Psychische Gesundheit

Warum Weinen manchmal gut tut

Empfinden Sie Weinen manchmal als wohltuend?

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Warum Weinen manchmal gut tut
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Heulsuse, Jammerlappen, Mimose – Menschen, die weinen haben keinen guten Ruf. Nicht nur Männer gelten als unbelastbar, verweichlicht oder depressiv, wenn sie Tränen freien Lauf lassen. Dabei hat Weinen etwas Befreiendes und zeigt Stärke. Gefühle zu unterdrücken ist keine gute Idee und wirkt sich schlecht auf die Gesundheit aus.

Mehr dazu: Heulkrampf in der Öffentlichkeit: Was tun? 

Warum Weinen gesund ist

Sie fühlen sich innerlich angespannt, wissen nicht weiter, alles wächst Ihnen über den Kopf oder Sie sind einfach nur wütend? Dann lassen Sie Ihren Emotionen freien Lauf und heulen Sie drauflos.

  • Weinen hilft: Niederländische Forscher analysierten 3.000 Situationen, in denen Studienteilnehmer weinten (Studie wurde im Journal "Current Directions in Psychological Science" veröffentlicht). Den Probanden wurden zwei emotionale Filme gezeigt ("Das Leben ist schön", "Eine wunderbare Freundschaft"). In den meisten Fällen führte das Weinen zu einer Besserung des Gemütszustandes. Ausnahmen bestätigen die Regel: Bei jedem Dritten half es nichts, jeder Zehnte fühlte sich schlechter als vorher.
    Bei den weinenden Studienteilnehmern war die Stimmung unmittelbar nach dem Gefühlsausbruch zwar getrübt, nach 20 Minuten war die Stimmung allerdings wieder in Ordnung und nach weiteren 90 Minuten konnten die Teilnehmer sogar von einem Stimmungshoch berichten.
  • Gefühle nicht unterdrücken: Trauer oder Wut nicht rauszulassen ist nicht gesund, sondern kann Stress, Ängste, Magengeschwüre und Depressionen auslösen.
  • Stressabbau: Sie fühlen sich gestresst, überfordert und sind den Tränen nahe? Lassen Sie es raus. In manchen Situationen schafft Weinen Klarheit und Erleichterung, wirkt wohltuend und hilft dabei, schwierige Situationen zu verarbeiten.

Das Phänomen des Weinens im Rahmen von Studien zu untersuchen ist schwierig, da es sich bei Emotionen um individuelle und komplexe Zustände handelt. Auch Scham spielt dabei eine Rolle. Allerdings können körperliche Faktoren wie Atmung, Schweißproduktion oder Herzfrequenz messbar gemacht werden. So fanden Wissenschafter heraus, dass sich der Herzschlag vor dem Gefühlsausbruch beschleunigt, sich die Atmung danach verlangsamt und beruhigt.

Weinende Freundin trösten

Was tun, wenn ein Mitmensch weint?

Aus eigener Erfahrung wissen wir: Da sein, halten und Verständnis zeigen wird als positiv wahrgenommen. Zu diesem Ergebnis kamen auch die Forscher der niederländischen Studie. Es muss nicht gleich eine Lösung in Sicht sein, oft hilft es am meisten, wenn man Trost spendet, der Betroffene loslassen kann und Unterstützung erfährt.

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