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Studie: Langes Pendeln zum Arbeitsplatz belastet unsere Gesundheit

Australische Forscher entdeckten, dass lange Pendelstrecken bis zum Arbeitsplatz zu Fettleibigkeit führen können.

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Pendeln kann unserer psychischen und physischen Gesundheit stark zusetzen.
LeoPatrizi / iStock

Täglich pendeln Österreicher meist über 90 Minuten, um an ihren Arbeitsplatz zu kommen. Das kann nicht nur den Arbeitsalltag, sondern auch das Privatleben stark belasten. Wissenschafter haben nun herausgefunden, dass ein langer Anfahrtsweg zum Job und das ständige Pendeln auch unserer Gesundheit stark zusetzen kann.

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Pendler sind häufiger krank

Für die Studie befragten die Forscher der University of Melbourne 1.121 vollzeitbeschäftigte Australier, die täglich zu ihrer Arbeitsstätte pendeln müssen. Dabei entdeckten die Wissenschafter, dass Personen, die eine längere Strecke zu ihrem Job zurücklegen mussten, mehr Tage im Krankenstand verbrachten als Mitarbeiter, die kürzere Strecken bewältigten. Die durchschnittliche Pendelstrecke in Australien beträgt 15 Kilometer, diesbezüglich zeigte die Studie auf, dass:

  • Arbeitnehmer, die bis zu einem Kilometer in die Arbeit pendelten, ein um 36 Prozent niedrigeres Risiko hatten, in der Arbeit zu fehlen.
  • Im Vergleich dazu hatten Probanden, die täglich 50 Kilometer oder mehr pendeln mussten, ein um 22 Prozent höheres Risiko, in den Krankenstand zu gehen.

Grund dafür könnte sein, dass Arbeitnehmer mit langen Pendelzeiten häufiger krank werden. Außerdem erhalten die Langzeitpendler weniger Nettoeinkommen (nach Abzug der Reisekosten) und genießen weniger Freizeit. Probanden, die kürzere Anfahrtsstrecken zu ihrem Arbeitsplatz hatten, mehr zu Fuß gingen oder mit dem Rad fuhren, arbeiteten effektiver und waren zudem glücklicher in ihrem Beruf.

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Autofahren als stressigste Pendlermethode

In Australien pendeln Vollzeitbeschäftigte durchschnittlich 5,8 Stunden pro Woche zur Arbeit. Fast ein Viertel der Pendler nehmen eine Fahrtzeit von 45 Minuten oder mehr in eine Richtung auf sich. Neben den Belastungen für den beruflichen und privaten Alltag, setzt das Pendeln auch der körperlichen sowie geistigen Gesundheit stark zu. Ein langer Weg zur Arbeit dämpft oft das Engagement, die Produktivität und Motivation im Beruf stark.

Die meisten Arbeitnehmer fahren mit ihrem Auto zum Arbeitsplatz. Laut den Studienergebnissen ist Autofahren für die Probanden die "stressigste" und "langweiligste" Art zum Job zu gelangen. Radfahren oder zu Fuß gehen sei demnach viel "entspannender" und "aufregender".

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Weniger Sport, mehr Krankheiten

Wer viel mit dem Zug oder Auto pendelt, bewegt sich auch wesentlich weniger. Die geringe körperliche Aktivität kann zu Fettleibigkeit und chronischen Erkrankungen führen. Wer also häufiger (falls möglich) mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt oder einen Teil der Strecke zu Fuß zurücklegt, fördert nicht nur seine körperliche Fitness, sondern auch seine Gehirnfunktion.

Arbeitgeber können dieses "aktive Pendeln" fördern, indem sie vermehrt Fahrradabstellplätze und Duschen für ihre Mitarbeiter zur Verfügung stellen. In den Niederlanden werden Arbeitnehmer, die zu ihrem Arbeitsplatz radeln, mit 19 Cent pro gefahrenen Kilometer vom Staat entlohnt. Diese Art des Pendelns soll Staus verhindern, Unternehmenskosten für Parkplätze sparen und für gesündere Arbeitnehmer sorgen.

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