Psychische Gesundheit

Erschöpfung statt Sozialleben: Warum Millennials so kaputt sind

Sie ist die Generation, die die ökonomischen und ökologischen Entscheidungen der Baby Boomer ausbadet. Hier erfahren Sie, warum die Millennials so erschöpft sind von der heutigen Zeit.

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Millennials sind kaputt
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Es ist so eine Sache mit den Millennials: Man kann sie nicht einordnen. Manche Arbeitgeber reißen sich geradezu um sie, in der Hoffnung mit einem Vertreter der "Generation Start-Up" den nächsten Mark Zuckerberg entdecken zu können. Andere wiederum meiden die Jungen, gelten diese doch als selbstsüchtig, verweichlicht und arbeitsscheu. Für eine Revolution sind sie zu desinteressiert und für eine Beziehung zu "ver-tindert". Kurz gesagt: Sie haben einen wirklich schlechten Ruf.

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Was ist das für 1 Life?

Während sich die Debatte also wieder und wieder darum dreht, ob die Millennials einer – auf dem Solidarprinzip beruhenden  Gesellschaft gut tun, gerät die Gegenfrage in Vergessenheit: Tut unsere Gesellschaft den Millennials gut? Mit einem klaren "Nein" antwortet die American Psychological Association (APA) und weist darauf hin, wie ungesund das Leben als Millennial sein kann. Klar ist jetzt: Die Baby Boomer und die Generation X haben ihren Nachfolgern eine Welt hinterlassen, mit der man erstmal klarkommen muss.

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Energieräuber als einzige Konstante

Es ist hektisch, modern und schnelllebig – das Zeitalter der Millennials ist alles andere als gewöhnungsbedürftig, denn kaum erreicht uns die eine Veränderung, ist die nächste Innovation schon in den Startlöchern. Die Folgen sind Stress, Schlafmangel und ständige Erreichbarkeit.

  • Millennials schlafen oft zu wenig: Ein unsicherer Arbeitsmarkt und steigende Anforderungen machen Angst. Und Angst ist bekanntlich ein hinterlistiger Schlafräuber. Es ist ein nicht endender Teufelskreis: Angst und  Schlafdefizit verstärken einander schließlich. Je weniger Schlaf, desto ängstlicher und umgekehrt. Abhilfe schafft ein Tagebuch oder Notizblock neben dem Bett. Es hilft, sich die Gedanken zu notieren, die einem den Schlaf rauben. Und ganz nebenbei, wie oft müssen wir das eigentlich noch sagen? Smartphones raus aus dem Schlafzimmer!
  • Der "Frenemy" in der Hand:  Schalten Sie Ihr Handy aus – manchmal wenigstens. Hin und wieder brauchen wir eine Auszeit von der digitalen Welt, denn Sie raubt uns oft die Energie. Wenn das Smartphone nicht mehr permanent den Tag regiert, finden Sie wieder mehr Zeit für wirklich wichtige Dinge.
  • Peer Group Anxiety: Freundschaft hält gesund. Gleichgesinnte sind ein Segen – aber nicht, wenn die Gemeinsamkeit in gemeinsamer Zukunftsangst besteht. "Toxisch" nennen Psychologen jene Freundeskreise, die sich gegenseitig hinunterziehen statt sich zu stützen. Auch wenn Ihre Mitmenschen nicht mit Absicht negative Energie versprühen, empfiehlt es sich einen gesunden Abstand zu etwaigen Energieräubern in ihrer Peer Group zu halten

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Sozialleben? Kein Platz im Terminkalender!

Eine Auszeit zu nehmen im digitalen Millennial-Alltag fällt oft sehr schwer. Die persönlichen Interessen und sozialen Kontakte kommen leider oft zu kurz, was das Wohlbefinden nur noch mehr schmälert und zu Depressionen und Schlafstörungen führen kann. Diese Fallstricke erschweren das Leben der Betroffenen zusätzlich:

  • Millennials essen oft unregelmäßig: "Iss was gscheit's!" – Und vor allem regelmäßig. Die Achterbahnfahrt des eigenen Blutzuckerspiegels macht auf Dauer jeden kaputt. Uns ist schon klar, dass regelmäßige Mahlzeiten spießig sind, mitunter teuer, oder sich zeitlich schwer unterbringen lassen. Aber die Familienpackung Müsliriegel und ein Apfel passen in den Rucksack. Als Erstehilfemaßnahme bei Blutzuckerabfällen hilft das allemal. Auch wichtig: Trinken, trinken, trinken.
  • Fixe Arbeitszeiten? No way: Heutzutage kennt eine vernetzte, globalisierte Gesellschaft keinen Büroschluss. Das wäre schon aufgrund der Zeitverschiebung zu unseren Geschäftspartnern unmöglich. Wir haben das Büro längst in der Hosentasche, sind überall erreichbar, zeitlich und örtlich ungebunden. Gesund ist das natürlich weniger. Es spricht nichts dagegen, ehrgeizig zu arbeiten – aber halten Sie Arbeits- und Erholungszeiten klar getrennt voneinander. Was uns fertig macht, ist nämlich nicht das Arbeitspensum per se, sondern die verschwommenen Grenzen der Lebensbereiche.
  • Auf den vier Buchstaben: Am Schreibtisch, auf der Uni oder in der Arbeit egal wo, egal aus welchem Grund: 2017 wird einfach zuviel gesessen. Zwischendurch aufstehen und Füße vertreten, ist eine Investition für die eigene Zukunft.

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