Psychische Gesundheit

Sind Sie gestresst? Dann heißt's ab in die Natur!

Forscher entdeckten, dass ein 20-minütiger Spaziergang im Freien unseren Stresspegel senken kann.

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Schon 20 Minuten in der Natur können uns entspannen.
lolostock / iStock

US-amerikanische Forscher der University of Michigan fanden in einer aktuellen Studie heraus, dass Zeit in der Natur unseren Cortisonspiegel deutlich senken kann. Demnach können 20 Minuten Gehen oder Sitzen im Grünen vermeintliche Stresssituationen lindern. Die Studie wurde im Fachmagzin Frontiers in Psychology veröffentlicht.

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Naturpille gegen Stress

Für die Untersuchung begaben sich 36 Stadtbewohner dreimal wöchentlich für zehn Minuten oder länger in die Natur. Ziel der achtwöchigen Erhebung war es, die Auswirkungen der "Naturpille" zu ermitteln. Um deren Auswirkung auf den gesundheitlichen Zustand der Teilnehmer zu messen, wurden Speichelproben der Probanden vor und nach der Zeit im Freien analysiert.

Die Studie zeigte, dass 20 bis 30 Minuten in der Natur den Cortisolspiegel um 20 Prozent senken konnten. Den Wissenschaftern war schon vorher bekannt, dass Zeit im Grünen stresslindernd wirkt. Bislang war jedoch unklar, wie lange und wie oft man in der Natur verweilen sollte.

Cortisol, welches auch als Stresshormon bekannt ist, wird in der Nebennierenrinde hergestellt und in der Leber abgebaut. Auslöser für einen erhöhten Cortisolwert sind:

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Social-Media & sportliche Übungen verboten

Die Probanden durften den Tag, die Dauer und den Aufenthaltsort ihrer "Naturpille" selbstständig bestimmen. Dennoch sollten die Teilnehmer bestimmte Regeln einhalten: "Sie sollten die Naturpille bei Tageslicht nehmen, keine sportlichen Übungen machen und Social Media, das Internet, Telefonanrufe, Unterhaltungen und Lesen vermeiden", erklärte Hauptautorin und Ökologin MaryCarol Hunter weiter.

Durch die erfolgreiche Stressreduktion erhoffen sich die Forscher nun, dass der Aufenthalt in der Natur in Zukunft auch per Rezept von Ärzten verschrieben wird. Dies soll den negativen Auswirkungen des urbanen Lebens, welche viele in geschlossenen Räumen vor grellen Bildschirmen verbringen, entgegenwirken.

Die positiven Effekte eines Waldspaziergangs und der Natur im Allgemeinen wurde schon 1984 vom schwedischen Forscher Roger Ulrich bestätigt. Er zeigte in einer Studie auf, dass sich der Anblick von Bäumen positiv auf den Regenerationsprozess von OP-Patienten auswirkt. Der US-amerikanische Umweltpsychologe Marc Berman entdeckte 2015, dass die Anzahl der Bäume in einer Wohngegend die Gesundheit der Anreiner beeinflusst. Wer also in einer "grüneren" Gegend lebte, hatte ein geringeres Risiko für Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Japaner baden im Wald

Die Bewohner Japans sind uns in diesen Dingen schon weit voraus, sie praktizieren regelmäßig das "Shinrin-yoku" (deutsch: Waldbaden). Dies gehört unter anderem zur staatlichen Gesundheitsversorgung und wird seit 2012 als eigener Studienzweig "Waldmedizin" an japanischen Universitäten angeboten.

Die Universitätsstudenten erforschen was genau zu den positiven gesundheitlichen Effekten des Waldbadens führt. Es ist weiterhin unklar, ob es an der Luft der Wälder oder an der speziellen Vegetation liegen könnte.

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