Schlaf und Psyche

Studie untersucht "Hunger" nach Sozialkontakten

Hunger und das Verlangen nach Sozialkontakten sind starke Gefühle. Sie aktivieren im Gehirn dieselbe Region. Das entdeckten US-Forscher.

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Einsamkeit
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Eine US-amerikanische Studie zeigt: Das Gehirn hat geradezu "Hunger" nach Sozialkontakten. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind wir dazu angehalten so wenige Menschen wie möglich zu treffen, um die Verbreitung des Virus möglichst gering zu halten. Das hat psychische Folgen, die auch körperlich messbar sind.

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Studie zeigt Ähnlichkeiten von Hunger und Einsamkeit

Es mag zunächst etwas seltsam klingen, doch laut einer Untersuchung der renommierten Cambridge University lösen Hunger und Einsamkeit ähnliche Reaktionen im Körper, oder besser gesagt im menschlichen Gehirn aus.

Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir hungrig sind und was, bei einem Bedürfnis nach Sozialkontakten? Das untersuchten Wissenschafter aus den USA. Dafür analysierten sie die Gehirnaktivität von 40 Teilnehmern. Zweimal untersuchten die Forscher ihre Reaktionen. Dafür wurden Probanden für zwei Mal zehn Stunden beobachtet und danach ein Gehirnscan gemacht, um festzustellen, welche Teile des Gehirns besonders aktiv waren.

  • In der ersten Phase der Studie wurden die Probanden von anderen Menschen isoliert, um die Region im Hirn, die durch Einsamkeit stimuliert wird, zu definieren. Sudoku, Puzzeln und lesen waren in der kurzen Zeit der Isolation die Beschäftigungen, die den Probanden erlaubt waren. Telefon, soziale Medien und Co waren hingegen tabu.
  • Um einen Vergleich zu haben, wurden die Teilnehmer in einem zweiten Termin für weitere zehn Stunden beobachtet. Diesmal durften sie zwar mit anderen Menschen interagieren, bekamen jedoch kein Essen. Das Ergebnis: Ja, genau: Die Probanden bekamen natürlich Hunger. Auch nach dem zweiten Testvorgang wurde anschließend Gehirnscans gemacht und mit den ersten verglichen.

Verlangen nach Sozialkontakten

Das Gehirn reagiert auf Hunger – egal ob nach Essen oder nach Sozialkontakten – ähnlich. Es ist bei beiden Fällen dieselbe Gehirnregion aktiv. Das heißt: Das Verlangen, das wir nach anderen Menschen entwickeln, ist dem Verlangen nach Essen ähnlich oder zumindest für unser Gehirn vergleichbar. Gerade in belastenden Zeiten ist es deshalb wichtig, dass die Psyche genügend Aufmerksamkeit und Beachtung bekommt.

 

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Ein Beitrag geteilt von Beatrice Frasl (@fraufrasl)

 

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