Liebesleben

Dating-Apps: Wo liegt der Unterschied zwischen Tinder & Grindr?

Worin unterscheiden sich die Dating-Apps Tinder und Grindr? Und steigen durch den Konsum von Dating-Apps auch Neuansteckungen mit Geschlechtskrankheiten?

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Unterschied Grindr und Tinder
oatawa / iStock

Flirten, matchen, Leute treffen: Das Konzept der heutigen Dating-Apps ist einfach. Mit einem Foto und einer kurzen Personenbeschreibung kann man der weiten Online-Dating-Welt mitteilen, wen und was man sucht. Zwei Dating-Apps sind besonders bekannt: Tinder und Grindr. Wir zeigen Ihnen, worin sich die zwei Netzwerke unterscheiden.

Mehr dazu: Studie: Immer mehr Singles sind süchtig nach Dating-Apps

Liebe finden mit Tinder

Tinder ist eine der populärsten Dating-Apps weltweit. Hier können hetero- und auch homosexuelle Männer und Frauen nach Ihrem Liebesglück suchen. Am meisten wird sie jedoch von Heterosexuellen genutzt. Dabei werden beim Öffnen der App verschiedene Profile mit Name, Alter und Fotos von anderen Usern aus der Umgebung angezeigt, die man entweder

  • nach rechts: "die Person gefällt mir"
  • oder nach links: "ich habe kein Interesse"

wischen ("swipen") kann.

Wird Ihr Profil von dem User, der Ihnen auch gefällt, nach rechts geswiped, dann entsteht ein "Match". Das ermöglicht den Turteltauben in spe miteinander zu schreiben. Für einen bestimmten Geldbetrag im Monat (zwischen 15 und 25 Euro, je nach Premiumversion) können die User ihre Suche nach der wahren Liebe "aufpeppen" und dadurch mehr Funktionen wie die manuelle Einstellung des Standortes oder mehr "Super-Likes", die das das eigene Profil hervorheben, nutzen.

Zwar kann auf Tinder neben Beziehungen auch nach Freundschaften gesucht werden, doch häufig wird die Applikation für ihre Oberflächlichkeit kritisiert. Eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigte, dass sich Tinder-User unwohler in ihrem Körper fühlen und eher dazu neigten sich selbst oder andere zu "objektifizieren". Auch ein potenzielles Suchtverhalten durch Dating-Apps ist laut einer Studie der Ohio State University gegeben.

Wie ein außergewöhnliches Tinder-Date aussehen kann, zeigt der folgende Streich von Moderator Klaas und Rapper Sido:
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Grindr: Das Tinder für Homosexuelle?

Grindr wird oft als Gegenstück von Tinder bezeichnet. Der Name "Grindr" ergibt sich aus der Vermischung der Wörter "Guy" (Mann) und "Finder" (Sucher). Diese Dating-App richtet sich vermehrt an schwule, bi- oder transsexuelle Männer, die in ihrer Nähe mit Gleichgesinnten in Kontakt treten möchten. Wer die App nutzt, sieht zuerst eine Vielzahl von Bildern, die verschiedene Profile mit dem Alter, Gewicht, Ethnie, Körperform und HIV-Status des anderen Users beinhalten. Hier können sich Singles nach Treffen bzw. Sex-Dates umsehen.

2017 wurde bekannt, dass die App für alle Geschlechter und nicht nur homosexuelle Männer zur Verfügung steht. Folgende Geschlechtsangaben sind auf Grindr möglich:

  • Mann: "Cis-Mann", "Trans-Mann",
  • Frau:  "Cis-Frau", "Trans-Frau",
  • Nicht-konform: "Nicht binär", "Nicht konform" oder "Queer" angegeben werden.
  • Auch die Pronomen "Er/Ihn/Sein", "Sie/Ihr/Ihre" und der Pluralform "Sie/Sie/Ihre" stehen als Möglichkeit zur Verfügung.

Wie auch bei Tinder wird Grindr für seine Oberflächlichkeit kritisiert. Jene, die eine ernsthafte Beziehung suchen, haben bei Anwendung der Gay-App oft schlechte Karten. Bei Grindr geht es (laut Erfahrungen) hauptsächlich um sexuelle Erlebnisse.

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Mehr Apps, mehr Geschlechtskrankheiten

Tinder, Grindr etc. tragen dazu bei, schnell und unkompliziert an Sex zu gelangen. Die Apps dürften aber auch die Fallzahlen von Ansteckungen mit sexuell übertragbaren Krankheiten erhöhen. Wie Der Standard berichtet, steigen die Neuansteckungen durch STDs seit einigen Jahren. In der Schweiz wurden 2016 knapp 2500 Neuinfektionen mit Geschlechtskrankheiten gezählt, vor zehn Jahren lag dieser Wert unter noch unter Tausend.

  • In Österreich könne man nicht von solchen Zahlen sprechen, so der Pressesprecher Jung vom Gesundheitsministerium, da diese Erkrankungen der "eingeschränkten Meldepflicht nach dem Geschlechtskrankheitengesetz" unterliegen. Wer sich einer Behandlung entzieht oder die Gefahr einer Weiterverbreitung besteht, dann ist eine Meldung verpflichtend.
  • Bei HIV-Infektionen sieht die Situation anders aus: Hier ist eine Infektion meldepflichtig. Das Ministerium veröffentlicht jährlich Zahlen zu den Neuinfektionen, 2018 wurden 976 positive HIV-Befunde ausgestellt.
  • Besonders viele der jungen Generation wissen über AIDS nur noch wenig Bescheid. Das führt unter anderem dazu, dass vor allem junge Männer immer häufiger auf Kondome verzichten.

Egal, ob Sie mit Ihrem Online- oder Offline-Flirt intim werden: Nur Kondome (und Lecktücher!) können vor einer sexuell übertragbaren Krankheit schützen! 

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