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Was bringt "Vaginal Seeding"?

Kinder, die durch einen Kaiserschnitt auf die Welt kommen, haben den Nachteil, dass sie nicht mit den Vaginal- und Darmbakterien der Mama in Berührung kommen. "Vaginal Seeding" soll Ersatz schaffen.

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Mutter nach der Geburt
NataliaDeriabina / iStock

Schon innerhalb der ersten Minuten des Lebens beginnt der Kampf des menschlichen Immunsystems. Babys Abwehrkräfte reagieren erstmals auf die Keime der Umgebung. Bei einer natürlichen Geburt nimmt das Kind die Darm- sowie die Vaginalbakterien der Mutter auf, auf dessen Basis sich sein eigenes Mikrobiom entwickelt. Da beim Kaiserschnitt (Sectio) der Weg durch den Geburtskanal abgekürzt wird, fehlen dem Baby diese nützlichen Keime. Stattdessen hat der kleine Körper mit Hautbakterien der Mama und denen der Ärzte und Pflegekräfte zu tun. Die Folgen könnten eine erhöhte Allergieneigung und generell ein anfälligeres Immunsystem sein.

Mit "Vaginal Seeding" (Säen von Vaginalkeimen) soll die natürliche Geburt nach einem Kaiserschnitt ein Stück weit nachgeahmt werden. Dabei wird das Baby mit vorher "gesammelten" Mikroorganismen der Mama benetzt. Diese Praktik wird seit längerem auf gut Glück versucht, nun gibt es wissenschaftliche Belege und neue Forschungen.

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Studie für Babys Gesundheit

In der sogenannten "Baby Biome Study" wird derzeit untersucht, wie das Fehlen von bestimmten Bakterienkulturen bei Sectio-Kindern die Krankheitsanfälligkeit im späteren Leben beeinflusst. Heute weiß man bereits, dass diese Babys eher von folgenden Problemen betroffen sind:

Eine veränderte Zusammenstellung des Mikrobioms dürfte zudem Konsequenzen für die Entwicklung des Immunsystems haben. Mit "Vaginal Seeding" soll das vermieden werden.

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Wie funktioniert "Vaginal Seeding"?

Die Prozedur ist mehr als simpel:

  • Schritt 1: Der Mutter wird ein Tupfer in die Vagina eingeführt. Dieser saugt sich mit Flüssigkeit und somit mit dem dort herrschenden Milieu voll.
  • Schritt 2: Nach der Geburt wird das Baby mit dem Tupfer eingerieben.

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Forschung zum "Vaginal Seeding"

Schon die New York University publizierte vor Jahren eine kleine Erhebung zu dem Thema. Dabei wurden Babys nach einem Kaiserschnitt mit dem Mikrobiom ihrer Mama benetzt. Danach untersuchten die Wissenschafter, wie sich das Mikrobiom der Kinder auf dem Körper, im Darm und im Mund entwickelte.

Diese Daten verglichen Sie mit denen von Babys, die auf normalem Wege geboren wurden und mit Kaiserschnitt-Babys, die nicht mit Mutters Mikrobiom in Kontakt kamen.

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Dabei kam Folgendes heraus:

  • Nach einem Monat hatten sich die Vaginalkeime im Körper der Kinder erfolgreich angesiedelt.
  • Zwar nicht im selben Ausmaß wie bei natürlich Geborenen, aber mehr als bei den über einen Bauchschnitt geholten Kindern.
  • Die Analyse zeigte also, dass das Mikrobiom zumindest teilweise durch "Vaginal Seeding" hergestellt werden kann.

Mediziner warnen allerdings vor vorschnellen Behandlungen. Denn durch das Seeding könnten auch potenziell krankmachende Keime auf das Neugeborene übertragen werden. Forscher arbeiten daher an einer medizinisch geprüften Variante dieser Methode.

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