Health News

Amnesty zeigt Online-Missbrauch und seine Folgen

Eine Befragung von Frauen aus verschiedenen Ländern verdeutlicht die schlimmen Folgen von Online-Belästigung.

  • Drucken
Frau erlebt Missbrauch im Internet
KatarzynaBialasiewicz / iStock

So viele Vorteile uns das Internet gebracht hat, so viel Schrecken verbreitet es auch. Die anonymen Stimmen im Netz werden immer lauter, rücksichtsloser und hasserfüllter. Oft richtet sich der Hass gegen Einzelpersonen, häufig trifft es Frauen.

Amnesty International beauftragte die Firma Ipsos MORI mit einer Umfrage, um Erfahrungen von Frauen einzuholen, die Online-Missbrauch ausgesetzt sind oder waren. Die Folgen für die Psyche können den Ergebnissen zufolge verheerend sein.

+++ Mehr zum Thema: Mobbing an der Wurzel packen +++

Online-Missbrauch ist häufig

An der Befragung nahmen Frauen zwischen 18 und 55 Jahren aus folgenden Ländern teil:

  • Dänemark
  • Italien
  • Neuseeland
  • Polen
  • Spanien
  • Schweden
  • Großbritannien
  • USA

Die Teilnehmerinnen nutzen das Internet inklusive der verschiedenen Social-Media-Plattformen gelegentlich bis häufig.

Die Resultate im Überblick:

  • Erfahrung: 23 Prozent haben zumindest einmal eine Form von Missbrauch oder Belästigung im Netz erlebt.
  • Verteilung: Die meisten Fälle passierten in den USA (33 Prozent), die wenigsten in Italien (16 Prozent).
  • Ausmaß: 41 Prozent der Frauen fühlten sich durch die Online-Attacken körperlich bedroht.

Azmina Dhrodia von Amnesty International über die große Belastung durch Cyber-Mobbing: "Das hört nicht einfach auf, wenn du dich ausloggst. Stell dir vor, du erhältst Mord- oder Vergewaltigungsdrohungen, wenn du eine Online-Plattform besuchst oder du befürchtest, dass Fotos mit privatem oder sexuellem Inhalt ohne dein Einverständnis im Internet geteilt werden könnten."

+++ Mehr zum Thema auf netdoktor.at: Missbrauch am Kind +++

Was Belästigung im Internet anrichtet

In der Befragung wurden zudem die psychischen Folgen ermittelt, mit denen betroffene Frauen zu kämpfen haben:

  • 61 Prozent nehmen eine Reduktion des Selbstwertgefühls und einen Verlust an Selbstvertrauen wahr.
  • 55 Prozent haben seit dem Missbrauch vermehrt Stress, Angstzustände oder Panikattacken.
  • 63 Prozent schlafen schlechter, seit sie im Internet belästigt wurden.
  • In Neuseeland haben sogar ganze 75 Prozent der Opfer Schlafstörungen.
  • Bei 56 Prozent führte der Cyber-Missbrauch zu Konzentrationsstörungen.

Selbstzensur und Angst

Frauen, die im Internet belästigt werden, reagieren zu 76 Prozent mit einer Änderung ihres Verhaltens. 32 Prozent behalten zum Beispiel ihre Meinung zu verschiedenen Themen lieber für sich. 24 Prozent fürchten sich nach den Online-Attacken sogar davor, dass ihrer Familie etwas zustößt.

Die Teilnehmerinnen sehen die Schuld unter anderem bei den Betreibern von sozialen Plattformen. Sie würden zu wenig oder nicht angemessen eingreifen. Nur 18 Prozent finden, dass die Social-Media-Anbieter richtig mit dem Problem umgehen.

Hilfe für Betroffene

Falls Sie selbst Erfahrung mit Online-Missbrauch gemacht haben und mit Experten darüber sprechen möchten, können Sie sich zum Beispiel an die Beratungsstelle #GegenHassimNetz wenden:

Mail: beratung@zara.or.at

Telefon: +43 (0)1 236 55 34

Chat

FAQ

letztes Update:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.