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Coronavirus: Kommt der Impfstoff schon in den kommenden Monaten?

Der österreichische Virologe Florian Kammer ist sich sicher, dass ein möglicher Corona-Impfstoff bereits in einigen Monaten verfügbar sein wird. Dennoch bleiben viele Fragen dazu offen.

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Impfung Coronavirus
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Der österreichische Virologe Florian Kammer von der "Icahn School of Medicine at Mount Sinai" in New York ist sich sicher, dass "effektive und sichere Impfstoffe eher bereits in Monaten" verfügbar sein werden. In einem Überblicksartikel veröffentlichte er im Fachmagazin "Nature" seine Annahmen.

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"Moderna", "Pfizer" & "AstraZeneca" tüfteln an Impfungen

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus, doch ein wirksamer Impfstoff bleibt immer noch aus. Kein Wunder, dauert die Herstellung eines solchen meist bis zu 15 Jahre. Weltweit schlossen sich Forscher zusammen, um ein Medikament gegen Sars-COV-2 zu finden. Experten sprechen sogar davon, dass sogar bis Ende des Jahres ein neuer Impfstoff auf den Markt gelangen könnte.

Krammer behauptet unter anderem, dass entwickelte Wirkstoffe der Firmen "Moderna", "Pfizer" und "AstraZeneca" die notwendige Schutzwirkung gegen den Erreger aufweisen und in den USA und Europa auch lizensiert werden, wenn sie sich als sicher genug erweisen.

"AstraZeneca" musste genau deswegen seine ersten Tests unterbrechen, da ein Proband eine ungeklärte Erkrankung aufwies. Fakt ist, dass die ersten Vakzine in Folge durch andere Wirkstoffe ersetzt werden, die ähnliche Wirkung zeigen, jedoch mit weniger Nebenwirkungen behaftet sind. Laut dem Virologen gäbe es noch einige Unsicherheitsfaktoren, die geklärt werden müssen.

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Virusverbreitung trotz Vakzine?

So gebe es noch Fragen zur Rolle der Verabreichung der mit vielen verschiedenen Herangehensweisen arbeitenden Impfstoffe.

  • Alle fortgeschrittenen Kandidaten werden intramuskulär verabreicht. Dies führe zur starken Produktion von IgG-Antikörpern, die eigentlich eher spät im Verlauf einer Infektion gebildet werden.
  • Diese Art der Antikörper schützen zwar die Unteren Atemwege, also die Lunge, allerdings bringe diese Art der Verabreichung keinen Effekt auf die Anzahl der im Lauf einer Atemwegsinfektion früher gebildeten IgA-Antikörper.
  • Die finden sich vor allem in den Schleimhäuten in den oberen Atemwegen und hemmen dort den Erreger. So könnte eine Impfung die Unteren Atemwege schützen, die Oberen jedoch nicht.

"Das führt vielleicht zu Vakzinen, die Personen zwar vor einem symptomatischen Verlauf schützen, es aber noch erlauben, dass das Virus weitergegeben wird", auch wenn die Übertragungswahrscheinlichkeit trotzdem reduziert wird, so Krammer. Hätte man noch Wirkstoffe, die über die Nase verabreicht werden können, wären auch die Oberen Atemwege besser geschützt. Derartige Kandidaten gebe es aber wenige.

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Dauer des Schutzes noch unklar

Bisher sehe es so aus, als ob eine natürlich durchlaufene Covid-19-Infektion zu einer "normalen" Immunantwort führe, bei der die Anzahl an gebildeten Antikörpern gegen den Erreger mit der Zeit etwas, aber nicht dramatisch zurückgehe. Wie lange eine wie immer geartete Impfung effektiv schützt, wisse man nicht, so der Virologe. Es könnte auch sein, dass der Impfschutz gerade bei den stärker gefährdeten älteren Menschen geringer ist. Auf der anderen Seite können viele Kandidaten bisher mitunter relativ starke Nebenwirkungen auslösen. Besonders der Einsatz bei Kindern, die hier anfälliger sind, bleibt somit ungewiss.

  • Nicht zuletzt stellen sich auch Fragen dazu, wie die weltweite Versorgung sicher gestellt werden kann. Gut sei, dass in vielen Ländern mit verschiedenen Ansätzen an Impfstoffen gearbeitet wird, weil kein Anbieter alleine eine derart umfangreiche Versorgung sicherstellen können wird, betont Krammer.
  • Auch die notwendige Lagerung könnte in weniger entwickelten Ländern oft nicht gewährleistet werden. Für den Virologen ist daher gut denkbar, dass schlussendlich in vielen Ländern Impfstoffe mit inaktivierten SARS-CoV-2-Erregern eingesetzt werden, die etwa in China, Indien oder anderen Ländern produziert wurden.
  • Ein Vorteil dieses Ansatzes ist, dass solche Vakzine auch leichter in Nicht-Hightech-Ländern produziert werden könnten. (APA / Red)

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