Liebesleben

Pärchen auf Instagram & Co: Alles nur Schall und Rauch?

Unzählige Fotos, Liebesschwüre und einige genervte Follower: Pärchen zeigen sich oft sehr verliebt auf Social Media, doch wie glücklich sind diese Beziehungen wirklich?

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Sind Beziehung auf Social Media wirklich glücklich?
svetikd / iStock

Sind Sie in einer Beziehung und posten Sie viele Fotos mit Ihrem Schatz auf den Instagram und Co? Bestimmt kommentieren viele Freunde wie unglaublich süß Sie und Ihr Partner nicht sind, doch wie glücklich ist Ihre Beziehung wirklich? Eine Studie des Datingportals  ElitePartner enthüllte nun, dass Pärchen, die auf sozialen Medien viel posten, meist alles andere als ein erfülltes Liebesleben haben.

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Selbstinszenierung der Liebe

Um das Online-Verhalten von vergebenen Menschen zu untersuchen, wurden insgesamt 9.120 erwachsene deutsche Internetnutzer befragt. Die Studie der Dating-Plattform in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Fittkau & Maaß zeigt, dass 65 Prozent der Befragten regelmäßig Fotos oder Postings über ihre Beziehung auf Social Media uploaden. Der Grund: Besonders junge Menschen möchten ihr Umfeld an ihrem Liebesglück teilhaben lassen.

  • Bei den 30-Jährigen Befragten zeigen 71 Prozent ihre Liebe öffentlich: vor allem im Freundes-und Familienkreis.
  • Bei den 60-Jährigen Probanden sind es nur mehr 59 Prozent. Der Wunsch seine Liebe kundzutun, nimmt also mit dem Alter ab.

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Mehr Schein als Sein

Laut den Forschern möchten viele User mit den Pärchenfotos unter anderem den perfekten Schein wahren, auch wenn es in der Partnerschaft schon länger kriselt. Jeder vierte Proband unter 30 Jahren (25 Prozent) möchte seine Beziehung auf Facebook, Instagram und Co in das richtige Licht rücken. 31 Prozent der Männer finden es selbstverständlich, die Beziehung auf Social Media glücklich darzustellen, auch wenn dies nicht der Wahrheit entspricht. Bei den Frauen sind es nur 22 Prozent.

  • Auch Wissenschafter aus den USA und Kanada erforschten dieses Verhalten.
  • Sie kamen zu dem Ergebnis, dass das ständige Posten von Pärchenfotos darauf hinweist, dass die Beziehung nicht funktioniert.
  • Die fremde Aufmerksamkeit, Bestätigung und die Likes sollen die Partnerschaft wieder stabilisieren.

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Unsicherheit durch fremde Liebes-Postings?

Die Inszenierung der perfekten Partnerschaft in den sozialen Medien hinterlässt nicht nur in der eigenen Beziehung ihre Spuren. Jedes achte Paar (13 Prozent) hinterfragt sein Liebesleben aufgrund von fremden Postings. Hierbei ist die Beziehungsdauer nebensächlich. Besonders junge Verliebte (15 Prozent) vergleichen sich häufig mit anderen Usern und geraten dadurch ins Zweifeln.

  • Auffällig ist, dass Pärchen nicht erst nach zwei Beziehungsjahren über ihre Außenwirkung nachdenken, sondern meist gleich zu Beginn der Liebschaft.
  • Jeder vierte Vergebene gibt zu, dass er am Anfang der Partnerschaft über das gemeinsame Auftreten auf Bildern nachgedacht hat.
  • 36 Prozent der Vergebenen unter 30 haben darauf geachtet, ob sie zu Beginn der Beziehung als Paar kompatibel wirken.

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Online-Pärchen als Vorbilder

14 Prozent der Probanden geben zu, dass die inszenierten Bilder ihren Blick auf Beziehungen prägen. Besonders junge Männer unter 30 nehmen sich die die glücklichen Postings als Wunschbild. Die Ursache dafür könnte die fehlende Orientierung sein: 26 Prozent der Männer und Frauen geben an, dass sie kaum Vorbilder von glücklichen Partnerschaften in ihrem Umfeld haben.

  • Diplom-Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner erklärt, dass lebenslange Liebschaften im direkten Umfeld immer seltener werden.
  • Besonders die Wahlfreiheit der Partner, "alternative Beziehungsmodelle" und der "Wertepluralismus fordern die Frage heraus, wer man in einer Partnerschaft sein möchte."
  • Dies verunsichert viele Menschen, die sich durch inszenierte Paarbilder im Internet von einem gewissen "Pseudo-Standard" unter Druck gesetzt fühlen.
  • Demnach soll laut der Psychologin die Selbstdarstellung als glückliches Paar in Social Media den Zusammenhalt stärken.

"(…) ich rate Paaren vielmehr dazu, sich frei von glamourösen Erwartungshaltungen von außen zu machen und eine eigene Paaridentität zu entwickeln, die für beide Partner passt und stark macht – aus sich selbst heraus", weiß Fischbach.

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