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Herpes-Virus: Fieberblasen durch Lippenstift-Tester?

Eine Amerikanerin verklagt eine Beauty-Kette auf Schadenersatz, weil sie sich dort mit Herpes infiziert haben soll. Können Lippenstift-Tester wirklich Fieberblasen auslösen?

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Eine Frau probiert in einem Drogeriemarkt einen Lippenstift aus. Eine Übertragung von Herpes ist unwahrscheinlich.
zoranm / iStock

Der Lippenstift ist ein Problemkind unter den Beauty-Produkten: Er deckt zumeist nicht zu 100 Prozent. Das ist auch gewollt, um einen natürlicheren Effekt zu erzeugen  – jedoch hat jeder Mensch eine individuelle natürliche Lippenfarbe. Ein und dasselbe Produkt kann daher bei zwei Frauen sehr unterschiedlich aussehen.

Nicht zuletzt deshalb probieren die meisten Interessenten das Produkt zuerst aus. Drogerien und Beautyhersteller bieten in ihren Shops meist Tester an, die uns helfen festzustellen, ob uns denn die Farbe steht.

Klage gegen Beauty-Riesen

Das Benutzen eines solchen Testers soll nun einer Amerikanerin zum Verhängnis geworden sein: Sie behauptet, sich so mit einem Herpes-Virus infiziert zu haben.  Kurz nach ihrem Besuch in einer Sephora-Filiale soll bei der Frau eine Herpesinfektion diagnostiziert worden sein. Vor diesem Einkauf, so die Kundin, soll sie noch nie Fieberblasen oder anderen Symptome gehabt haben.

Der Beschwerde wird nun auch eine Klage folgen: Die Betreiber des Geschäftes hätten vor einer möglichen Ansteckung gut sichtbar warnen müssen, so die Begründung. Hätte sie gewusst, was passieren kann, wäre sie das Risiko nicht eingegangen. Sie verlangt nun Schadensersatz, da der Herpes-Ausbruch bei ihr großen Stress ausgelöst habe. Tatsächlich ist eine Herpes-Infektion nicht heilbar: Das Virus schlummert ein Leben lang im Körper, führt aber nur zeitweise zu Beschwerden. Während manche Träger des Herpes-simplex-Virus auch nach Jahrzehnten noch nie eine Fieberblase hatten, haben andere Betroffene regelmäßig damit zu kämpfen.

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Ansteckungs-Risiko über Lippenstift minimal

Tatsächlich ist das Risiko, sich über einen solchen Tester anzustecken, zwar gegeben, allerdings nur sehr gering. Der Grund: Außerhalb des menschlichen Körpers überleben Herpes-Viren weniger als eine Minute lang. Zudem kann der Erreger nur in der Ausbruchsphase über ein frisches Bläschen übertragen werden. Um sich also anzustecken, muss unmittelbar vorher der Lippenstift von jemandem mit akut "blühender" Lippe benutzt worden sein. Unterm Strich ist die Ansteckungsgefahr daher minimal – denn wer benutzt schon bei nässenden und schmerzenden Lippenbläschen einen (fremden!) Lippenstift?

Akute Ausbrüche verhindern

Wer einmal infiziert ist, kann selbst einiges tun, damit das Virus nicht aktiv wird und keine Fieberblasen auslöst. Faktoren, die den Ausbruch von Lippenherpes begünstigen, sind:

  • ein geschwächtes Immunsystem
  • andere Erkrankungen (Erkältung, Grippe, Fieber, etc.)
  • Stress
  • hormonelle Schwankungen
  • Verletzungen der Haut
  • UV-Strahlung (Sonnenlicht)

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