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Bornavirus: Alles, was Sie wissen müssen

Das Bornavirus war bis vor kurzem als Krankheit von Pferden und Schafen bekannt. In Deutschland sind jetzt drei Menschen an den Folgen der Infektion gestorben. Mediziner gehen derzeit von Einzelfällen aus.

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Bornavirus im Labor
angelp / iStock

Bislang glaubte man, dass das Bornavirus nur Tiere befallen kann. Nun traten erstmals Infektionen beim Menschen auf, die tödlich endeten: In Deutschland starben kürzlich drei Personen an den Folgen einer Gehirnhautentzündung, die wohl durch das Virus ausgelöst wurde.

Laut Wissenschaftern vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin handelt es sich um den ersten gesicherten Bornavirus-Nachweis beim Menschen. Zwischen 2011 und 2013 erkrankten Züchter von Bunthörnchen an einer ursächlich unklaren Gehirnhautentzündung, die womöglich ebenfalls durch das Virus ausgelöst wurde.

Was Sie alles zum Bornavirus wissen müssen und ob Sie sich schützen müssen, lesen Sie hier.

Was ist das Bornavirus?

  • Zum ersten Mal bekannt wurde das Virus, als es 1885 bei Kavalleriepferden der Stadt Borna (Sachsen) die "hitzige Kopfkrankheit"/die Borna-Krankheit auslöste. Die Erkrankung wurde nach der deutschen Stadt benannt.
  • In den 1970ern gelang es schließlich, das Virus zu identifizieren.
  • Vorrangig befällt es Schafe und Pferde; aber auch andere Tierarten, z.B. Spitzmäuse erkranken immer häufiger und verbreiten das Virus.
  • Es handelt sich um ein sogenanntes "behülltes" Virus und gehört zur Familie der Bornaviridae; bislang zählt es als einziger Angehöriger der Virusfamilie.

Wie haben sich die Betroffenen 2018 angesteckt?

  • Zwei der Verstorbenen erkrankten haben sich mit hoher Wahrscheinlichkeit über transplantierte Organe eines einzelnen Spenders infiziert.
  • Ein dritter Patient, der ebenso ein Organ vom selben Spender erhielt, überlebte die Infektion.
  • Wie sich der dritte verstorbene Patient infiziert haben könnte, bleibt bislang ein Rätsel.
  • Mediziner sprechen jedenfalls von Einzelfällen.

Experten appellieren nun, dass Patienten mit unklaren Gehirnhautentzündungen auch auf das Bornavirus hin untersucht werden sollten. Um dies in einem frühen Stadium zu ermöglichen, bräuchte es neue Nachweismethoden.

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Kann ich mich mit dem Bornavirus infizieren?

Bei den aktuellen Ansteckungen handelt es sich um Einzelfälle, allgemeine Beunruhigung sei nicht notwendig. Spezielle Vorkehrungsmaßnahmen für Transplantationen halten Wissenschafter derzeit überdies für nicht möglich. Dazu fehlt noch das entsprechende Werkzeug, um das Virus nachzuweisen. Generell gibt es noch jede Menge Fragezeichen. Wie und warum das Virus genau auf den Menschen übergeht, kann nicht klar gesagt werden. Untersuchungen zum künftigen Vorgehen und der Prävention der Krankheit sind derzeit in vollem Gange.

Eine Stellungnahme zum Bornavirus der deutschen Gesellschaft für Virologie e.V. finden Sie hier. 

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