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Tropenkrankheiten als Urlaubsandenken

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! Geschichten über Malaria, Dengue-Fieber oder Durchfall sind dabei jedoch wenig beliebt…

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Mücke überträgt Malaria
nechaev-kon / iStock

Das Meer glitzert in der Sonne, die Zehen stecken im Sand und der Geschmack des tropischen Cocktails haftet noch an den Lippen: Ein erholsamer Urlaub gibt Kraft und verzaubert wochenlang mit schönen Erinnerungen – vorausgesetzt, alles läuft nach Plan. Manchmal kommen Fernreisende allerdings mit ungebetenen Souvenirs nach Hause: Durchfall, aber auch exotische Krankheiten wie Dengue oder Malaria sind Mitbringsel, die keiner mag.

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Fremde Keime im Urlaubsland

Wer die Welt sehen möchte, lernt nicht nur fremde Kulturen kennen, sondern kommt auch mit fremden Keimen in Berührung. Das überfordert mitunter das Immunsystem und kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Durchfallerkrankungen (Diarrhöen) sind bei Urlaubsrückkehrern keine Seltenheit.

Meistens legt sich Reisedurchfall aber von selbst und muss nicht behandelt werden.

  • Genaue Abklärung ist nur dann notwendig, wenn die Beschwerden länger als eine Woche anhalten, mit hohem Fieber verbunden oder die Durchfälle blutig sind.
  • Akute Diarrhöen treten vor allem in Ländern auf, in denen schlechte hygienische Bedingungen herrschen.
  • Eine Ansteckung erfolgt über verseuchtes Trinkwasser oder unzureichend abgekochte Speisen.

Bei Reisen in solche Gebiete sollten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Tritt ohne ersichtlichen Grund plötzlich hohes Fieber auf, ist Vorsicht geboten. Es kann sich dabei auch um eine ernst zu nehmende Erkrankung wie Malaria, Dengue-Fieber oder Typhus handeln. Treten Beschwerden nach einem Urlaub in einem tropischen Gebiet auf, ist es ratsam, einen spezialisierten Tropenmediziner aufzusuchen.

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Vorbereitung ist alles

Wer eine Fernreise plant, sollte sein Immunsystem darauf vorbereiten und sich rechtzeitig über notwendige Impfungen informieren. Der Impfschutz, der zu Hause ausreicht, genügt auf Reisen oft nicht. In anderen Klimazonen sind andere Krankheitserreger und -überträger, z.B. tropische Stechmücken, heimisch.

Malaria und Dengue

Zu den ernsteren Tropenkrankheiten, mit denen Fernreisende in Berührung kommen können, zählen Malaria und Dengue-Fieber. Beide Krankheiten werden von Stechmücken übertragen und rufen hohes Fieber sowie grippeähnliche Symptome hervor. Erste wichtige Hinweise zur Diagnose und Abgrenzung erhält der Arzt durch eine ausführliche Reiseanamnese und die Durchführung eines Schnelltests.

Malaria wird von sogenannten Plasmodien (einzellige Parasiten) hervorgerufen. Die Übertragung dieser Erreger erfolgt durch den Stich eines infizierten Moskitos. Es gibt verschiedene Erreger der Malaria, die jeweils unterschiedlich schwere Formen der Erkrankung hervorrufen.

  • Das gemeinsame Symptom aller Malariaerkrankungen ist jedoch hohes Fieber.
  • Besteht ein Malariaverdacht, muss die Diagnose mithilfe labordiagnostischer Methoden abgesichert werden, denn die Wahl des Medikaments richtet sich nach der Art des Erregers. Ein früher Behandlungsbeginn ist wichtig.
  • Der Arzt berücksichtigt außerdem, ob der Patient Medikamente zur Prophylaxe eingenommen hat und ob der Erreger gegen bestimmte Wirkstoffe resistent sein könnte.
  • Kommt es zu einem komplizierten Verlauf der Erkrankung, ist manchmal sogar eine intensivmedizinische Überwachung notwendig.

Achtung: Wer in einem Malariagebiet war, sollte bedenken, dass auch eine noch so konsequent durchgeführte Malariaprophylaxe keinen absoluten Schutz bietet. Bei rechtzeitiger Behandlung mit den entsprechenden Medikamenten kann die Krankheit aber gut behandelt werden.

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Gemeine Stechmücken

Dengue-Fieber ist eine Viruserkrankung, die ebenfalls schwere, grippeähnliche Symptome hervorruft und vor allem in Südostasien sowie Mittel- und Südamerika vorkommt. Die Erkrankung wird durch tagaktive Stechmücken übertragen. Es gibt keine spezielle medikamentöse Therapie, die Behandlung erfolgt den Beschwerden angepasst durch Bettruhe, viel Flüssigkeit und fiebersenkende Medikamente. In seltenen Fällen kann es zu schweren, ja, sogar lebensbedrohlichen Verläufen kommen.

Wer sich einmal mit Dengue-Fieber infiziert hat, muss bei weiteren Reisen besonders vorsichtig sein: Kommt es zu einer Zweitinfektion, so zeigt diese häufig einen schwereren Verlauf, der oft auch intensivmedizinisch behandelt werden muss. Die wichtigste Schutzmaßnahme ist die Vermeidung von Insektenstichen durch Insektensprays, das Tragen langärmeliger Kleidung und das Schlafen unter einem Moskitonetz.

Auch das Gelbfieber-Virus und das Zika-Virus werden durch Stechmücken übertragen und sind in vielen tropischen und subtropischen Ländern verbreitet. Gegen Gelbfieber gibt es eine sehr wirksame Schutzimpfung, die für die Einreise in gewisse Länder sogar vorgeschrieben ist.

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Würmer & Co

Doch nicht nur die Biester aus der Luft können den Urlaub vermiesen. Beim Baden in verseuchten Gewässern kann man sich mit Krankheiten wie der Bilharziose anstecken. Dabei dringen die Erreger während des Schwimmens über die Haut in den Körper ein und führen erst lange nach dem Urlaub zu Symptomen. Auch der Befall mit anderen Parasiten oder Würmern macht sich erst Monate später bemerkbar.

Der Biss eines tollwutkranken Tieres wie eines Waschbären oder streunenden Hundes, kann tödliche Folgen haben. Wer gebissen wird, sollte unverzüglich und noch im Gastland einen Arzt aufsuchen. Schutz bietet jedoch die dreiteilige Tollwutimpfung vor Urlaubsbeginn.

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Auf Nummer Sicher

  • Fieber, Durchfälle etc. können Anzeichen für eine Tropenkrankheit sein.
  • Nach Reisen in Risikogebiete sollten derartige Beschwerden von einem Spezialisten beurteilt werden.
  • Oft steckt hinter dem hohen Fieber nur eine harmlose Erkältung, die man sich im klimatisierten Flugzeug zugezogen hat.
  • Handelt es sich jedoch um eine Tropenkrankheit, sorgt ein entsprechend rascher Behandlungsbeginn meist für gute Heilungschancen.

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