscher mit der Wirkung der Pille, doch eindeutige Ergebnisse fehlen bislang:

  • Dänische Forscher haben herausgefunden, dass das Depressionsrisiko bei jungen Frauen, die die Pille nehmen um 20 bis 30% erhöht ist.
  • Bei der Untersuchung wurden jedoch keine Vorerkrankungen oder die Lebensumstände der Probanden miteinbezogen.
  • Eine weitere Studie in Schweden untersuchte 340 Frauen, die entweder die Pille oder ein Placebo einnahmen. Die Probanden wussten nicht, welches Mittel sie bekamen.
  • Nach dreimonatiger Einnahme verschlechterte sich bei den Pillenanwenderinnen die Lebensqualität merklich. Sie beklagten fehlende Energie und weniger Selbstbeherrschung.
  • Wirklich handfeste Beweise und Forschungsergebnisse für einen Zusammenhang zwischen Pille und Depression stehen aber immer noch aus.

Mehr dazu: Umfrage: Pille löst oft Depression aus

Den Körper neu kennen lernen

Doch einer der größten Nebeneffekte des Verhütungsmittels ist die Senkung der Libido, die besonders jungen Frauen den Spaß an Sex nimmt. Viele Betroffene können somit ihre Sexualität nicht richtig ausleben, da sie kein oder nur wenig Verlangen danach haben.

  • Nach dem Absetzen der Antibabypille beginnt meist ein neues Leben für die Anwenderinnen. Die natürlichen Reaktionen und Emotionen des Körpers nach jahrelanger Abgestumpftheit wieder zu erleben, kann überwältigend sein.
  • Viele Frauen finden dadurch auch wieder zu ihrer sexuellen Lust zurück und beschreiben, dass ihren Körper wieder "spüren" können.
  • Sogar die Partnerwahl kann die Pille beeinflussen, denn sie bestimmt teilweise, wen wir attraktiv finden und wen nicht. So ist bekannt, dass viele Frauen nach Absetzen des Verhütungsmittels ihren Partner nicht mehr riechen können. Schuld daran sind die ausgestoßenen Pheromone.

Mehr dazu: Verhütung: Immer weniger wissen Bescheid

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