Psychische Gesundheit

Was bewirkt Stress bei Männern?

Volle Kraft voraus! Im Stress entscheidet der Mann zwischen Angriff und Flucht. Empathie scheint unwichtig.

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Männer verhalten sich in Stresssituationen anders als Frauen.
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Männer und Frauen reagieren unter Druck anders. Das liegt zuerst daran, dass wir in der Erziehung Geschlechterrollen erlernt haben, die uns ein gewisses Verhaltensmuster vorschreiben. Aber auch in der Biologie unterscheiden sich die Geschlechter: Andere Botenstoffe vermitteln die Stressreaktion.

Die "traditionelle Geschlechterrolle" des Mannes erklärt ihn zum „Macher“, „Ernährer“ sowie „Kämpfer“, und oft auch zum Oberhaupt der Familie.  Diese Erwartungshaltungen, mit denen wir alle aufwachsen, könnten für unterschiedliche Stress-Wahrnehmungen zwischen den Geschlechtern verantwortlich sein.

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Hoher Blutdruck und mehr Adrenalin

Männer haben gelernt in solchen Fällen eher in Konfrontation zu gehen. Dazu kommen Unterschiede bei Hormonen, Rezeptoren und Vorerkrankungen. So steigt bei Männern der Blutdruck schneller an, wenn sie unter Druck geraten als bei Frauen. Das liegt an der Wirkung des Adrenalin auf die Blutgefäße:

  • Männer haben mehr Rezeptoren, die auf Adrenalin anspringen. Die Blutgefäße ziehen sich zusammen, der Muskel wird durchblutet, der Blutdruck steigt. Darüber hinaus sind Männer häufiger von Bluthochdruck und arterieller Verengung betroffen.
  • Im Vergleich zu einer gleichaltrigen Frau reicht beim Mann ein kleiner Stressreiz aus, um den Blutdruck in die Höhe schnellen zu lassen.
  • Der Botenstoff-Cocktail mit dem der Mann auf Stress regiert enthält mehr Adrenalin, bei Frauen stellt sich ein höherer Oxytocin-Spiegel ein.
  • Während Adrenalin die Energiereserven mobilisiert und Kampf- beziehungsweise Fluchtbereit macht, wird Oxytocin vor allem mit sozialer Interaktion in Verbindung gebracht.

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Hormone

Neben Oxytocin und Adrenalin, die an der unmittelbaren Stress-Reaktion beteiligt sind, ist auch das Testosteron von Bedeutung. Es ist durchaus möglich, dass der im Vergleich zu Frauen höhere Testosteron-Spiegel auch die Stressreaktion beeinflusst. Wie aggressiv oder stessresistent jemand ist, lässt sich am Testosteron-Spiegel allein jedenfalls nicht feststellen: zu groß sind die Veränderungen im Laufe des Tages.

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Stress fördert Leistung

Alles in allem fördert Stress die Höchstleistung. Das ist nur so lange gut, wie der Stress nicht dauerhaft anhält. Wird das Stresshormon Cortisol unentwegt ausgeschüttet, zeigen sich Anzeichen wie Reizbarkeit oder Muskelkrämpfe. Bei der Frau sind es hingegen Migräne oder Magen-Darm-Beschwerden. Stress ist punktuell gut für uns um angemessen auf Situationen reagieren zu können. Auf Dauer macht er krank.

Mehr dazu auf netdoktor.at: Gendermedizin

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