Psychische Gesundheit

Mit diesen Tricks entlarven Sie jeden Lügner

Sie haben keine Lust mehr, sich von Ihrem Gegenüber anlügen zu lassen? Mit diesen Tricks kommen Sie der Lüge auf die Schliche.

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Einen chronischen Lügner entlarven
SasinParaksa / iStock

Jeder Mensch lügt regelmäßig, sogar mehrmals täglich. Sei es beim Small-Talk, in der Beziehung oder im Vorstellungsgespräch. Die meisten Unwahrheiten haben keine böse Absicht, sondern dienen dazu, sein Gegenüber nicht zu verletzen. Anders verhält es sich mit egoistischen Lügen, die Misstrauen schaffen und zwischenmenschliche Beziehungen zerstören können.

Eine Lüge aufzudecken, ist nicht leicht. Es gibt allerdings ein paar Anzeichen, an denen Sie einen Lügner erkennen können.

Lüge ist nicht gleich Lüge

Es gibt verschiedene Arten von Lügen mit unterschiedlicher Motivation:

  • Höflichkeitslügen: Darunter fällt, jemandem Komplimente zu machen, obwohl man anderer Meinung ist. Beispiel: "Die neue Frisur steht dir gut."
  • Alltags- und Notlügen: Kleine Flunkereien im Alltag, die leicht von den Lippen gehen. Beispiel: Die Antwort "Es geht mir gut" auf die Frage "Wie geht's?" obwohl es im Inneren gerade nicht so ausschaut. Aber auch übertriebene Unwahrheiten oder Lügen aus Bescheidenheit zählen dazu.
  • Glatte Lüge: Die reine Lüge hat eine Täuschungsabsicht; gelogen wird meist zu eigenen Gunsten.

So entlarven Sie einen Lügner

Auch wenn das Lügen manchen Personen scheinbar leicht zu fallen scheint, steckt doch eine komplexe Meisterleistung dahinter. Immerhin muss die erfundene Geschichte plausibel vermittelt werden. Der Lügner ist sich seiner Schuld bewusst, möchte auf seine Körpersprache achten und die Anzeichen vertuschen.

Es gibt jedoch so manche Tricks, wie Sie Wahrheit und Unwahrheit unterscheiden können:

Widersprüche in der Körpersprache erkennen

  • Schwitzen: Treibt es jemandem beim Erzählen von dubiosen Geschichten den Schweiß auf die Stirn, sollte man skeptisch werden.
  • Hände: Berühren sich die Hände oder das Gesicht, werden Sie in der Hosentasche vergraben oder hinter dem Rücken versteckt, kann das ein Anzeichen für eine Lüge sein.
  • Mikroexpressionen: Achten Sie auf sogenannte Mikroexpressionen – dabei blitzen wahre Gefühle, zum Beispiel Trauer oder Freude, für den Bruchteil einer Sekunde auf und können den Lügner entlarven.
  • Blinzeln: Häufiges Blinzeln kann ein Zeichen dafür sein, dass die Unwahrheit gesprochen wird.
  • Symmetrie: Normalerweise agiert der Körper seitengleich. Wird jedoch nur eine Schulter gehoben oder erkennen Sie ein einseitiges Lächeln, wird die Bewegung vermutlich bewusst getätigt.
  • Freude: Bei manch einem dreisten Lügner ist Freude erkennbar, wenn er glaubt, dass seine Taktik aufgeht.
  • Aufräumen: Der Lügner sucht Ablenkung und hat plötzlich das Bedürfnis, sein Umfeld aufzuräumen; Dinge werden zurechtgerückt.
  • Körper abwenden: Wer lügt, wendet seinen Körper eher ab oder verschwindet mit einem Bein schon aus der Tür. Auch ein Verschränken der Arme kann ein Hinweis sein.
  • Augen: Manche Lügner schauen bewusst in die Augen, andere versuchen, den Augenkontakt zu vermeiden und schauen wild in der Gegend herum. Kennen Sie die Person gut, achten Sie auf ein verändertes Verhalten.
  • Falsches Lächeln: Beim ehrlichen Lächeln lächeln auch die Augen mit. Beim falschen Lächeln ziehen nur die Mundwinkel nach oben. Verdächtig ist es auch, wenn es zu lange oder zu kurz dauert.
  • Widerspruch: Wird beim Ja-Sagen der Kopf geschüttelt und beim Nein-Sagen genickt, ist Obacht angesagt.

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Verbale Anzeichen deuten

  • Verzögerungstaktik: Wird eine Frage Wort für Wort wiederholt, zum Beispiel "Ob ich den Müll runtergebracht habe?" dient dies nur um Zeit zu schinden und sich eine Antwort zu überlegen. Dazu zählt auch die Frage "Wie bitte?" obwohl man sicher ist, dass die Frage nicht schwer verständlich war und gehört werden musste.
  • Ablenkungsmanöver: Klassische Gegenfragen wie "Warum stellst du diese Frage mir und nicht Max?" sollten Misstrauen wecken.
  • Auf Floskeln achten: Vorsichtig sollte man auch bei Aussagen wie "Das würde ich nie tun" oder "Sowas würde ich nicht übers Herz bringen" sein.
  • Keine Ich-Sätze: Spielt jemand den Moralapostel und sagt Sätze wie "Man stiehlt nicht" statt "Ich stehle nicht", möchte der Lügner Distanz zu seiner Person schaffen.
  • Abweichungen: Stellen Sie dem Verdächtigen offene Fragen und lassen Sie ihn reden. Achten Sie auf Abweichungen und unterschiedliche Details.
  • Chronologisch: Wird beim Erzählen einer Geschichte penibel auf den chronologischen Ablauf geachtet, ist meist der sprichwörtliche Wurm drin.

Sind Sie dem Lügner auf die Schliche gekommen?

Hegen Sie den Verdacht, dass Sie einer Lüge zum Opfer fallen und konnten Sie die oben erwähnten Tricks anwenden, sollten Sie dennoch keine voreiligen Schlüsse ziehen. Ein Zeichen alleine ist noch kein Beweis für eine Lüge. Häufen sich mehrere Anzeichen, ist dies schon eher der Fall.

Dennoch sollte eine Schuldzuweisung immer mit Vorsicht genossen werden. Die Körpersprache kann auch eine andere Ursache haben; die Person kann mit den Gedanken woanders, oder aus einem anderen Grund im Stress sein. Verlassen Sie sich auf Ihre Intuition.

Haben Sie den Lügner enttarnt – und ist er es wert – fragen Sie nach den Beweggründen der Lüge.

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