Entspannung

Liebe gegen den Schmerz: Händchenhalten als Schmerzkiller

Wenn ein geliebter Mensch unsere Hand hält, empfinden wir messbar weniger Schmerzen. Das zeigt nun eine Studie.

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Händchen halten als Schmerzkiller?
franckreporter / iStock

Schon frühere Untersuchungen zeigten, dass sich bei Liebenden Herzschlag und Atmung bis zu einem gewissen Grad aneinander anpassen, wenn sie nebeneinander sitzen. Eine neue Beobachtungsstudie weist nun darauf hin, dass Schmerz diese Synchronisation unterbricht. Halten die Paare dann Händchen, setzt die Synchronisation wieder ein und die Schmerzen werden weniger.

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Je einfühlsamer, desto schmerzfreier

  • In der Beobachtungsstudie wurden Frauen für zwei Minuten einem leichten Hitzeschmerz am Unterarm ausgesetzt.
  • Während dem Schmerzreiz gerieten Herzschlag und Atmung aus dem angepassten Rhythmus.
  • Erst, wenn der Mann die Hand der Frau nahm und ihr gut zuredete, näherten sich ihre Vitalfunktionen wieder an.

Außerdem zeigte sich, dass die Schmerzen umso besser gelindert wurden, je einfühlsamer sich der Mann gegenüber seiner Partnerin verhielt. Dasselbe traf auch auf die Synchronisation von Puls und Co zu: Je synchroner Herzschlag und Atmung der Paare, desto weniger Schmerz empfanden die Frauen.

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Nicht mehr als eine Vermutung

Das Problem: So eine Beobachtungsstudie deutet zwar einen gewissen Zusammenhang an, lässt aber keinen Schluss auf eine Kausalität zu. Wodurch sich Puls und Atemfrequenz bei Paaren genau angleichen und welche Mechanismen tatsächlich zur Schmerzlinderung beitragen, lässt sich anhand der Untersuchung nicht klären. Dazu braucht es noch weitere Nachforschungen.

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Liebe gegen den Schmerz

Tatsache ist, dass Zuneigung und Zuwendung auf jeden Fall gut tun, uns ablenken und vieles erträglicher machen. Man denke nur an werdende Mütter bei der Geburt. Die meisten suchen und brauchen die Nähe ihres Partners, um die schmerzhafte und anstrengende Prozedur durchzustehen.

Schon länger bekannt und nicht minder spannend ist, dass sich Menschen unbewusst aneinander anpassen. Dazu müssen sie nicht einmal verliebt sein. So nimmt man häufig dieselbe Haltung wie der Gesprächspartner ein oder gleicht, ohne es zu merken, die Schritte an denjenigen an, neben dem man gerade geht. Auch gute Sänger bewirken bei ihren Zuhörern eine Angleichung des Atemrhythmus.

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