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Jungbrunnen Spermidin

Dem Traum von der ewigen Jugend sind Forscher der Uni Innsbruck einen Schritt näher gekommen: Spermidin in der Nahrung bringt's!

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Käse, Birne, Nüsse
istetiana / iStock

Wer mit der Nahrung viel Spermidin zu sich nimmt, verlängert damit möglicherweise seine gesunde Lebensspanne. Diese erfreuliche Erkenntnis bestätigen nun Forschungsergebnisse aus Innsbruck. Untersucht wurde, inwieweit Nahrungsbestandteile in der Lage sind, Einfluss auf Entzündungs- und Alterungsprozesse zu nehmen. Ganz vorne mit dabei: Spermidin.

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Spermidin – was ist das?

  • Spermidin ist eine Verbindung von Aminosäuren, die in hoher Konzentration in Samenflüssigkeit sowie in anderen Körperzellen vorkommt und auch von bestimmten Darmbakterien produziert wird.
  • Bekannt war bislang die lebensverlängernde Wirkung der Substanz in der Zellkultur und bei Tieren.
  • Nun konnte der Anti-Aging-Effekt von Spermidin erstmals auch für den Menschen nachgewiesen werden.

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Käse, Nüsse, Vollkorn

Im Laufe des Lebens nimmt der Gehalt von Spermidin ab. Dieser Entwicklung kann durch eine Ernährung mit spermidinreichen Lebensmitteln entgegengewirkt werden. Dazu zählen:

Für die individuelle Nahrungsmittelzufuhr bedeutet das: Würde man sich mit beispielsweise zwei Portionen Vollkornbrot, zweimal Salat und einem Apfel auf dem täglichen Speiseplan im oberen Drittel der Spermidineinnahme wiederfinden. Easy, nicht?

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5 Jahre mehr Leben

Die Innsbrucker Studie belegte deutlich: Probanden, die viel Spermidin über die Ernährung zuführen, also mindestens 80 µmol (Mikromol) Spermidin pro Tag, wiesen ein deutlich geringeres Risiko auf, im 20-jährigen Beobachtungszeitraum zu versterben. Mehr noch: Der Überlebensvorteil von spermidinreicher im Vergleich zu spermidinarmer Ernährung (<60 µmol pro Tag) betrug rund fünf Jahre.

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Warum Spermidin?

Die lebensverlängernde Wirkung von Spermidin beruht vor allem auf seiner Fähigkeit, Autophagie anzuregen. Bei diesem, auch durch mehrstündiges Fasten ausgelösten Selbstreinigungsprozess der Zelle werden fehlerhafte oder nicht mehr benötigte Zellbestandteile abgebaut und verwertet. Weil die Autophagie im Alter an Effizienz verliert, kommt es zu kranken Ablagerungen in den Zellen, die wiederum zu Demenz, Diabetes, Tumoren und Atherosklerose führen können.

Die vermehrte Aufnahme von Spermidin signalisiert der Zelle, den Selbstreinigungsprozess zu starten und schützt damit vor Ablagerungen und vorzeitiger Alterung.

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In dem Video erfahren Sie mehr über die Studie:

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  • Heilek Ursula sagt:

    Bin schon Jahre auf dem Trip. Bin 73 habe kaum Schmerzen, Esse wenig bis gar kein Fleisch, Fisch Kattoffel Gemüse. Keine Wurst selten Nudeln und wenns geht alles Bio. Viel wandern und viel Wasser trinken. Meine gleichaltrigen Freundinnen jammern alle. Ich finde Ihren Artikel super, darum werde ich mich noch mehr um mein Essen kümmern

    • Gerda Reiß sagt:

      Ich bin auch 72, habe meine Ernährung umgestellt wegen Rheumatoide Arthritis. Esse kein Fleisch, außer ab un ein Biohuhn und Fisch, keine Wurst, Butter Käse und ganz wenig Kohlenhydrate und Zucker.
      Lese ich richtig, dass Sie keinen Fisch,Kartoffeln und Gemüse essen?

  • Fred sagt:

    Muss wohl ein Witz sein. Wer kein Fleisch, Fisch und Gemüse isst, dem bleiben ja nur noch Eier und Obst und vielleicht Milchprodukte als feste Nahrung. Schwachsinn hoch drei, so eine neumodische Selbstlimitierung à la Vegan und Co.
    Meine Oma wurde 100 Jahre und 5 Monate alt und hat ALLES gegessen, und zwar ausgewogen und in Maßen.

    • Schein Bar sagt:

      Ihre Oma kam wahscheinlich aber auch aus einer Zeit als die Selbstlimitierung eine ganz normale Notwendigkeit war. Wer durch diese Ernährung gepärgt war hatte auch Vorteil für seine Gesundheit im Alter. Bis in die 1950ziger gab es wenn überhaupt nur einmal je Woche Fleisch, Seefisch NUR in den Meerregionen, Süßwasserfische wegen seiner geringen Halbarkeit auch nur selten. Also was blieb, waren Grau- u. Schwarzbrot, Butter, Schmalz, Eier, ab und zu Milch und Käse, dafür jede Menge Körner, Hirse, Dinkel, Hafel, Roggen als Brei und Suppen und je nach Saison auch reihlich Gemüse und Obst. Aber eben nur je Saison. Zucker und Salz waren sündhaft teuer und dadurch ebenso nur limitiert vorhanden. Ihre Limitierung und zwar ganz Natürlich vorgeben durch die Natur und nicht ALDI-Kataloge. Und ja es gab auch ein Teil der Bevölkerung die hatten von allem zuviel. Will ich gar nicht abstreiten…aber eben das Gros nicht!

  • Julia Ring sagt:

    Schöner Artikel und schön zu sehen dass immer mehr Leute über Spermidin und Spermidin-reiche Ernährung und dessen Vorteile informiert werden. Ich bin selbst Wissenschaftlerin und habe rund um dieses Thema einen Food Blog gestartet.