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Low-Tech-Bewegung: Wieso bildschirmfrei jetzt wieder im Trend liegt

Hierzulande rüsten Schulen mit Tablets auf, in den USA liegt die analoge Umgebung wieder im Trend.

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Bildschirmfrei und Low-Tech-Bewegung liegen im Trend
romrodinka / iStock

Bis zum Jahr 2022 soll jeder Schüler mit einem Tablet ausgestattet sein; die österreichische Regierung möchte die Schüler fit für die (digitale) Zukunft machen. Was wie ein Versprechen klingt, könnte auch eine Drohung sein. Denn Software-Entwickler und Programmierer im Silicon Valley sehen die Entwicklung kritisch und lassen ihre Kinder neuerdings lieber offline spielen und lernen.

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"Lebe lieber offline" ist das neue Motto der IT-Branche

Ausgerechnet Eltern, die im Silicon Valley mit der Entwicklung neuester Technologien ihr Geld verdienen, setzen bei der Erziehung ihrer Kinder auf analoge Unterhaltungs- und Beschäftigungsangebote. Während hierzulande von "zukunftsfit" und "angestaubtem Frontalunterricht" die Rede ist, findet in den USA ein Umdenken statt.

Wie kommt es zu der Low-Tech-Bewegung? Nun ja, Smartphone und Apps sollen süchtig machen, die Lern- und Konzentrationsfähigkeit könne dadurch beeinträchtigt werden. Eltern wollen stets das Beste für Ihr Kind. Deshalb schicken jene Mitarbeiter der Tech-Giganten, die es sich leisten können, ihre Kinder auf Schulen, die zur Gänze auf Computer oder Tablets verzichten und stattdessen auf technologiefreie und altbewährte Unterrichtsmethoden setzen.

Laut einer Studie von Common Sense Media hängt die Dauer von Mediennutzern stark vom Einkommen ihrer Eltern ab. Jugendliche aus einkommensschwachen Familien sitzen durchschnittlich acht Stunden vor dem Bildschirm, Kinder aus wohlhabenden Familien nur etwa sechs Stunden, weil sie sich Freizeitangebote wie Sport oder das Erlernen von Instrumenten eher leisten können.

  • Apple-Gründer Steve Jobs erlaubte seinen Kindern nicht, das damals neue iPad zu nutzen und schränkte die digitale Zeit stark ein.
  • Auch die Kinder von Bill Gates, Microsoft-Gründer, wurden an der kurzen Leine gehalten und hatten erst mit 14 Jahren ein Handy.
  • Fähigkeiten und Werte wie Respekt, Zusammenarbeit und Kreativität stehen höher im Kurs als der Umgang mit dem Computer oder dem Erlernen diverser Programmiersprachen.

Mehr dazu: Unsere Kinder brauchen Minimalismus

Mögliche Folgen eines hohen Bildschirmkonsums

Die Auswirkungen, die ein (erhöhter) Konsum digitaler Medien haben kann, stimmen nachdenklich.

  • Silicon-Valley-Eltern fürchten durch erhöhte Bildschirmzeit eine mangelnde Kreativität sowie eine Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit.
  • Das blaue Licht stört die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin.
  • IT-Angestellte sehen in Smartphones, Tablets und Apps ein enormes Suchtpotential.
  • Untersuchungen in den USA zeigen, dass Teenies, die regelmäßig soziale Medien nutzen, ein erhöhtes Risiko für Depressionen und Suizid aufweisen.
  • Bildschirmkonsum geht zu Lasten der Augengesundheit und fördert irreversible Kurzsichtigkeit.

Auch immer mehr Psychologen sehen die digitale Entwicklung kritisch. Sie plädieren dafür, Kinder so lange wie möglich vom Bildschirm fern zu halten.

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