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Der Kinderlauf gehört den Kindern! Eltern bitte draußen bleiben

Ein Kinderlauf stärkt das Selbstbewusstsein – vorausgesetzt, das Kind läuft auf freiwilliger Basis.

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Ist ein Kinderlauf okay?
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Frühlingszeit ist Marathonzeit, auch für Kinder werden immer mehr Laufwettbewerbe angeboten. Das ist toll! Denn haben Kinder Freude an der Bewegung, ist das der Jackpot. Eine Medaille oder Urkunde ist meist zunächst Ansporn, dann eine Belohnung für die erbrachte Leistung. Zum Adrenalin mischt sich Stolz. Was es beim Kinderlauf zu beachten gilt, lesen Sie hier.

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Dabei sein ist alles

Sport ist wichtig und soll Spaß machen. Das gilt auch für die Teilnahme an Wettbewerben. Vermitteln Eltern ihrem Kind von Anfang an das sportliche Motto "Dabei sein ist alles", entwickelt es ein gesundes Verhältnis zum Ehrgeiz. Der Wunsch nach Herausforderung liegt in den menschlichen Genen, das Glücksgefühl, das sich nach Erfolgen breit macht, ist wichtig für die Gehirnentwicklung und wird als positiv abgespeichert. Es ist also prinzipiell nichts Falsches daran, wenn Kinder an einem Laufevent teilnehmen. Im Gegenteil: Die Stimmung und der Erfolg sind eine großartige Erfahrung und stärken das Selbstbewusstsein.

  • Ab welchem Alter? Bereits Kinder im Volksschulalter können an den Start gehen. Manche Veranstalter bieten den Run sogar schon ab drei Jahren an.
  • Sollen Eltern mitlaufen? Nein. Wenn es doch sein muss, nur am Streckenrand. Bei kleinen Veranstaltungen können Eltern an der Ziellinie warten. Fürchten Eltern bei größeren Events, das Kind aus den Augen zu verlieren, bewährt es sich, wenn ein Elternteil mit dem Kind am Start wartet, während des Laufs außerhalb der Laufstrecke nebenher läuft und eine andere Begleitperson am Ziel wartet. Teilen Sie dem Kind mit, dass jemand am Ziel wartet. Laufen Eltern direkt neben dem Kind mit, besteht die Gefahr, dass das Kind sein Tempo an den Erwachsenen anpasst und viel zu schnell läuft. Zudem besteht Verletzungsgefahr, wenn sich Erwachsene unter die Kleinen mischen.
  • Abbrechen ist okay: Teilen Eltern ihrem Kind vorab mit, dass Aufhören in Ordnung ist, nehmen sie dem jungen Sportler den Druck. Hat das Kind Schmerzen, ist das Aussteigen ein Muss.

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Falscher Ehrgeiz bei Eltern

Ein Kinderlauf (und jede Form von Leistungssport) ist okay, solange das Kind Spaß dabei hat und es auf freiwilliger Basis daran teilnimmt. Wir erinnern uns an jenen Linzer Marathon im Jahr 2016, der zum Eklat wurde. Das Bild von Eltern, die ihre Kinder ins Ziel zerrten, ging um die Welt und verlieh Kinderläufen, die noch folgen sollten, einen bitteren Beigeschmack.

Kinderlauf in Linz

Einige Veranstalter verzichteten nach diesem Vorfall auf die Zeitmessung, um ein Zeichen zu setzen, dass dabei der Spaß im Vordergrund steht und nicht das Streben nach der Bestzeit. Mittlerweile haben sich die Wogen geglättet und doch bleibt die Erinnerung an weinende Kinder beim Linzer Marathon bestehen. Immerhin wurde Bewusstsein dafür geschaffen, dass der Kinderlauf den Kindern gehört und Eltern bitte draußen bleiben sollen.

Der Grat zwischen Motivation und Drängen ist schmal. Eltern können und sollen ihr Kind zu körperlicher Aktivität motivieren, immerhin gehört Bewegung zu einem gesunden Lebensstil dazu. Gut also, wenn Sport von klein auf zum Alltag gehört. Die Vorbildfunktion spielt dabei eine große Rolle.

Dass bei vielen Eltern allerdings ein falscher Ehrgeiz aufkeimt, wird nicht nur beim Kinderlauf deutlich, sondern bei jedem anderen Leistungssport auch. Klar, dass Eltern bei Wettkämpfen mitfiebern, doch sollten sie stets die ehrliche Bereitschaft und Freude des Kindes am Sport im Auge behalten – und dem Kind mitteilen, dass es okay ist, endgültig damit aufzuhören.

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