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Macht uns das Smartphone dick? Künstliche Lichtquellen führen zu Übergewicht

Schlafen bei kompletter Dunkelheit beugt vor.

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Verursacht blaues Licht Übergewicht?
Bruno Gomiero / Unsplash

Nur mal schnell die Mails checken, auf diversen Social-Media-Kanälen auf dem Laufenden bleiben, der Freundin auf WhatsApp antworten und schon sind wertvolle Minuten oder sogar Stunden um. Obwohl Digital Detox, die digitale Auszeit, hoch im Kurs steht, werden Offline-Zeiten immer rarer. Ja, Smartphone, Tablet, PC haben uns im Alltag fest im Griff. Erst kürzlich berichtete gesundheitstrends.com, wie schlecht sich das LED-Licht auf unsere Augen auswirkt. Welche Auswirkungen blaues Licht auf unser Gewicht haben kann, lesen Sie hier.

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Blaues Licht stört Biorhythmus

Das Display strahlt blaues Licht aus und dies kann gefährlich werden. Blaues Licht ist intensiv, kurzwellig und unnatürlich. Es schadet den Augen massiv, kann etwa die Augenerkrankung Makuladegeneration verursachen und bei Kindern zu Kurzsichtigkeit führen, warnt Markus Gschweidl, Bundesinnungsmeister der Augenoptiker.

Künstliches Licht hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Augengesundheit, sondern auch auf den Tag-Nacht-Rhythmus und in weiterer Folge auf das Gewicht.

  • Besonders die nächtliche Exposition von künstlichem Licht ALAN (Artificial Light at Night) ist dafür ausschlaggebend.
  • Im Rahmen einer Studie untersuchten US-Forscher 43.722 Frauen (35 bis 74 Jahre) über einen Zeitraum von fünf Jahren und stellten einen Zusammenhang zwischen ALAN und einem erhöhten Risiko für Adipositas und einer Gewichtszunahme von bis zu 5 kg fest.
  • Dunkelheit ist ein entscheidender Faktor in Bezug auf ein erhöhtes Risiko für Übergewicht, betonen Wissenschafter.
  • Ausschlaggebend dabei ist vor allem das Schlafen während das künstliche Licht des laufenden Fernsehers flimmert oder das Smartphone, das sich auch nachts immer wieder meldet und den Tag-Nacht-Rhtythmus stört.

"Blauwelliges Licht unterdrückt nachhaltig die Melatonin-Ausschüttung", erläutert Gerhard Klösch, Schlafforscher an der Medizinischen Universität Wien. Der geringe Melatoninspiegel erhöht wiederum nicht nur das Risiko für Übergewicht, sondern auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 sowie für die Entstehung von Brust- oder Prostatakrebs.

Weiters bedeuten eine kürzere Schlafdauer längere Wachphasen, in denen wiederum mehr gegessen werden kann. Die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen steigert das Verlangen nach kalorienreicher Kost.

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Risikofaktoren vorbeugen, ALAN minimieren

Was Sie tun können, um die Risiken zu minimieren:

  • Es lohnt sich, tagsüber weitgehend auf das künstliche Licht von Bildschirmen zu verzichten, viel Zeit an der frischen Luft und bei natürlichem Tageslicht zu verbringen.
  • Nachts hilft es, sämtliche elektronischen Geräte auszuschalten und bei kompletter Dunkelheit zu schlafen.
  • Um die Melatonin-Ausschüttung nicht zu stören empfiehlt es sich, das Schlafzimmer komplett abzudunkeln.
  • Für Menschen, die berufsbedingt viel Zeit vor dem PC etc. verbringen, lohnt es sich, in eine Brille mit Blaulichtfilter zu investieren.

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