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Isolation: Bewegungsradius der Österreicher ist um 71% gesunken

Die Technische Universität Wien zeigt, wie sehr sich der Bewegungsradius der österreichischen Bevölkerung in der Quarantäne eingeschränkt hat.

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Bewegung Österreich
ljubaphoto / iStock

Prof. Allan Hanbury vom Institut für Information Systems Engineering der Technischen Universität Wien (TU Wien) und dem Complexity Science Hub Vienna untersuchte, wie sich die "Aktivität" der österreichischen Bevölkerung in der Quarantäne bis jetzt veränderte. Insgesamt soll sich unser Bewegungsradius um 71% reduziert haben. 

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Telefondaten als Auswertungshilfe

Mithilfe anonymisierter und aggregierter Mobilfunkdaten kann ermittelt werden, wo sich Personen aufhalten. Bleibst du also den ganzen Tag zu Hause, dann bleibt dein Handy immer mit einem Mobilfunk-Mast verbunden. Bist du auf dem Weg zur Arbeit & Co, wird dein Smartphone an mehreren Stellen geortet:

"Wenn man untersucht, mit wie vielen Funktürmen die Handys wie lange verbunden sind, kann man daraus den sogenannten Radius of Gyration errechnen – das ist eine Maßzahl für den täglichen Bewegungsradius der Menschen. Und diese Maßzahl ist österreichweit im Mittel um 71% gesunken, verglichen mit den Zahlen vor der Coronakrise", erklärt Hanbury. Vor allem in Tirol ist ein besonders starker Rückgang verzeichnet worden. Dies hängt auch mit den sehr strengen Ausgangsbeschränkungen in dem Bundesland zusammen.

Den Forschern ist vor allem der Datenschutz der Bevölkerung wichtig: "Wir bekommen natürlich keine Bewegungsprofile einzelner Personen, sondern nur anonymisierte, aggregierte Daten, die wir dann statistisch verarbeiten", erklärt der Professor. Aus Gebieten, in denen sehr wenige Menschen leben, werden gar keine Daten zur Verfügung gestellt. Dabei könnte die Möglichkeit bestehen, Aussagen über einzelne Personen zu treffen.

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Neue Modelle geplant

Die Wissenschafter möchten die Datenauswertung für neue Modelle nutzen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen: "Das ist nicht bloß eine wissenschaftliche Spielerei, diese Zahlen sind sehr wichtig. Sie fließen in Prognosemodelle ein, mit denen man die Ausbreitung von COVID-19 vorherberechnet", sagt Hanbury. "Eine solche Situation wie heute gab es noch nie. Wir können uns also nicht auf historische Erfahrungen verlassen. Dadurch ist es so wichtig, jetzt das bestmögliche Datenmaterial zur Verfügung zu haben – und genau daran arbeiten wir."

Diese Art der Datenanalyse ist nicht nur nützlich, um Krankheitsausbreitungsmodelle zu erstellen, sondern kann sich auch nach der Corona-Krise als vorteilhaft erweisen. So könnte man damit besser nachvollziehen, wie man die Luftverschmutzung reduzieren kann, oder wie man die richtigen Entscheidungen für einen raschen Neustart der Wirtschaft trifft.

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